Montag, 28.05.2012 | 12:33:33

Nachrichten


» Wissenschaft » Gentechnik
RSS buchen

15.01.2012 | 09:20
vorwärts blättern in Rubrik zurück blättern in Rubrik

TU München untersucht Nebeneinander von Lebensmitteln mit und ohne Gentechnik
München - Unter welchen Bedingungen ökologische, konventionelle und gentechnisch veränderte Agrarprodukte nebeneinander angebaut, transportiert und vermarktet werden können, legen die EU-Mitgliedstaaten fest.

Lebensmittel
(c) proplanta
Ein neues europäisches Forschungsprojekt ver­gleicht nun die Rahmen­bedingungen in den einzelnen Ländern und ermittelt deren Kosten für Land­wirte, Händler und Konsumenten. Damit sollen die Strategien iden­tifiziert werden, die sowohl die Wahlfreiheit der Verbraucher als auch eine kosten­günstige Lebensmittel­produktion am besten gewähr­leisten. Die Europäische Union fördert das von der Technischen Universität München (TUM) koordinierte Forschungs­projekt mit rund 4 Millionen Euro.

Konventionell, ökologisch oder gentechnisch verändert – Verbraucher sollen zwischen den Produkten frei wählen können. Diese Wahlfreiheit ist ein zentrales Ziel der europäischen Agrarpolitik. Sie beruht im Wesentlichen auf dem Prinzip der Koexistenz, d.h. dem dauer­haften Nebeneinander von unter­schied­lichen landwirtschaftlichen Anbauweisen, ohne unkontrollierte Vermischungen oder Einkreuzungen. Dafür gibt es auf EU-Ebene zahlreiche Regelungen für die Kenn­zeichnung und Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Erzeugnissen.

Ein Großteil der rechtlichen Rahmen­bedingungen für die Koexistenz wird zudem von den einzelnen Mitgliedstaaten festgelegt: Sie schreiben spezifische Geneh­mi­gungs­verfahren vor, fordern Mindestabstände zwischen Feldern mit und ohne Gentechnik oder setzen Trennungs­maß­nahmen bei Transport und Lagerung voraus. Über die Aus­wir­kungen solcher Koexistenz­strategien in der Praxis ist bisher aber noch wenig bekannt. Wie umsetzbar und kosten­intensiv sie für Landwirte, Händler und Verbraucher sind, soll jetzt ein europäisches Forschungsprojekt ermitteln.

Unter Koordination der TU München vergleicht ein Konsortium aus vierzehn Universitäten, Behörden und Unternehmen die Koexistenzmaßnahmen der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Auf Basis einer umfassenden Kosten-Nutzen-Analyse wollen die Wissenschaftler eine Soft­ware entwickeln, die Landwirten, Saatproduzenten und regionalen Händlern als Entschei­dungs­­hilfe für Anbau-, Verarbeitungs- und Transportmaßnahmen dient. Als Fallbeispiel dient dafür der Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Portugal, Rumänien, Spanien und der Tschechischen Republik.

Untersucht werden außerdem die Anforderungen und Kosten für alle Akteure entlang der Produktions­kette – von der Saatguterzeugung über den landwirt­schaftlichen Anbau, den Transport und die Lagerung bis zur Verarbeitung in der Lebens- und Futtermittelindustrie. Fallstudien zu gentechnikfreier Milch in De­utschland und der Schweiz sollen Erkenntnisse über die Kosten und den Nutzen von Trennungsmaßnahmen in der Produktionskette liefern.

