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30.07.2010 | 05:27
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Biogasanlagen nicht schuld an höheren Pachtpreisen
Berlin - Die Biogasbranche wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, Biogasanlagen seien schuld an höheren Kartoffelpreisen.

Biogasanlage
In der vergangenen Woche hatte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit dem Verweis auf steigende Pachtpreise eine entsprechende Meldung verbreitet. Schlagzeilen wie „Biogasanlagen machen Pommes teurer“ waren die Folge. „Der Vorwurf ist unhaltbar und gefährdet die Arbeitsplätze einer Branche, die entscheidend zur klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung sowie zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beiträgt“, erklärt Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrates. „Wir fordern die Kartoffelindustrie zum konstruktiven Dialog auf. Eine Verunglimpfung der Biogasbranche und eine Verunsicherung der Verbraucher wegen eines Preisanstiegs von einem Cent pro Kilogramm Kartoffeln ist nicht förderlich.“

Bislang gebe es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Errichtung von Biogasanlagen und dem Anstieg des Pachtpreisniveaus, so Schultz mit Bezug auf eine Umfrage des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums vom Sommer 2009. Selbst in Regionen mit einer hohen Konzentration an Biogasanlagen hatten betroffene Landwirte in der Befragung in erster Linie die zunehmende Zahl großer Betriebe, hohe Viehbesatzdichten sowie den vergangenen „Boom“ in der Landwirtschaft als Ursachen für den Anstieg der Pachtpreise genannt. In vielen Regionen mit hohen Pachtpreisen war zudem bereits ohne Biogas ein hohes Preisniveau gegeben, wie vergangene Erhebungen belegen.

„Das vergangene Preishoch auf den Agrarrohstoffmärkten hat ganz klar dazu beigetragen, dass viele landwirtschaftliche Betriebe durch höhere Erlöse in der Lage waren, höhere Pachten zu zahlen. Dies hat einen Preisauftrieb bei Ackerflächen verursacht“, so Biogasrat-Geschäftsführer Schultz. „Der Biogasbranche dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist schlicht unredlich, zumal Biogasanlagenbetreiber in der Summe nur drei Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Anbau von Biogaspflanzen zur Biogaserzeugung nutzen.“ Die Kartoffelindustrie versuche offensichtlich, mit der Diffamierung von Biogas von ihrer eigenen Verantwortung für die finanzielle Situation vieler Landwirte abzulenken. Während der aktuelle Verkaufspreis der verarbeitenden Industrie bei rund 1,20 Euro für ein Kilogramm Pommes liege, erhalte der Bauer für die Lieferung der benötigten Kartoffeln derzeit gerade einmal 20 Cent pro Kilogramm. „Die Kartoffelindustrie fährt Millionengewinne ein und hält die Landwirte knapp. Das ist das eigentliche Problem. Bei höheren Abnahmepreisen könnten die Kartoffelbauern dagegen auch gestiegene Pachtpreise verkraften.“

Allgemein erscheine der wirtschaftliche Vorteil von Biogasanlagen durch die momentan schwachen Agrarpreise erscheine derzeit hoch. „Doch auch die Betreiber von Biogasanlagen können bei Substratpreiserhöhungen und Pachtpreissteigerungen nur begrenzt mithalten“, so Schultz. Eine Beibehaltung der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerten Förderung für nachwachsende Rohstoffe (NawaRo-Bonus) zur umweltfreundlichen Energieproduktion in Biogasanlagen sei daher dringend notwendig. „Es darf nicht vergessen werden, welchen erheblichen Anteil zum Klimaschutz nachhaltige Energie aus Biogas leistet. Im vergangenen Jahr konnten wir in Deutschland durch Biogasanlagen rund 3,5 Millionen Haushalte versorgen und 13,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermeiden.“ (biogasrat)
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Biogasanlage Biogas Pachtpreis Agrarflächen Kartoffelpreis Pachtpreisniveau Biogasbranche Bodenpreise Bodenmarkt Pachtspiegel Kartoffeln Kartoffelanbau

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Fegebank schrieb am 31.07.2011 14:25 Uhrzustimmen(1) widersprechen(0)
Natürlich sind die hochsubventionierten Biogasanlagen mit ihrem unersättlichen Bedarf z. B. an Mais für die Steigerung der Pachten verantwortlich.
Aus eigener Erfahrung: Kartoffelbauern die Flächengekündigt, weil ich von einem Maisanbauer erheblich höheren Pachtzins bekomme. Was soll das Geschwafel also von nicht nachweisbaren Zusammenhängen.
Fränkischer Bauer schrieb am 13.08.2010 10:00 Uhrzustimmen(0) widersprechen(2)
Biogas ist doch verantwortlich für Pachtpreissteigerungen!

In der Region Franken ist ein Schwerpunkt des Biogasbooms. Das führt derzeit unzweifelhaft zu einem Kampf um die Fläche. Dabei sind die Biogasbauern durch die durch das EEG festgelegte zu hohe Einspeisevergütung - vor allem den zu hohen Nawarobonus offensichtlich in der Lage völlig überhöhte Pachtpreise zu bezahlen. Rindvieh- und schweinehaltende Betriebe können da nicht mithalten und laufen zunehmend Gefahr, für den Betrieb dringend benötigte Pachtflächen zu verlieren. Zunehmend wird darüber diskutiert, ob die Politik die nahrungsmittelproduzierenden Betriebe bewußt an die Wand laufen lassen will. So kann und darf es nicht weitergehen. Marktwirtschaft bei Nahtungsmitteln mit volatilen Preisen und Planwirtschaft mit garantierten Einspéisevergütungen nebeneinander ist politischer und gesellschaflicher
Irrweg. Dringende korrekturen am EEG sind notwendig, wenn Nahrungsmittel-
und Energieerzeugung nebeneinander ujnd miteinander funktionieren sollen!
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