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03.10.2011 | 11:00
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Lausige Zeiten - wie Sie dem großen Krabbeln auf kleinen Köpfen Herr werden
Karlsruhe/Hohenheim - Kopfläuse, so meint man, seien in unserer heutigen Zeit kein Thema mehr. Dem ist aber bei weitem nicht so.

Lauskamm (Foto:  K. Zernecke - Fotolia.com)
Besonders nach den Ferien häufen sich die Fälle bei Kindern, die die Parasiten als Urlaubssouvenir mitbringen. Man unterscheidet, je nach Körperbefall, Kopf-, Körper- und Schamläuse.

Kopfläuse werden durch Haarkontakt von Kopf zu Kopf übertragen. Bei Befall juckt und brennt es am Kopf. Die Kopflaus ist in der Regel ungefährlich, weil sie im Gegensatz zur Kleiderlaus, selten Krankheitserreger überträgt. Die Parasiten ernähren sich ausschließlich von menschlichem Blut.

Die weiblichen Kopfläuse, die etwa eine Lebensdauer von 3 Wochen haben, legen ihre Eier in der Nähe der Kopfhaut mit einer klebrigen Substanz ab, besonders dort, wo die Haare dicht stehen, wie z.B. im Nacken. Diese sogenannten Nissen, aus denen nach einigen Tagen die Larven schlüpfen und sich in 7-10 Tagen zur Kopflaus entwickeln, lassen sich mit einem normalen Kamm wegen des „Klebstoffes“ nicht entfernen.

Bekommen die Parasiten dabei das Haar eines anderen Menschen zu greifen, können sie auf einen neuen Wirt wechseln und dort mit der Ablage von täglich zwei bis zehn Eiern (Nissen) eine neue Population gründen. Deshalb sind Kindergarten- und Schulkinder, die ihre Köpfe im Alltag weitaus öfter und enger zusammenstecken als Erwachsene, primär betroffen.

Besteht bei Kopfjucken ein Verdacht auf Kopflausbefall sollte bei den Betroffenen und allen Kontaktpersonen die Haare (besonders im Nacken, an den Schläfen und hinter den Ohren) gründlichst mit einem Kamm und Lupe nach Läusen und Nissen abgesucht werden. Auch kleine punktuelle Rötungen auf der Kopfhaut, die jucken erfordern eine visuelle Inspektion.

Bei Kopflaus-Befall ist ein zugelassenes Läusemittel konsequent nach den jeweiligen Angaben im Beipackzettel anzuwenden. Bei der Therapie kommt es darauf an, sowohl die Läuse als auch die Embryonen in den Nissen zu töten.

Zur Behandlung gegen Kopfläuse sind verschiedene Mittel auf dem Markt. In § 18 des Infektionsschutzgesetzes sind die Präparate aufgeführt, die zur behördlichen Entwesung zugelassen sind, wie: INFECTOPEDICUL, GOLDGEIST FORTE, MOSQUITO Läuse-Shampoo, NYDA.

Über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen sollte mehrfach mit einem Insektizid behandelt und regelmäßig nass ausgekämmt werden, denn nach der Erstbehandlung können durchaus noch Larven schlüpfen. Zeitaufwendig, aber notwendig ist es, die Haare mit einer Pflegespülung und dem Läusekamm nass auszukämmen.

Behandelt werden sollten nur Personen, bei denen Nissen oder Läuse nachweisbar sind, nicht generell alle Kontaktpersonen, evtl. nur bei engem Kontakt, wie dies bei Geschwistern der Fall sein kann.

Räume brauchen nicht speziell geputzt oder desinfiziert werden, da die Parasiten sich nur am Wirt, in diesem Fall der Mensch, am Leben halten können. Wichtig ist auch zu wissen, dass der Kopflausbefall keinen hygienischen Mangel darstellt und der Betroffene daher oft zu Unrecht dessen bezichtigt wird. Versagen der Therapie liegt meist daran, dass der Patient das Mittel zu sparsam anwendet, zu kurz einwirken lässt oder keine Mehrfachbehandlung durchführt. (Hr)



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Gerne steht Ihnen Herr Dr. med. H. Rüdinger, Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin, Rede und Antwort.

Dr. med. Heimfried Rüdinger
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