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11.11.2013 | 09:28 | Grüne Gentechnik 
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Ärztekammer warnt vor Genmais-Folgen auf den Menschen

Wien - Die Wiener Ärztekammer warnt vor möglichen Gefahren, die von genetisch veränderten Organismen ausgehen könnten.

Genmais
(c) proplanta

Deren Auswirkungen auf Nützlinge und gefütterte Tiere und damit auch auf den Menschen seien nach wie vor nicht wirklich abschätzbar, betont der Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien, Piero Lercher. Aktueller Anlass ist die geplante Freisetzung einer transgenen Maissorte, die unter anderem ein Insektengift produziert.

Gentechnik in der Landwirtschaft überschreitet im Unterschied zu traditionellen Züchtungen die natürlichen Artgrenzen, indem bestimmte Gene aus anderen Organismen in das jeweilige Genom eingeschleust werden. Gelangen solche genetisch veränderte Organismen in die freie Natur, sind sie kaum kontrollier- und auch nicht rückholbar. „Sie stellen damit ein erhebliches Risiko für das biologische Gleichgewicht der Natur dar“, warnt Lercher.

Ungeklärt sind auch ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Studienergebnisse liegen kaum vor - und schon gar keine Langzeitdaten, weshalb für Lercher „das Vorsorgeprinzip zu gelten hat“.

Derzeit geltende Rechtsunsicherheiten dürften nicht Anlass für unüberlegte Entscheidungen sein. Lercher: „Kaum jemand weiß beispielsweise, dass die EU-Kommission dazu verpflichtet werden kann, eine Zulassung zu gewähren, wenn sich im Rat keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen die Zulassung findet.“ Das Recht auf Gesundheit und nachhaltige Integrität müsse im Sinne einer Generationenverantwortung aber höher stehen.

Auch die Tatsache, dass, wie im aktuellen Fall der Zulassung der transgenen Maissorte „Mais 1507“ des Agrarkonzerns Pioneer Hi-Bred International, die Entscheidung von der Europäischen Kommission dem Ministerrat weitergereicht wurde, zeige, dass eine Entscheidungsunsicherheit vorherrsche, da etwaige Folgen für Umwelt und Gesundheit bis dato nicht abgeschätzt werden könnten.

Die Wiener Ärztekammer fordert daher:



1. Es sind vergleichende Langzeitanalysen (mindestens über einen Zeitraum von 30 Jahren) hinsichtlich der nutritiven (die Ernährung betreffenden, Anm.), anti-nutritiven, toxischen und allergenen Inhaltsstoffe durchzuführen, um mögliche, durch die genetische Modifikation ausgelöste, unbeabsichtigte Veränderungen feststellen zu können.

2. Forschungsarbeiten mit genetisch veränderten Organismen sowohl in der Pflanzenzucht als auch zur Entwicklung neuartiger Wirkstoffe dürfen ausschließlich in hermetisch abgeriegelten Forschungseinrichtungen durchgeführt werden. Eine Freisetzung transgener Sorten und Arten in die freie Natur ist weiterhin strikt abzulehnen, da die Folgen weder abgeschätzt noch rückgängig gemacht werden können.

3. Die Notwendigkeit, neue transgene Sorten zuzulassen (beispielsweise eine neue Maissorte), muss wirtschaftlich und wissenschaftlich untermauert werden und bedarf einer breiten Zustimmung der Mehrheit der Konsumenten.

4. Bei in den Zulassungs- und Entscheidungsprozess involvierten Personen und Institutionen soll das bisher geltende Verbot der Freisetzung von transgenen Sorten beibehalten werden.

