Die besten Anreize bietet Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen, wie aus einer am Mittwoch vor der Agrarmesse
Grüne Woche vorgelegten Analyse des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hervorgeht.
Schlusslicht ist demnach Schleswig-Holstein, davor liegen Brandenburg und das Saarland. Bei etlichen Bundesländern fehle der politische Wille, die Chancen des wachsenden Biomarkts für die Landwirte nutzbar zu machen, sagte BÖLW-Chef Felix Prinz zu Löwenstein in Berlin.
Bewertet wurden unter anderem Förderzahlungen für den Ökolandbau, die in Westdeutschland zu 18 Prozent und im Osten zu 8 Prozent von den Ländern getragen werden. Der Rest entfällt auf Bund und EU. Zudem wurden Weiterbildung, Beratung und Vermarktungshilfen berücksichtigt.
Grund für die schlechten Plätze Schleswig-Holsteins und Brandenburgs sei, dass sie Zahlungen für die Umstellung auf Ökolandbau ausgesetzt hätten.
Nach dem Skandal um falsch etikettierte Bioprodukte in Italien komme es umso mehr auf
Qualitätssicherung an, sagte Löwenstein. Am besten sei, wenn man seine Handelspartner persönlich kenne. Bei dem Anfang Dezember aufgedeckten Großbetrug waren rund 550 Tonnen falsch deklarierte Waren nach Deutschland gelangt, überwiegend Sojabohnen, Sojakuchen und Rapskuchen, die als Futtermittel verwendet werden.
Aktuelle Geschäftszahlen für 2011 teilte der
BÖLW noch nicht mit. Es deute sich aber an, dass der Umsatz der Branche kräftig gestiegen sei. Zahlreiche Produkte müssten aus dem Ausland importiert werden. Auf den Ökolandbau entfallen rund sechs Prozent der Agrarfläche in Deutschland. (dpa)