Copa-Cogeca wies darauf hin, dass durch eine solche Wiederaufnahme der Gespräche die strengen EU-Standards ausgehöhlt werden könnten.
In einem Treffen mit der EU-Agrarratspräsidentin Elena Espinosa sagte Copa-Präsident Padraig Walshe: „Ich begrüße die Entscheidung dieser Länder, die deutlich gemacht haben, dass eine Wiederaufnahme der Gespräche mit dem lateinamerikanischen Handelsblock ein 'äußerst negatives Signal' an den sich bereits in der Krise befindenden Landwirtschaftssektor der EU sende. Ein solches Vorgehen würde die strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards der EU gefährden. Die Produzenten in der EU müssen strenge Auflagen einhalten, was ihre Produktionskosten erhöht, während Mercosur-Staaten nicht denselben Standards unterliegen. Sie verwenden Wachstumsförderer in der Fleischproduktion, obwohl diese in der EU verboten sind, und die Antibiotikakontrollen in jenen Ländern sind unzureichend. Auch sind die dort herrschenden Arbeitsbedingungen aus EU-Sicht nicht tragbar. Zudem wird unter Nutzung von
Gentechnik produziert, die den europäischen Landwirten verwehrt wird, weil die Verbraucherinnen und Verbraucher der EU gegen Gentechnik sind. Andere Handelspartner wie die USA und Japan lassen keine Fleischimporte aus Mercosur-Staaten zu.“
„Der EU-Landwirtschaftssektor liegt bereits am Boden - die Einkommen der Landwirte sind in vielen Staaten unter das Niveau des Jahres 2000 abgerutscht. Letztes Jahr brachen sie um weitere 12% ein. Jeder weitere Druck auf die Einkommen wäre unerträglich und hätte eine Flucht aus dem Sektor sowie Landflucht aus den ländlichen Gebieten der EU zur Folge.“
Cogeca-Präsident Paolo Bruni betonte: „Copa-Cogeca hält den Vorschlag der
EU-Kommission zur Wiederaufnahme der Handelsgespräche für absolut inakzeptabel. Ein bilaterales Handelsabkommen mit dem Mercosur hätte einen sprunghaften Anstieg von Importen in den Bereichen Rindfleisch, Geflügel, Weizen, Zitrusfrüchte/-saft aus den Mercosur-Ländern in die EU zur Folge. Wie aus einem Folgenabschätzungsbericht der EU hervorgeht, würde dies auch zu intensiveren Bewirtschaftungsmethoden sowie zu Abholzung in Mercosur-Ländern führen. Wir fordern daher die Minister der EU nachdrücklich auf, sicherzustellen, dass die Verhandlungen nicht fortgesetzt werden. Wir haben dies auch in einem Schreiben an Frau Espinosa und an alle Landwirtschaftsminister der EU betont.“ (CDP)