Ärztemangel im Ländlichen Raum muss vorgebeugt werden
Berlin - Dem bewährten System einer wohnortnahen medizinischen Versorgung droht der Kollaps, wenn nicht bald etwas passiert. Geschlossene Arztpraxen, weite Wege und lange Wartezeiten sind als Symptome dieser Entwicklung im Ländlichen Raum längst Realität.
Der demografische Wandel - und als Folge Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung - ist für die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen eine große Herausforderung. Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) fordert deshalb die Politik auf, den drohenden Ärztemangel im Ländlichen Raum Einhalt zu gebieten.
„Es freut uns, dass wir unser Anliegen nun in den Beschlüssen der 83. Gesundheitsministerkonferenz, die am 1. Juli in Hannover tagte, wiederfinden. Dass die Gesundheitsminister sogar befürchten, ihren Verfassungsauftrag zur umfassenden medizinischen Versorgung im Rahmen der Daseinsvorsorge nicht mehr ausüben zu können, zeigt wie ernst und verfahren die Lage inzwischen ist“, stellt die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes Brigitte Scherb fest. In ihrer Antwort auf die dlv-Forderungen begrüßte Ministerin Aygül Özkan, Vorsitzende der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz das Engagement des dlv in der Sache und weist auf die Übereinstimmungen hin.
„Die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz zeigen, dass in den Ländern die Dringlichkeit erkannt wurde und auch die Bereitschaft besteht, bei Reformen mitzuwirken und mehr Verantwortung für eine flächendeckende medizinische Versorgung zu übernehmen. Wir begrüßen besonders jene Konzepte, die darauf zielen, Lösungen ‚für die Fläche‘ zu finden. Aber ohne eine klare Linie auf Bundesebene besteht die Gefahr, dass viele gute Ideen im Ansatz stecken bleiben“, kommentiert Brigitte Scherb das Ergebnis der Konferenz. „Der Bundesgesetzgeber muss endlich handeln und das bisherige Wirrwar bei der anstehenden Reform des Gesundheitswesens beenden.“ (dlv)