Alkoholfreies Weizen doch ein Sportgetränk ? Karlsruhe/Hohenheim - Alkoholfreies Weißbier hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Sportlern. |
 Dies gab der federführende Sportmediziner Dr. J. Scherr von der TU München kürzlich beim weltweit größten Sportmediziner-Kongress, an dem rund 5.000 Wissenschaftler in Denver teilnahmen, bekannt.
Zwar hatten Freizeitsportler einen positiven Einfluss von alkoholfreiem Weißbier auf den Organismus vermutet. Wissenschaftlich war dieser aber bislang nicht belegt worden.
Nach erschöpfender sportlicher Aktivität treten bei Sportlern verstärkt Entzündungsreaktionen auf, die das Immmunsystem aus dem Gleichgewicht bringen und daher vermehrt Infekte der oberen Luftwege begünstigen (Open-Window).
Bei Genuss von alkoholfreiem Weißbier nimmt die Infektanfälligkeit ab oder der Infekt verläuft leichter und kürzer. Die Entzündungsparameter im Blut werden nachweislich deutlich niedriger. Ein durch körperlichen Stress geschwächtes Immunsystem wird zudem gestärkt. Die Studie bestätigte damit die Annahmen wissenschaftlich.
Für diesen Effekt sind im alkoholfreien Weißbier ein Mixture aus Polyphenolen, Vitaminen und Mineralstoffen verantwortlich. Dass polyphenolhaltige Lebensmittel positive Auswirkungen, nicht nur auf die Gesundheit von Sportlern haben können, ist zwar bekannt (siehe auch Proplanta: Parkinson-Risiko mit Beeren senken und Granatapfel: Was macht die Superfrucht so gesund?). Dass das Ergebnis bei alkoholfreiem Weißbier (Erdinger Alkoholfrei; in der Studie bis 1,5 l täglich) so deutlich ausfällt, überraschte selbst Scheer und sein Team.
Die Studie wurde am Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der TU München durchgeführt. Sie wurde randomisiert, doppelt verblindet und Placebo-kontrolliert angelegt. Dies stellt in der medizinischen Forschung die beste Studienform dar, da man auf eine eindeutige Fragestellung eine eindeutige Aussage erhält und die Ursächlichkeit belegt werden kann.
Fazit: Obwohl alkoholfreie Weizenbiere laut Stiftung Warentest wegen Verminderung der Leistungsfähigkeit nur bedingt als Getränk für Ausdauersportler zu empfehlen sind, sollten die neuen Erkenntnisse der gesundheitsfördernden Aspekte im Vordergrund stehen. (Hr)
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Gerne steht Ihnen Herr Dr. med. H. Rüdinger, Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin, Rede und Antwort.

Quelle: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 62, Nr. 7-8 (2011)
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