5. Es muss klar definiert werden, wer die Haftung für etwaige Schäden und direkte und indirekte gesundheitliche Folgen durch freigesetzte genmanipulierte Organismen übernimmt. (ots)
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Kommentare 
Heinz-Josef Hirsch schrieb am 08.12.2013 18:57 Uhrzustimmen(104) widersprechen(134)
Ich habe mal eine einfache Gegenfrage an die Kommentatoren, die meinen gentechnisch gezüchtete Pflanzen seien generell nicht sicher: Woher wissen Sie eigentlich, ob der herkömmlich gezüchtete Mais, der Kohl oder die Äpfel, die Sie auf dem Markt oder im Supermarkt gekauft haben „sicher“ sind. Wer hat z.B. die Sorten, die Sie sich dort ausgesucht haben, getestet? Woher wissen Sie, dass gerade diese nicht aus einer Mutagenese-Züchtung stammen, wo es am Beginn des Züchtungsverlaufs an tausenden, ja sogar zehntausenden Stellen im Erbgut zu Veränderungen gekommen ist? Wenn Sie jetzt meinen, Mutationen seinen „natürlich“ dann stimmt das. Aber Mutationen an tausenden von Stellen? Wo bitte kommt es in der Natur zu so einer extrem hohen Mutationsrate? Zeigen Sie mir auf dem Weltatlas doch bitte mal diese Stelle. Als Molekularbiologe mit ein bisschen Kenntnis, könnte ich jetzt noch erwähnen, dass Mutationen zur Bildung neuer Peptide, also kleiner Eiweißmoleküle führen können, die vorher noch nie von einer Kulturpflanze gebildet wurden. Peptide sind meist harmlos, können aber manchmal auch äußerst giftig sein. Beispiele für natürliche giftige Peptide können Sie ganz leicht im Internet finden: Googlen Sie einfach mal „toxische Peptide“ . Wieso können Sie also vollkommen sicher sein, dass der Mais, die Birne und die Orange nicht aus so einer Sorte stammen, bei deren Züchtung zufällig so ein völlig neues giftiges Peptid aufgetreten ist. Sie meinen, die Sorte sei daraufhin untersucht worden? Pech für Sie! Das Peptid ist ja noch keinem bekannt. Es würde nur auffallen, wenn beim Verzehr plötzlich reihenweise Leute auffällige Beschwerden kriegen oder umfallen. Was aber, wenn man am Anfang gar nichts merkt und der Effekt erst nach vielen Jahren auftritt? Sie meinen, jetzt mache ich das Gleiche wie die Gentechnik-Gegner, nämlich abstruse Behauptungen aufstellen? Oh nein. Um zu verstehen, wie es spontan zu solchen Peptiden kommen kann, muss man nur etwas von molekularer Genetik verstehen. Hier ein kleiner Hinweis: Googlen sie mal „Leserasterverschiebung“. Aber es gibt es auch noch andere Möglichkeiten, wie so was zustande kommen kann. Und glauben Sie ja nicht, dass so was - wenn auch vielleicht seltener - nicht auch bei „Ökosorten“ vorkommen könnte. Na, sind Sie immer noch so absolut sicher, dass Sie die richtigen Sorten ausgesucht haben?
Eichhörnchen schrieb am 14.11.2013 20:08 Uhrzustimmen(108) widersprechen(94)
ich finde es erschreckend, dass die EU dann einfach die Entscheidung fällt, den genveränderten Mais zu importieren.
nike schrieb am 12.11.2013 07:20 Uhrzustimmen(103) widersprechen(155)
Es geht den Konzernen um Macht. . S8ie wollen das Monopol. Es ist heutzutage schon verboten Urweizen , der z.B.von Demeterbauern angebaut wird und der keinerlei Sprtzmittel braucht, da er resistent ist zu verkaufen.monsanto, Bayer und Co.sind profitorientiert.da die EU von Lobbyisten regiert wird, werden sie den Zuschlag erhalten und die Artenvielfalt wird eingeschränkt werden.
nietz schrieb am 11.11.2013 11:20 Uhrzustimmen(106) widersprechen(87)
Endlich sagt jemand professionellen das, was ich als einfacher Laie fordere. Es darf nicht passieren, dass aus wirtschaftlichen Interessen solche Gentechnik-Verfahren erlaubt werden. Das ist ein Wahnsinn der Industrie und völlige Ignoran mancher Politiker. Jeder der sich mit der Evolutionstheorie auskennt der weiß welche Folgen das annährend haben kann/wird. Und um kurz auf ein paar Insektenarten zu kommen. Der Mais produziert Insektengifte, immer. Entweder die jeweiligen Insekten sterben irgendwann aus oder passen sich an. Wer die Artenvielfalt unterstützen will, der sollte die Gentechnik (in meinem Augen) abschreiben. Und 30 Jahre erforschen bevor es zugelassen werden kann, halte ich für sehr realistisch. Ich würde selbst *offene* Anbaugebiete untersagen und Forschungsarbeit nur im geschlossen Raum erlauben.
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