“Die geforderte Trennung von Rohstoffen mit und ohne Gentechnik ist eine der größten Heraus­forderungen im Agrarsektor“, sagt Professor Justus Wesseler, der das EU-Forschungs­­projekt von Seiten der TU München koordiniert. Wichtiges Ziel ist es deshalb, Bauern- und Handelsverbände sowie politische Entscheidungs­träger der EU-Mitglied­staaten an den Ergebnissen des Forschungsprojekts frühzeitig zu betei­ligen. „Wie effizient und kostengünstig die europäischen Vorgaben zur Koexistenz ausge­staltet sind, ist nicht nur entscheidend für die Verbraucherpreise hierzulande, sondern auch für die Chancen europä­ischer Produkte auf den Weltmärkten“, so der Agrarökonom.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt mit dem Titel „Practical Implementation of Coexistence in Europe“ wird von der Europäischen Union mit rund 4 Millionen Euro gefördert. Die Projekt­partner sind: Technische Universität München, EU-Joint Research Center (Belgien), Julius-Kühn-Institut für Kulturpflanzen (Deutschland), Institut National de la Recherche Agronomique (Frankreich), Università Catolica del Sacro Cuore (Italien), Schenkelaars Biotechnology Consultancy (Niederlande), University of Agronomic Sciences and Veterinary Medicine (Rumänien), University of Reading (Vereinigtes Königreich), Czech University of Life Sciences Prague (Tschechische Republik), Fundació Mas Badia (Spanien), GeoSys (Frankreich), Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Instituto Politécnico de Santarém (Portugal), Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartment (Schweiz). (TUM)
Kommentieren Weiterleiten
Drucken
Schlagworte
Practical-Implementation-of-Coexistence-in-Europe Gentechnik Lebensmittelsicherheit Sicherheit Coexistenz

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Weitere Artikel zum Thema
10.05.2012
Verbraucherskandale führen zum Kauf von Markenprodukten
LebensmittelGöhren-Lebbin - Von Verbraucherskandalen profitieren in Deutschland die eingeführten, bekannten Marken.
05.05.2012
Branchentag zum Thema Lebensmittelsicherheit
LebensmittelsicherheitSchwerin/ Rostock - Lebensmittel sind eine Frage des Vertrauens: Auf dem Branchentag Ernährungswirtschaft am Mittwoch im Schloss Fleesensee im Kreis Mecklenburgische Seenplatte geht es um sichere Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion.
19.04.2012
Verbraucherschützer fordern staatliche Lebensmittelkennzeichnung
VerbraucherBerlin - Irreführende Verpackungen, unklare Regeln und ein Wirrwarr an Siegeln und Gütezeichen: Die Werbeversprechen von Lebensmittelherstellern halten der Überprüfung nach Angaben von Verbraucherschützern oft nicht stand.
05.04.2012
1.000 Kilogramm verdorbenes Fleisch in Fleischerei sichergestellt
DönerBöhlen/Borna - Lebensmittelkontrolleure haben bei einem Fleischereibetrieb im Landkreis Leipzig 1.000 Kilogramm verdorbenes Fleisch entdeckt.
22.03.2012
Experten: Auch preiswerte Lebensmittel sind sicher
Preiswerte LebensmittelNeubrandenburg - Mecklenburg-Vorpommerns Verbraucher können beruhigt auf preiswerte Lebensmittel zurückgreifen.
Alle Artikel zum Thema »
Sie befinden sich: Nachrichten » Wissenschaft » Gentechniknach oben
Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio-Landbau
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin-Splitter
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Premium-News
Archiv
RSS-Channel

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien

Warenterminmärkte
CBoT-Weizen
CBoT-Mais
MATIF-Weizen
MATIF-Raps
MATIF-Mais
EUREX-Schweine
EUREX-Ferkel

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote
Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Agrarstatistiken
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Symposien Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen Warenbörsen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps und Rübsen Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak
Tier: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel

Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion

Umfrage
Mediathek
Fotos
Videos
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt
Weitere Online-Angebote von Proplanta:
© proplanta 2006-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Suche starten
Klick für Seitenübersicht
Status:
Webseite:
E-Mail Empfänger:
Nachricht:
Eigene E-Mail:
Hinweis: Die Angabe der E-Mail-Adresse dient nur zum Versenden sowie dazu, den Empfänger zu informieren. Die Adressen werden nicht für Werbe- oder andere Zwecke verwendet.
Kopie zusenden