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Proplanta ®  |  30.07.2010

  |  Pflanze:   Gentechnik



Polizei stoppt «Feldbefreier» am Gen-Kartoffelacker
Zepkow - Der Protest gegen die grüne Gentechnik hat sich am Donnerstag in Mecklenburg-Vorpommern zugespitzt.




Polizei stoppt «Feldbefreier» am Gen-KartoffelackerGentechnikgegner stürmten trotz Polizeibewachung bei Zepkow ein Feld mit der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora und rissen Pflanzen aus. Die Polizei nahm die mit weißen Schutzanzügen gekleideten selbsternannten «Feldbefreier» der Initiative «Gendreck weg!» nach kurzer Zeit in Gewahrsam. FDP, CDU und Grüne in Mecklenburg-Vorpommern sowie die BASF Plant Science GmbH als Anbauer verurteilten die Aktion. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs gegen eine Frau und fünf Männer.

Die Aktion war von der Initiative bereits vor mehreren Tagen angekündigt worden. «Wir wollten ein Zeichen gegen eine industrialisierte Landwirtschaft mit patentierten Pflanzen setzen», sagte ihr Sprecher Jochen Fritz. BASF habe die Stärkekartoffel, die im Frühjahr nach 13 Jahren Prüfung durch die EU zum kommerziellen Anbau zugelassen wurde, erst angebaut und danach zum «Dialog» aufgerufen. Das sei «geistiges Faustrecht» und bedrohe eine bäuerliche Landwirtschaft. Die Gentechnikgegner befürchten ein unkontrolliertes Eindringen von Gentechnik in den Naturhaushalt auch bei Lagerung und Verarbeitung der Amflora.

Zu Beginn der Aktion hatten etwa 20 Mitglieder der Initiative «Gendreck weg!» zu «zivilem Ungehorsam» aufgerufen. Am Treffpunkt war ein Maschendrahtzaun aufgebaut, etwa 40 Polizisten sicherten das Feld. Nachdem Mitarbeiter der BASF zu einer Gegendemonstration zusammengekommen waren, begaben sich beide Seiten in Streitgespräche. Etwa eine halbe Stunde später stürmten die ersten zwei «Feldbefreier» an der gegenüberliegenden Seite auf den Acker. Die Polizei holte sie herunter, ein Aktivist ließ sich tragen. Wenig später stürmten nochmals vier Aktivisten aus einer Hecke am Straßenrand für wenige Sekunden in das Kartoffelkraut.

Die zur Stärkegewinnung bestimmte Amflora wird in Tschechien und Schweden angebaut, in Deutschland nur auf 15 Hektar bei Zepkow. Dort hatten Gentechnikgegner schon mehrfach protestiert, auch in den Vorjahren gegen den Versuchsanbau. Unbekannte hatten vor wenigen Wochen in der Dunkelheit und trotz eines Wachdienstes Kartoffelpflanzen auf rund einem Hektar ausgerissen.

Die Landwirtschaftsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan, widersprach den Bedenken der Initiative. Die Amflora habe keine einheimischen Kreuzungspartner und die Produktion von Stärke aus der Amflora-Kartoffel spare Wasser und Energie. Zudem laufe der Patentschutz auf die Amflora 2011 aus, so dass die Kartoffel dann frei angebaut und vermehrt werden könne. (dpa)
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