Medien

8/9
Seite jetzt drucken | zurück zur Normalansicht
Sony Laptop (c) proplanta
Sonntag, 24.10.2021
Googeln (c) pathdoc - fotolia.com
Macht googeln wirklich dumm?

Wie das Internetportal gesundheitsstadt-berlin.de unter Berufung auf eine kanadische Studie kürzlich berichtete, mache die häufige Suchmaschinen-Nutzung denkfaul. Es bestünde gar ein Zusammenhang zwischen intensiver Smartphone-Nutzung und geringerer Intelligenz. Damit scheint wissenschaftlich bestätigt zu sein, was einige schon immer vermuteten - Googeln macht dumm. Doch sinkt tatsächlich der Intelligenzquotient mit jeder Google-Suche?

Die Unstatistik des Monats März 2015 hält dagegen - die Interpretation der Forschungsergebnisse sei schlichtweg falsch. „So gerne manche glauben möchten, dass das Smartphone denkfaul macht oder gar in die digitale Demenz treibt – die kanadische Studie zeigt das nicht“, schreiben die Unstatistiker.

Auch Smartphone-User können logisch denken

Die genauere Betrachtung ergibt: In der Internet-Studie wurden Erwachsene in Kanada befragt, ob sie ein Smartphone besitzen und wenn ja, wie viel Zeit sie damit in Suchmaschinen wie Google, in sozialen Netzwerken wie Facebook und mit Entertainment-Apps wie Videospielen verbringen. Zudem mussten die Teilnehmer logische Denkaufgaben lösen. Das Ergebnis: Im logischen Denken bestand kein Unterschied zwischen jenen, die ein Smartphone besaßen, und jenen, die keines hatten; kein Unterschied zwischen jenen, die mit ihrem Smartphone viel Zeit in sozialen Netzwerken verbrachten, und jenen, die das nicht taten; und auch kein Unterschied zwischen jenen, die viel Zeit mit Entertainment-Apps wie Videospielen verbrachten, und jenen, die das nicht taten. Nur wer mehr Zeit mit Suchmaschinen verbrachte, zeigte niedrigere Leistungen bei den Denkaufgaben.

Verwechslung von Korrelation und Kausalität

Macht also der ausgiebige Einsatz von Suchmaschinen denkfaul oder gar weniger intelligent? Nein, hier liegt ein klassischer Denkfehler vor: aus einer Korrelation kann man nicht auf Kausalität (auf die Ursache) schließen – aus dem Umstand, dass die Geburtenrate dort höher ist, wo es mehr Störche gibt, folgt eben nicht, dass die Kinder vom Storch gebracht werden. Ebenso wenig kann man aus dieser Studie schließen, dass der intensive Einsatz von Suchmaschinen auf dem Smartphone die logischen Denkleistungen beeinträchtigt oder dass man logischer denkt, wenn man weniger oft sucht. Vielleicht verläuft die Kausalrichtung genau anders herum: Insbesondere Denkfaule oder Personen mit einer geringeren Allgemeinbildung greifen eher auf Suchmaschinen zurück.

Ohne Smartphone nicht klüger

Dass die vermutete ursächliche Beziehung sogar eher unwahrscheinlich ist, ergibt sich aus einem anderen Ergebnis der Studie. Wenn Googeln mit dem Smartphone das logische Denken schwächen würde, dann müssten jene Erwachsene, die kein Smartphone besitzen, die besten Leistungen erzielen. Aber diese Gruppe unterscheidet sich überhaupt nicht von den anderen.

Im Gegensatz zur Presse sind die Autoren der Studie vorsichtiger mit kausalen Behauptungen; sie wissen nicht, wie der Zusammenhang zu deuten ist. Die wirkliche Erkenntnis ist vielleicht eine andere: Man braucht kein Smartphone, um denkfaul zu werden – die Verwechslung von Korrelation mit Kausalität in der Berichterstattung ist das beste Beispiel.

Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter http://www.unstatistik.de/.

Artikel kommentieren
Proplanta modernisiert Internetpräsenz und bietet mobile Webseite

Übersichtlicher und informativer präsentiert sich seit Anfang April 2015 der Internetauftritt des Agrar-Informationszentrums www.proplanta.de.
Besucher profitieren von zahlreichen Neuerungen und einer optimierten Benutzerführung. Das erleichtert die Suche nach Fachwissen, auf dem inzwischen über 27 Millionen Webseiten umfassenden und meistbesuchten Agrarportal in Deutschland.

Darüber hinaus ist seit Mai unter http://m.proplanta.de eine optimierte, mobile Webseite verfügbar. Diese versorgt Sie auch unterwegs schnell und kompakt mit den aktuellsten Jobangeboten, Agrarnachrichten und Agrarwettervorhersagen. Falls Sie eine bestimmte Agraradresse suchen, hilft Ihnen außerdem der Agrifinder weiter. (proplanta)
 

Proplanta - Mobile Website
Artikel kommentieren
Tipps & Tricks für mehr Selbstsicherheit (c) Alexander Stern Buch-Tipp: Selbstbewusstsein kann man lernen

Die dümmsten Mitmenschen haben auch oft das größte Ego. Auf der anderen Seite zweifeln viele intelligente und begabte Menschen ständig an ihren Fähigkeiten. Während die einen vor Selbstbewusstsein strotzen, grübeln die anderen darüber nach, ob sie einer Herausforderung gewachsen sind und ob andere Menschen sie mögen, oder nicht. Und die Selbstbewussten sind damit auch noch erfolgreich! Sie bekommen den Posten oder die Gehaltserhöhung, die eigentlich Ihnen zustehen würde. Selbst im Privatleben haben selbstbewusste Menschen viele Vorteile. Sie bekommen häufiger den Partner, den sie sich wünschen, haben mehr Freunde und sind insgesamt glücklicher.

In diesem Buch finden Sie wertvolle Tipps für ein besseres Selbstbewusstsein, die sich schon bei vielen Menschen bewährt haben:

+ Wie man sofort selbstbewusst wirkt
+ Wie man selbstbewusst wird, indem man sich selbstbewusst verhält
+ Wie man selbst gesteckte Ziele erreicht
+ Wie man durch die richtige Körpersprache selbstbewusst wirkt und selbstbewusst wird
+ Wie man beim Small Talk selbstbewusst auftritt
+ Wie man selbstbewusst eine Rede, einen Vortrag oder ein Referat hält
+ Wie man mit Schlagfertigkeit selbstbewusster auftritt
+ Wie man schlagfertig auf dumme Sprüche reagiert
+ Wie man selbstbewusst auf Kritik und Angriffe reagiert
+ Wie man den Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiungen für sich nutzt

Mehr Infos