DMK-Pflanzenschutztagung: Schutz von Krankheiten rückt in den Vordergrund
Cloppenburg - Ein Behandlungsindex wird seit einigen Jahren als Maßzahl herangezogen, um die Intensität des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel messen und vergleichen zu können.
Wie Prof. Dr. Bernd Freier vom Institut für integrierten Pflanzenschutz, Julius Kühn-Institut, Kleinmachnow, im Rahmen der Pflanzenschutztagung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) Anfang Juli im niedersächsischen Cloppenburg darlegte, wird dieser Index im Rahmen des bundesweiten Netzes Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz erhoben. Mais liegt mit einem Behandlungsindex um den Wert 2 sehr niedrig. Zum Vergleich: Winterweizen liegt mit einem Behandlungsindex von 6 deutlich darüber.
Allerdings rückt auch im Mais der Schutz vor Krankheiten und Schädlinge zunehmend in den Vordergrund. So betrugen nach Erhebungen des Pflanzenschutzdienstes in Niedersachsen die allein durch Drahtwurmbesatz geschädigten Flächen im Jahr 2009 rund 34.500 ha, wie Dr. Stefan Krüssel vom Pflanzenschutzamt Hannover auf der DMK-Tagung vortrug. Ein großer Teil der betroffenen Schläge war sogar durch mittlere bis hohe Befallsstärken gekennzeichnet. Dabei machte er als Hauptursache für die deutliche Zunahme von Schäden die fehlende Möglichkeit der Beizung mit wirksamen Insektiziden aus. Zur Drahtwurmbekämpfung stand in 2010 deshalb nur das Granulat Santana zur Verfügung, dessen Anwendung jedoch an sehr strenge Auflagen geknüpft ist. Kalkstickstoff als Unterfußdüngung mit 150 kg/ha hatte zudem in Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf stark befallenen Flächen keinerlei Wirkung gezeigt, so Krüssel.
Das Auftreten, die Verbreitung und mögliche Bekämpfungsansätze neuer sowie altbekannter Schaderreger wie Maiszünsler oder Helmintosporium waren weitere Themen, mit denen sich die rund 70 Tagungsteilnehmer im Rahmen der Gemeinschaftsveranstaltung von DMK und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen befassten. (DMK)