In dem Biotop, das dort nach dem Bau der ICE-Trasse auf dem Abraum angelegt worden war, stand längst kein Wasser mehr. „Da sind keine Frösche groß geworden“ , erinnert sich Henning Grobe gegenüber dem der Landvolk-Pressedienst.
Der Landwirt hat sich dafür eingesetzt, dass im Februar Bagger angerückt sind und den Teich entschlammt und entschattet haben. „Da musste richtig schweres Gerät ran“, sagt er. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: In diesem Sommer war das Wasser schwarz von den Milliarden an Kaulquappen, die sich dort zu Fröschen und Kröten entwickeln. „Das sieht wieder richtig gut aus“, freut sich Grobe.
Auch als Wildtränke und als Aufenthaltsort für Wildenten hat der Teich wieder seine ursprüngliche Funktion bekommen. „Wir können die Jagd nicht nur verpachten, sondern müssen auch für den Nutzen der Jäger sorgen“, findet der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft. Die Kosten für die Ausbaggerung des Sehlemer Teiches hat sich die Jagdgenossenschaft mit dem örtlichen Natur- und Artenschutzverein und der Stiftung Kulturlandpflege geteilt.
„Gerade Gewässer verlieren oft ihre Funktion für Amphibien, wenn niemand sich um sie kümmert“, erläutert Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandpflege. Die Stiftung des Zentralverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden unterstützt deshalb nicht nur die Neuanlage, sondern auch die Pflege von bestehenden Biotopen. „Das kann das Freilegen eines Trockenrasens, das Stutzen einer Hecke oder eben die Entschlammung eines Teiches sein“, nennt Rohloff einige Beispiele förderungswürdiger Projekte.
Seit der Gründung der Stiftung 1998 wurden mehr als 150 Maßnahmen finanziell unterstützt. Dabei wurden etwa dreiviertel der Anträge von Grundeigentümern, Jagdgenossenschaften oder Realverbänden gestellt. „Unsere Intention, die Eigentümerseite zu stärken, ist aufgegangen“, freut sich Rohloff. Die Stiftung sei aber auch für andere Antragsteller offen.
Alle, die ein Feuchtbiotop ausheben, eine Hecke pflanzen oder etwas anderes für die Natur in ihrer Umgebung tun wollen, können ihre Anträge bis Anfang Oktober ganz unbürokratisch bei der Stiftung Kulturlandpflege, Warmbüchenstr. 3, 30159 Hannover einreichen. Dazu gehören eine Karte und ein Foto von der Fläche, wo das Biotop angelegt werden soll.
Die Antragsformulare können telefonisch unter 0511 / 367 04-73 bestellt oder unter
www.stiftungkulturlandpflege.de heruntergeladen werden. In den meisten Fällen liegt der Zuschuss zwischen 500 und 1.500 Euro, wobei immer auch ein Eigenanteil erwartet wird. Bei Pflanzaktionen kann dies zum Beispiel die Arbeit selbst sein. (LPD)