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Mein Praxissemester in Norwegen | Auslandserfahrungen im Agrarbereich

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Mein Praxissemester in Norwegen
Map-Nr.:

15650

Titel:

Mein Praxissemester in Norwegen

Beschreibung:

Ab in den Norden - Praktikum in Norwegen

Hallo, mein Name ist Maraike und ich studiere an der FH Kiel Agrarwirtschaft. Im Rahmen meines Studiums stand für 2012 ein Praxissemester auf dem Programm. Man konnte zwischen einem Praktikum  im vor- oder nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft wählen oder einem Auslandspraktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Da ich bereits eine Ausbildung zur Landwirtschaftlich-technischen Laborantin gemacht habe und einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet habe, wollte ich die Chance für einen  Auslandsaufenthalt nutzen. Viele meiner Kommilitonen planten ein Praktikum in den USA, Australien oder Neuseeland. Das hörte sich wirklich verlockend an, aber  allein der Flug kostet schon so viel Geld.

Doch welches Land sollte man wählen?  Um die Frage zu klären, habe ich mich an den Deutschen Bauernverband gewandt, der ein Praktikumsaustausch-Programm anbietet. Dort bekam ich die Auskunft, dass sie mir ein Praktikum auf landwirtschaftlichen Betrieben in Irland oder Norwegen vermitteln könnten. Nach Norwegen wollte ich schon immer einmal, deshalb war die Wahl nicht schwer.

Nachdem ich alle nötigen Papiere eingereicht hatte, dauerte es gar nicht lange, und es meldeten sich gleich zwei Betriebe bei mir. Der erste Betrieb lag in West-Norwegen, noch nördlich von Bergen, direkt an den Fjorden.  Dieser Betrieb  war sehr klein und hatte nur 20 Milchkühe plus Bullen und Nachzucht und 230 Dekar = 23 ha Grünland. Der andere Betrieb lag in der Mitte Norwegens. Hier wurden 60 Kühe mit einem Melkroboter gemolken. Jetzt hatte ich wieder die Qual der Wahl. Eigentlich hätte ich gerne auf beiden Betrieben einige Zeit gearbeitet, aber diese Möglichkeit bestand leider nicht.  Da ich auf alle Fälle erst einmal selbst melken wollte,  bevor ich einen  Melkroboter nutze, habe ich mich für das erste Angebot entschieden.

Im Juli dieses Jahres ging die Reise los. Zuerst mit der Fähre von Kiel nach Oslo und dann weiter mit dem Auto 698 km nach Norden durch die fantastische Landschaft Norwegens nach Hildre. Dort hatte ich die erste größere Herausforderung zu bestehen. In dieser Gegend gibt es keine Straßennamen und Hausnummern. Es war deshalb gar nicht so einfach den Betrieb zu finden und es war mittlerweile schon später Abend. Als ich einen Hof wieder verlassen wollte, weil ich glaubte, dass ich mich geirrt hätte, wurde ich glücklicherweise wieder „eingefangen“  und sehr herzlich von der ganzen Familie begrüßt.

Was ich nicht wusste  war, dass der Chef des Hofes an diesem Tag Geburtstag  hatte und deshalb alle eingeladen hatte. Obwohl es schon sehr spät war, haben wir uns an diesem Abend noch lange unterhalten und mein mitgebrachtes Bier getestet. Da es nicht richtig dunkel wurde, habe ich gar nicht gemerkt, wie spät es eigentlich war.

Ich fühlte mich auf diesem Bauernhof wie in frühere Zeiten versetzt. Er war kleiner als ich gedacht hatte. Die 16 Kühe wurden mit 3 Melkgeschirren und einer Rohrmelkanlage gemolken. Außerdem hatte der Betrieb noch 12 Färsen, 3 Kälber und 12 Bullen. Bei den Tieren handelte es sich um Norwegisches Fleckvieh, die der Milch- und Fleischproduktion dient.  Die Kühe wurden mit Grassilage und 6–9 kg Kraftfutter gefüttert. Die Ration der Kühe an Kraftfutter wurde für jedes Einzeltier anhand der Daten von Milchleistung, Laktationsstadium, so wie die Qualität der Grassilage tierindividuell berechnet.

