Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft

10.06.2019 | 04:42 | Aktueller Rat zum Pflanzenschutz 

Behandlungsmaßnahmen im Ackerbau sind zeitnah abzuschließen

Karlsruhe - Mit der Aussicht der Pflanzenschutzexperten H. Lindner und T. Bender können die Behandlungen in allen Getreidekulturen jetzt abgeschlossen werden.

Blattlaus-Extrembefall
Bild vergrößern
Blattlaus-Extrembefall (c) B. Bundschuh, LTZ Augustenberg
Getreide: Blattläuse und Getreidehähnchen spielen im Augenblick im Main-Tauber-Kreis eine untergeordnete Rolle. Nur ganz vereinzelt, meist in Waldnähe, wurde Besatzstärken im Bereich der Schadensschwelle festgestellt. Diese liegt beim Getreidehähnchen bei 20% geschädigter Blattfläche und bei Blattläusen bei 65% besiedelter Ähren und Fahnenblätter zum Ende der Blüte. Prophylaktische Behandlungen sind aus vielerlei Gründen nicht akzeptabel !


Winterweizen: Das Fusariumbefallsrisiko ist abhängig von der Vorfrucht (Mais!), der Art der Bodenbearbeitung (pfluglos!), der Regenmenge und Temperatur (>20°C) während der Blüte und der Sortenanfälligkeit.

In den frühen Lagen unserer Anbauregion haben die meisten Bestände bereits abgeblüht. Sofern es die letzten Tage nicht geregnet hat, sollte Fusariumbefall vor allem dort jetzt keine Rolle mehr spielen. Nur in Gebieten, wo nennenswerter Regen mit der Blüte (erste Staubbeutel sichtbar) zusammengefallen sind, könnte nach Mais eine Behandlung jetzt noch einen Sinn machen.

Anders in den späteren Höhenlagen. Dort muss die Blüte und das weitere Witterungsgeschehen noch abgewartet und erst dann entschieden werden ob eine Behandlung notwendig ist oder ob darauf verzichtet werden kann. Sofern die Maßnahme als abschließende Behandlung bereist vorgesehen ist, sollte diese zielgerichtet, d.h. zeitnah am Niederschlagsereignis und während der Blüte erfolgen.


Zuckerüben: Nach anfänglicher Zunahme des Blattlausbefalls hat dieser sich jetzt wieder beruhigt. Nicht zu vergessen: Mit 300 bis 500 g Bor/ha für eine ausreichende Düngung der Kultur sorgen.


Erbsen: Sofern kleinräumig der Erbsenabau die letzten Jahre eine Rolle gespielt und der Erbsenwickler bereits Probleme verursacht hat, sollte dieser Schädling heuer im Auge behalten werden. Im Gegensatz zu Tallagen wurde auf Höhenlagen ein starker Zuflug festgestellt. Der optimale Bekämpfungstermin liegt in der Zeit vom 7. bis 12. Juni.. Als Mittel kann beispielsweise Karate Zeon mit 75 ml/ha eingesetzt werden. Achtung: Zum Schutz der Bienen nur in den Abendstunden behandeln.

Auf Blattläuse im Vegetationspunkt muss in Erbsen wie auch in Ackerbohnen geachtet werden. Tipp: Mäßiger Befall könnte von den momentan schon umfangreich vorhandenen Nützlingen dezimiert werden.

(Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 07.06.2019)
ltz augustenberg
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Ackerbau: Kälteeinbruch stoppt Vegetationssprint

 Mechanische Unkrautbekämpfung in Mais

 Pflanzenschutzmittel: Zulassungsverlängerung Fungizid Infinito

 Wachstumsregler in Wintergerste so bald wie möglich

 Entwicklung von Mais sehr zögerlich

  Kommentierte Artikel

 Söder setzt sich gegen Verbrenner-Aus ab 2035 ein

 2023 war Jahr der Wetterextreme in Europa

 Wind- und Freiflächen-Solaranlagen: Niedersachsen führt Abgabe ein

 Keine Reduzierung beim Fleischkonsum durch Aufklärung

 Größter Solarpark von Rheinland-Pfalz eröffnet

 Gipfelerklärung der EU setzt auf Lockerungen für Landwirte

 Grundwasser in Bayern wird weniger

 Lindnerbräu - Hoch die Krüge!

 Mutmaßlicher Wolfsangriff - mehrere Schafe in Aurich getötet

 Weniger Schadholz - Holzeinschlag deutlich gesunken