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25.01.2012 | 05:04
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Stärkster Sonnensturm seit 2003 eingetroffen
Washington - Ein gewaltiger Sonnensturm hat am Dienstag die Erde erreicht. Die ersten geladen Teilchen der Plasmawolke hatte die US-Wetterbehörde NOAA am Nachmittag in Erdnähe registriert.

Sonne
Der Sonnensturm ist nach neuesten NOAA-Berechnungen der stärkste seit 2003. Zuvor war hatte sie ihn als stärksten seit 2005 bezeichnet. Über Schäden des Sturms wurde zunächst nichts bekannt. Er hatte nach Angaben der NOAA die Strahlenstärke S3 auf einer fünfteiligen Skala.

Bei hoher Sonnenaktivität werden große Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne ins All geschleudert. Diese sind elektrisch geladen und können das Erdmagnetfeld stören. Für Natur und Menschen auf der Erde sind sie ungefährlich, da sie nicht durch das Magnetfeld dringen. Bei der Stärke des aktuellen Sturms können jedoch Passagiere und Crews von sehr hoch fliegenden Flugzeugen einem erhöhten Strahlenrisiko ausgesetzt sein.

Insbesondere in Polnähe sind Navigationssysteme von Flugzeugen gefährdet. Flugzeuge und Raumschiffe sollten daher die Polarregionen am Dienstag meiden, hatte die NOAA geraten.

Die Teilchen der aktuellen Wolke hätten zusammen in etwa die Masse eines großen Berges in deutschen Mittelgebirgen, sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau (Niedersachsen). Eine Wolke dieser Größe benötige mehrere Stunden, bis sie komplett eingetroffen sei, daher seien etwaige Schäden zunächst nicht exakt zu bestimmen.

Die Strahlungsbelastung, die während eines starken Sonnensturms bei Flügen über den Polen maximal auftreten könne, entspreche etwa einer Röntgenuntersuchung, hatte der Sonnenphysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen kürzlich erläutert. Das sei für die Passagiere zwar kein Problem, sehr wohl aber für das Flugpersonal - weil es der Belastung häufiger ausgesetzt ist.

Größere Gefahr besteht auch für Astronauten, die sich außerhalb eines Raumschiffs befinden. Es kann zudem zu Störungen von Instrumenten in Flugzeugen und Satelliten kommen.

Curth rechnete mit Polarlichtern in der Nacht zum Mittwoch, die beispielsweise von der Ostseeküste aus zu sehen seien. Sie entstehen, wenn elektrisch aufgeladene Teilchen von der Sonne in die Erdatmosphäre eindringen. Das kann wegen des gebogenen Erdmagnetfeldes normalerweise nur in der Nähe der Pole geschehen.

Die Plasmawolke hatte sich am Montag von der Sonne gelöst. Sie hatte nach NOAA-Angaben eine Anfangsgeschwindigkeit von mehr als 2.000 Kilometern pro Sekunde - das sind über 7,2 Millionen Kilometer pro Stunde.

Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren. Der vergangene Sonnenzyklus hatte im Jahr 2001 sein Maximum. Das darauf folgende Aktivitätsminimum war besonders ausgeprägt. Seit 2010 nimmt die Sonnenaktivität wieder zu.

Der Sonnensturm sollte nach Angaben des Internetdienstes «Spaceweather» am Mittwoch den Planeten Mars erreichen. Er wäre damit eine Art Sonnengruß für den Marsrover «Opportunity», der dann exakt acht Jahre lang auf dem Roten Planeten im Einsatz ist. (dpa)
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Sonnenzyklus Sonnenaktivität Plasmawolke Sonnensturm Sonnensystemforschung

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