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06.10.2010 | 03:19
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Trotz feuchter Witterung nur geringer Mykotoxinbefall
Posieux (FR) - Die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP hat den Mykotoxinbefall des Futtergetreides der Ernte 2010 untersucht.

Futtermittel
Trotz feuchter Witterung während der Blüte und unterschiedlicher Bedingungen während der Erntephase ist der Mykotoxinbefall gering und das Futtergetreide als sicher zu betrachten. Vorsicht ist jedoch bei der Haferverfütterung geboten.

ALP führt jeden Sommer Untersuchungen durch, um den Mykotoxinbefall des Futtergetreides nach der Ernte zu eruieren. 166 Proben von Gerste, Weizen, Triticale und Hafer wurden in 30 der größten Sammelstellen in der ganzen Schweiz erhoben und anschließend analysiert. Da es sich dabei um Durchschnittsproben von ganzen Silozellen handelt, sind die Proben für die Region, in welcher sie erhoben wurden, repräsentativ. Trotz der unterschiedlichen Erntebedingungen konnte kein geographischer Unterschied festgestellt werden.


Genereller aber geringer Befall

Die Analysenresultate von ALP zeigen, dass das Toxin Deoxynivalenol (DON) in fast allen Gersten-, Weizen-, Triticale- und Haferproben vorkommt, jedoch nur in geringen Mengen. Der Zearalenon-Befall ist dagegen allgemein tief bis unbedeutend, mit Ausnahme einzelner Muster mit leicht höheren Werten. Das T2-Toxin wurde in allen Haferproben nachgewiesen, weshalb Vorsicht bei der Verfütterung dieses Getreides geboten ist.

Es ist ratsam, die Empfehlungen von ALP hinsichtlich der Maximalwerte in der gesamten Futterration zu befolgen (s. Tabelle) und zweifelhafte Chargen überprüfen zu lassen.


Gerste leicht betroffen

DON wurde in mehr als 60% der Gerstenproben nachgewiesen, wobei aber nur in einzelnen Fällen Werte gefunden wurden, welche zu Problemen bei den empfindlichsten Tierkategorien führen könnten. In drei Proben wurden DON-Werte von über 1,0 mg/kg gefunden.

Zearalenon wurde zwar in einer größeren Anzahl Proben nachgewiesen als in den letzten Jahren, aber generell kann es als unbedeutend betrachtet werden.


Ähnliche Situation beim Weizen und beim Triticale

DON wurde in geringen Mengen bei mehr als 80% der Weizenproben nachgewiesen. Da Werte über 1,0 mg/kg nur in zwei einzelnen Proben gefunden wurden, kann die Situation als befriedigend angesehen werden.

Einige Proben wiesen einen Zearalenon-Gehalt von über 0,1 mg/kg auf, aber generell ist der Gehalt an diesem Mykotoxin tief.

In 11% der Triticaleproben konnte DON nicht nachgewiesen werden. Der Gehalt lag nur in 9% der Proben über 1,0 mg/kg.

Bei etwa 11% der Proben wurde ein Zearalenongehalt von mehr als 0,1 mg/kg gefunden, während 42% der Proben frei waren von diesem Mykotoxin.


T2-Toxin in Hafer

Beim Hafer waren die Gehalte an DON und Zearalenon unbedeutend. Das T2-Toxin konnte jedoch bei 100% der Proben nachgewiesen werden, mit einen Wert bei 0,24 mg/kg.


Bildung von Mykotoxinen

Während des Getreidewachstums kann feuchte Witterung zu Schimmelbildung führen. Die Schimmelpilze produzieren verschiedene toxische Substanzen, die Mykotoxine. Die wichtigsten sind unter unseren klimatischen Bedingungen Deoxynivalenol (DON), Zearalenon und bei Hafer T2-Toxin. Die Verfütterung von Futtermitteln, die von Mykotoxinen befallen sind, kann sich vor allem auf das Wachstum von Jungtieren sowie auf die Fruchtbarkeit von Zuchttieren negativ auswirken. (alp)
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Schlagworte
Schweiz Tierfutter Haferverfütterung Futtergetreide Mykotoxin Hafer Mykotoxinbefall Futtermittel

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