Freitag, 07.10.2022 | 18:02:24
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft

Reisanbau und der Treibhauseffekt

Reisanbau und der Treibhauseffekt | WIssenswertes | proplanta.de
Methangas ist nach Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid das stärkste Treibhausgas und hat daher einen wichtigen Einfluss auf unser Klima. Es ist bezüglich des Treibhauseffektes etwa 20mal effektiver als Kohlenstoffdioxid. Die jährliche Gesamtemission von Methan weltweit wird auf 270 - 970 Teragramm (Tg) geschätzt, wobei der wahrscheinlichste Wert bei 500 Tg liegt. Durch Isotopenmessungen wurde herausgefunden, dass 70 - 80 % des in der Atmosphäre enthaltenen CH4 biogenen Ursprungs (u.a. Feuchtgebiete, Wildtiere) sind. Anthropogene Quellen sind in vor allem die Viehhaltung (Wiederkäuer), die Nutzung fossiler Rohstoffe, Mülldeponien und die Biomasseverbrennung und der (Nass-)Reisanbau.

Durch die Ausdehnung der mit Nassreisanbau bewirtschafteten Flächen und der Verwendung neuer Kulturmethoden sind Reisfelder zu einer der wichtigsten anthropogenen Quellen für atmosphärisches CH4 geworden. Die gefluteten Reisfelder tragen bisher mit 20-100 Tg CH4 pro Jahr bis zu 25 % zur globalen Methanemission bei. Aufgrund der in den unterschiedlichen Anbauregionen verwendeten verschiedenen Böden, Reissorten und landwirtschaftlichen Praktiken zeigen lokale Messungen von CH4-Emissionen jedoch eine große Bandbreite von Werten. Dies macht globale Schätzungen der Quellenstärke von Reisfeldern sehr schwierig und somit relativ ungenau.

Wie kommt es zu der Methanbildung im Nassreisanbau?


Aufgrund der Überflutung der Felder kommt es rasch zu einer Limitierung der Sauerstoffdiffusion in den Boden und somit zur Entstehung anoxischer Bedingungen. Nach dem Verbrauch des restlichen Sauerstoffs durch aerobe Mikroorganismen werden so genannte alternative terminale Elektronenakzeptoren in einer spezifischen Reihenfolge durch bestimmte Bakteriengruppen reduziert (Nitrat > Mangan > Eisen(III) > Sulfat). Hierdurch kommt es zu einer Absenkung des Redoxpotentials im gefluteten Boden, bis schließlich nach dem überwiegenden Verbrauch dieser Verbindungen Methan-Bildung stattfinden kann.

Gleichwohl gibt es verschiedene Möglichkeiten die Methanemission zu reduzieren. Das in den unter Wasser stehenden Reisfeldern entstehende Methan kann durch Änderungen in der Bewässerung und durch Düngung erheblich reduziert werden. Rund 50 % der gesamten Reisanbauflächen werden bewässert. Die heutigen Reisbauern können die Be- und Entwässerung ihrer Reisfelder in nur etwa einem Drittel der weltweit zum Reisanbau genutzten Flächen regeln, und ständig unter Wasser stehende Systeme geben mehr Methan ab. Jüngste Versuche zeigen, dass die Entwässerung eines Feldes zu bestimmten Zeiten des Wachstumszyklus die Methanemissionen um bis zu 50 % verringert, ohne den Reisertrag zu schmälern. Eine Reduktion der Methan-Emission könnte auch durch die Auswahl entsprechender Reissorten erreicht werden, da diese durchaus unterschiedliches Emissionsverhalten zeigen.
Wichtige Quellen und Senken für atmosphärisches MethanBild vergrößern
Wichtige Quellen und Senken für atmosphärisches Methan.

Proplanta online mit Werbung und Cookies nutzen

Wir und unsere Partner nutzen Tracking (insb. Cookies), um unsere Webseiten für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, sowie zur Ausspielung von News, Artikeln, Informationen und Anzeigen.

  • Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen
    • Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Geräte-Kennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.
  • Datenübermittlung an Partner in den USA (Drittstaatentransfer)
    • Durch das Klicken des „Zustimmen“-Buttons willigen Sie gem. Art. 49 Abs. 1 DSGVO ein, dass auch Anbieter in den USA Ihre Daten verarbeiten. In diesem Fall ist es möglich, dass die übermittelten Daten durch lokale Behörden verarbeitet werden.
  • Einbindung von externen Multimedia-Inhalten
    • Für eine umfassendere Informationsdarstellung nutzen wir auf unseren Websites Inhalte von Dritten, wie z.B. Social Media- oder Video-Plattformen, angezeigt. Dabei werden durch diese Dritten, die auch zu den oben genannten Partnern zählen, Daten verarbeitet.
  • Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen
    • Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.
  • Genaue Standortdaten verwenden
    • Ihre genauen Standortdaten können für einen oder mehrere Verarbeitungszwecke genutzt werden. Das bedeutet, dass Ihr Standort bis auf wenige Meter präzise bestimmt werden kann.
Mit Abo nutzen Nutzen Sie proplanta.de ohne Tracking, externe Banner- und Videowerbung für 4,95 € / Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Abo finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und in den FAQ.