Die Daten hierfür werden in einer internationalen Datenbank gespeichert, worauf die Futtermittelberater der Molkerei (Tine) zugreifen können. Die Grassilage wurde mittels eines Siloverteilers vorgelegt, der mit einem Siloballen gefüllt werden konnte. Bei dem Kraftfutter handelte es sich um ein Komplettfutter in Pellets, das neben Eiweiß und anderen Energielieferanten auch Mineralstoffe enthielt. Die Fütterung mit Kraftfutter  erfolgte morgens vor dem Melken und abends vor dem Melken. Die Silage wurde dreimal am Tag neu vorgelegt,  morgens und abends nach dem Melken, sowie am Mittag.

Die Bullen wurden auf Vollspalten, jeweils zu 4 Tieren in einer Box gehalten und mit Grassilage und 3kg Kraftfutter/Tag ebenfalls dreimal am Tag gemästet. Die Kälber hatten Einzelboxen mit Spaltenboden. In den ersten 4 Tagen wurden sie mit Kolostrum getränkt und anschließend die nächsten 2 Monate dreimal am Tag mit jeweils 2l Vollmilch. Nach den ersten 2 Wochen wurden ihnen Wasser und Kälbermüsli frei zugänglich zur Verfügung gestellt.

Ab der 4. Woche kam dann noch Grassilage dazu. Die Färsen liefen den ganzen  Sommer auf der Weide, aber im Winter waren sie in einem alten Stall untergebracht, der so eng war, dass sie nur per Hand mit Grassilage gefüttert werden konnten. Im Sommer  mussten die Tiere regelmäßig auf den Grasflächen umgetrieben werden. Im Herbst erfolgte der Transport zum Stall in einer Transportvorrichtung mit jeweils einem Tier zurzeit. Hierfür mussten diese allerdings erst einmal eingefangen werden, was nicht immer ganz einfach war und doch so einige Überredungskünste (Kraftfutter) von uns abverlangte.

Ungefähr 16ha des Graslandes wurden für die Grassilageproduktion genutzt. Der erste Schnitt erfolgte Mitte Mai und der zweite Mitte Juli. Danach wurden die Felder von den Kühen und Jungtieren beweidet.  Das Gras wurde mit einem Balkenmähwerk gemäht. Ein Teil dieses Grases wurde ohne vorheriges Anwelken aufgrund des unbeständigen Wetters mittels eines Anbauhäckslers auf einen Silowagen befördert und zum Hof transportiert. Dort wurde es im Silovorraum abgeladen und mithilfe einer elektrischen Greifzange in ein Rundsilo gefüllt und dann mittels Forke per Hand verteilt. Der andere Teil wurde mit einer Graspresse zu Ballen gepresst und anschließend in Folie verpackt. Die Ernte dauerte circa eine Woche. In einem Rundsilo ist genug Futter für 3-4 Monate.

Die Milchkühe gaben durchschnittlich 8700l/pro Kuh und Jahr. Es handelte sich überwiegend um junge Tieren mit nur ein bis zwei Kalbungen. Die Besamung der Färsen übernahm teilweise ein eigener Bulle, während die Kühe mittels künstlicher Besamung vom Tierarzt besamt werden.

Die Arbeit während meines Betriebspraktikums war sehr vielseitig. Ich habe gemolken, Melkgeschirre gereinigt, Geburtshilfe geleistet, gefüttert,  Stall gemistet, bei der Ernte geholfen, Tiere getrieben, Zäune gesetzt,  Holz gehackt, Haus gestrichen, im Haushalt geholfen…

Es blieb dabei noch genügend Zeit, mit einer anderen deutschen Praktikantin von einem benachbarten Hof wunderschöne Ausflüge in die Umgebung zu machen.

Schlagworte
Auslandsaufenthalt Praktikum Agrarpraktikum Norwegen
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