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Proplanta ®  |  10.10.2009

  |  Verbraucher:   Panorama



Bier spült 57 Milliarden Euro in Europas Kassen
Dublin - Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise bleibt der Bierkonsum in Europa auf relativ hohem Niveau.




Bier spült 57 Milliarden Euro in Europas KassenBesonders die einzelnen Länder dürfen sich über satte Steuereinnahmen freuen. 57 Mrd. Euro haben die nationalen Regierungen im Vorjahr dank des Bierverbrauchs eingenommen, wie die Unternehmensberatung Ernst & Young aufzeigt. "Allerdings waren Konsum und Produktion gegenüber den Vorjahren weltweit leicht rückläufig", erklärt ein Branchenanalyst im pressetext-Gespräch. An dem Sektor hängen nach wie vor rund 2,5 Mio. Jobs, die den Bereichen Produktion und Vertrieb zuzurechnen sind.

Mit einer jährlichen Produktion von 427 Hektolitern bleibt Europa der weltgrößte Bierhersteller. Davon wurden im Vorjahr rund 394 Mio. Hektoliter konsumiert. China und die USA stellen im Vergleich dazu nur 393 bzw. 234 Mio. Hektoliter Bier her. Mit 103 Mio. Hektolitern sorgt Deutschland als Europas größter Bierproduzent für knapp ein Viertel der europaweiten Jahresproduktion. So verfügt die Bundesrepublik mit 1.330 auch über die mit Abstand größte Zahl an Brauereien.

Dahinter folgen Großbritannien (667), Italien (272), die Schweiz (270) und Österreich mit 164 Erzeugern. Europaweit legte die Zahl der Brauereien innerhalb der vergangenen drei Jahre von rund 3.000 auf 3.733 zu. Als größte Exporteure treten hingegen die Niederlande, Belgien und Irland auf, die 52 bis 62 Prozent ihres Bieres im Ausland verkaufen, während nur 15 Mio. Hektoliter der deutschen Jahresproduktion exportiert werden.

Die größten global bekannten Biermarken sind Guinnes, Heineken und Stella Artois. Beim Pro-Kopf-Konsum belegen Tschechien mit 158, Österreich mit 109 und Deutschland mit 108 Litern die ersten drei Ränge. Allerdings sind in den Konsumgewohnheiten der Europäer deutliche Unterschiede festzustellen. Während Bier hierzulande vorwiegend im Supermarkt gekauft und zu Hause konsumiert wird, verzeichnet die Industrie etwa in Irland die höchsten Inlandsabsatzzahlen in der Gastronomie. Bier wird hier vorzugsweise in Pubs und Hotels konsumiert. Gegenüber dem Vorjahr ist der Verbrauch jedoch um rund vier Prozent gesunken.

Im von der Wirtschaftskrise stark betroffenen Großbritannien machte sich der Absatzrückgang deutlich bemerkbar, wodurch zahlreiche Pubs in ihrer Existenz bedroht waren. Generell haben sich die Bedingungen für die Bierindustrie verschlechtert. Neben dem geringeren Absatz zogen etwa Rohstoffpreise und Produktionskosten an. Die europaweit hohen Steuereinnahmen sind außerdem auf teilweise höhere Abgaben zurückzuführen. So wurden die Steuern etwa in den Niederlanden um beinahe 30 Prozent erhöht. (pte)
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