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22.01.2009 | 17:58
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Partnerschaft von Landwirtschaft, Industrie und Imkerei sichert hohe Erträge und Nahrungsmittelqualität
Berlin - Nur durch eine enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Industrie und Imkerei kann die Versorgung mit Nahrungsmitteln auch zukünftig gesichert werden.

Partnerschaft von Landwirtschaft, Industrie und Imkerei sichert hohe Erträge und Nahrungsmittelqualität
Darin waren sich alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig, zu der die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) im Rahmen der Grünen Woche auf den Erlebnisbauernhof eingeladen hatte. Über 80.000 Imker mit insgesamt rund 655.000 Bienenvölkern sorgen in Deutschland für eine flächendeckende Bestäubung vieler wichtiger Ackerbaukulturen. Da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und behandeltem Saatgut für die Produktion von ausreichend qualitativ hochwertigen Lebensmitteln unverzichtbar ist, gilt es, die gute landwirtschaftliche Praxis zu fördern. Besonders wichtig ist dabei der Schutz der Honigbiene und anderer Nützlinge.

„Ohne Bienen kein Obstertrag“, betonte Dr. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, dies gelte beispielsweise auch für Raps und Sonnenblumen. „Um die Leistungsfähigkeit der Honigbienen weiß auch der Landwirt“, sagte Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV) sowie Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbands (DBV). Er unterstrich die Bedeutung der Bienen und der Partnerschaft zwischen Landwirt und Imker: „Ohne Bienen keine nachhaltige Landwirtschaft und keine hohen Erträge.“ Darüber hinaus sind die Bienen ein wichtiger Teil der Naturlandschaft. In den vergangenen Jahren wurde daher das Anlegen von Blühstreifen und Ausgleichsflächen intensiviert. Peter Maske, Präsident des Deutschen Imker Bundes (DIB), machte deutlich, dass Bienen ein wichtiger Indikator für die Umwelt sind und sensibel auf äußere Einflüsse reagieren. „Der Erfahrungsaustausch mit den Landwirten ist daher unverzichtbar und muss intensiviert werden“, so Maske. Um die sichere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu gewährleisten, fordert der DIB noch deutlichere Warnhinweise auf den Packungen, um Fehlanwendungen zu vermeiden.

Aus Sicht von Frau Dr. Christel Happach-Kasan, Mitglied der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, ist eine der Aufgaben, das bestehende Zulassungsverfahren für Insektizide zu überprüfen und auf die sichere Vermeidung der Gefährdung von Bienen neu auszurichten. „Für den Schutz der Bienen ist entscheidend, dass wir genau wissen, wodurch sie gefährdet sind“, erläuterte Happach-Kasan und forderte auch eine Nachbesserung der bestehenden Bienenschutzverordnung. Die Saatgutbeizung sei eine sinnvolle Pflanzenschutzmaßnahme, da das Gefährdungspotenzial geringer als beim Sprühen von Insektiziden ist. Der deutliche Rückgang der seit 1960 gemeldeten Bienenschäden belege, dass in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte erzielt werden konnten. Sie sieht aber noch einen großen Forschungsbedarf für eine effektivere Varroa-Bekämpfung zum Schutz vor Völkerverlusten.

Angesprochen auf die Bienenverluste in Südwestdeutschland im Frühjahr, antwortete die FDP-Politikerin: „Die Ursachen sind erforscht - dies war ein vermeidbarer Unfall. Die Methode der Saatgutbehandlung muss aber erhalten bleiben.“ Das Julius Kühn-Institut (JKI) hat festgestellt, dass Maissaatgut unsachgemäß gebeizt worden war. Ein Beizmittel war nicht ausreichend abriebfest, so dass aus pneumatischen Sämaschinen Staub in die Umwelt verweht wurde und auf blühende Pflanzen gelangte. Auch aus Sicht der Wissenschaft ist die Saatgutbeizung die bessere Variante. Dr. Rosenkranz: „Wir müssen aber zukünftig sicherstellen, dass Bienen bei der Maisaussaat nicht in Kontakt mit Abriebstäuben kommen.“ Inzwischen wurden von der Saatgut- und Sämaschinenindustrie sowie in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden Lösungen erarbeitet, die bereits auch amtlich zugelassen sind.

In ihren Abschluss-Statements hoben alle Diskussionsteilnehmer nochmals die hohe Bedeutung des „Sympathieträgers Honigbiene“ für die Umwelt hervor. Alle Beteiligten, Landwirtschaft, Industrie, Imkerei und die Politik sind aufgefordert, offen und kooperativ miteinander zu arbeiten und intensiv weiter zu forschen, um noch offene Fragestellungen zu klären. Nur so kann die hohe Bestäubungsleistung für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion erhalten bleiben und die Biene als ein wichtiger Teil unserer Natur geschützt werden. (FNL)
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