Setzt sich dieser Trend fort, werden 2010 knapp unter 60 Mio. Schweine (aus in- und ausländischer Produktion) geschlachtet werden. Im Juli verknappte sich durch das hitzebedingt schlechte Wachstum das Angebot an Schlachtschweinen merklich. Die kühleren Temperaturen werden das Angebot der kommenden Wochen wieder deutlich umfangreicher ausfallen lassen. Der Vereinigungspreis lag im 1. Hj. im Schnitt 4 ct/kg unter dem Vj..
Zudem wurde hiervon z.T. mehrfach in Form von „Hauspreisen“ nach unten abgewichen, was die Erlöse der Mäster nochmals schmälerte. Der Schweinefleischabsatz war bislang rückläufig. Grillartikel wurden durch den nasskalten Frühsommer und die folgenden Hitze schwächer nachgefragt. Von privaten Haushalten wurde im 1. Hj. gg. Vj. 2,8 % weniger Schweinefleisch gekauft (Umsatz: -4,2 %, Gesamtausgaben: -2,4 %). Die
Verbraucherpreise edlerer Teilstücke (Filet, Schnitzel oder Braten) waren sogar um 4-5 % rückläufig. Deutsche Verbraucher griffen also verstärkt auf billigere Fleischteile zurück und wählten preisbewusst die Einkaufsstätten für Schweinefleisch.
Besser verlief bislang der Schweinefleischexport. Begünstigt durch den schwächeren Euro konnte im Drittlandsgeschäft mehr Schweinefleisch und Nebenprodukte abgesetzt werden. Hauptabnehmer für deutsches Schweinefleisch sind Russland und China (mit Hongkong). Der Absatz innerhalb der Gemeinschaft war knapp stabil. Weniger stark ausgeprägt war bislang die Nachfrage nach lebenden Schweinen aus Osteuropa. In den letzten Wochen hat sich aber auch diese etwas belebt.
Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, wie weit die Schlachtunternehmen höhere Schweinefleischpreise gegenüber dem LEH durchsetzen können. Dabei spielt das Wetter der kommenden Wochen und die daraus resultierenden Nachfrage nach Grillartikeln eine wichtige Rolle. Unsicherheiten in der Schweinemast bestehen jedoch nicht nur auf der Erlös-, sondern auch auf der Kostenseite. Derzeit ist nicht absehbar, wie weit sich die Futterkosten erhöhen werden.
Der Handel mit Schlachtschweinekontrakten und noch stärker mit Ferkelkontrakten an der EUREX verlief in den letzten Wochen impulslos. Ein guter Teil der Kurse basiert nicht auf Handelsaktivitäten, sondern nur auf Änderungen bei den Kauf- oder Verkaufsgeboten. Die Kurse der Schlachtschweinekontrakte stehen für prompte Lieferung leicht über dem aktuellen Verrechnungspreis und für den Verkauf zum Jahresende ebenfalls leicht über dem Durchschnittspreis der letzten Jahre.
FerkelDeutschlandweit notierten Ferkel bei ausgeglichenem Markt von Februar bis Juni unverändert. Ab Juni kam der Ferkelmarkt immer stärker unter Druck. Ursachen waren das saisonal zunehmende Ferkelangebot, die für die Mäster unsichere Marktlage bei Schlachtschweinen und wegen der Hitze verzögert frei werdende Mastställe. Zu den frei zu vermarktenden Ferkel drängten daher auch sonst den Mästern fest zugeordnet Ferkel auf den Spot-Markt. Schnell bauten sich Überstände auf und die Notierungen mussten um etwa 8 €/Ferkel zurückgenommen werden.
In der zweiten Julihälfte kommt es nun scheinbar zu einer Stabilisierung des Ferkelmarktes. Im Nachgang der wieder ansteigenden Schlachtschweinepreise belebte sich die Nachfrage in der zweiten Julihälfte, was bis etwa Mitte August anhalten könnte. Den Mästern geht es nun darum, die nun eingestallten Ferkel noch vor dem Jahreswechsel schlachtreif zu bekommen, da die Schlachtschweinepreise im Januar meist am niedrigsten sind. Je nach Marktentwicklung, die vom Schlachtschweinemarkt, dem
Ernteverlauf und der Futterpreisentwicklung beeinflusst werden könnte, sind in den nächsten Wochen weitere Schwächephasen ebenfalls nicht auszuschließen. (LEL Schwäbisch Gmünd)