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08.01.2020 | 10:47 | Kaufentscheidungen 
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Lebensmittelpreise keine Orientierung für Qualität

Berlin - In der Debatte über umstrittene Billigangebote für Lebensmittel fordern die Verbraucherzentralen mehr Informationen für Kaufentscheidungen im Supermarkt.

Kaufentscheidungen Supermarkt
Was können Supermarktkunden tun, damit mehr Lebensmittel schonender produziert werden? Weniger zu Schnäppchen greifen, appellieren Bauern und Politik. Verbraucherschützer warnen, so einfach sei das nicht. (c) proplanta

«Der Preis ist keine Orientierung für Qualität», sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Es stimme nicht mehr, dass teure Lebensmittel automatisch gut seien und preiswerte automatisch schlecht. Nötig sei, Verbrauchern das Leben zu erleichtern, sie nicht für dumm zu verkaufen und deutlich zu machen, wo es unterschiedliche Produkt- und Prozessqualitäten gebe.

«Dann werden wir auch eine ausdifferenzierte Zahlungsbereitschaft erleben.» Der Lebensmittelhandel wies Kritik zurück und betonte, unterschiedliche Qualität sei bereits erkennbar.

Zu Lockpreisen etwa für Fleisch ist ein Treffen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Handelsunternehmen geplant - einen Termin gibt es noch nicht. Mehr Wertschätzung für Lebensmittel ist auch ein Thema bei der Agrar- und Ernährungsmesse Grüne Woche (17. bis 26. Januar) in Berlin. Hintergrund ist, dass sich viele Verbraucher in Umfragen für mehr Umwelt- und Tierschutz aussprechen. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Bauernvertreter weisen aber darauf hin, dass Investitionen dafür finanziert werden müssten. Sie rufen Verbraucher daher auch dazu auf, nicht nur Billigangebote zu kaufen.

Verbraucherschützer Müller kritisierte: «Wenn jahrzehntelang der Handel, aber auch viele Landwirtschaftsfunktionäre gesagt haben, jedes Stück Fleisch, jedes Obst und Gemüse ist gleich gut, dann haben sie Verbrauchern einen Sinn und auch eine Zahlungsbereitschaft für unterschiedliche Qualitäten aberzogen.» Zudem halte der Markt in seiner Anonymität keine Informationen bereit, wie gut ein Tier gelebt habe oder mit wie viel Pflanzenschutzmitteln Getreide angebaut worden sei. Man müsse aber beispielsweise erkennen, ob Obst und Gemüse verlässlich aus der Region kommen. Sinnvoll sei auch das geplante staatliche Tierwohl-Kennzeichen für Fleisch aus besserer Tierhaltung.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Lebensmittel, Franz-Martin Rausch, sagte der dpa: «Die Kunden können sich sehr wohl über die unterschiedlichen Qualitäten und Produktionsweisen von Lebensmitteln informieren.» Gerade beim Tierwohl habe der Handel mit einer Haltungskennzeichnung für Fleisch bewiesen, wie man einfach und wirksam über verschiedene Haltungsformen informieren und Kunden eine Orientierungshilfe beim Einkauf geben könne. Für regionale Produkte gebe es die «Regionalfenster»-Kennzeichnung, die breit genutzt werde.

«Dass der Preis keine Orientierung mehr für Qualität sein soll, stimmt nicht.» Der Mehraufwand, der etwa in ökologisch erzeugten Lebensmitteln stecke, spiegele sich sehr wohl auch im Preis wider.

Vzbv-Chef Müller mahnte, man könne auch nur dann höhere Preise durchsetzen, wenn die Landwirtschaft bessere Qualität liefere. Dies betreffe etwa sauberes Trinkwasser, Artenvielfalt und Klimaschutz. Er betonte zugleich: «Die Preise für Lebensmittel haben gerade in Deutschland in den letzten Jahrzehnten ganz stark dazu beigetragen, dass das Leben für viele Menschen mit kleinem Geldbeutel bezahlbar geblieben ist.» Dafür gebühre auch den Bauern Anerkennung und Dank. Diese «soziale Dimension» dürfe man bei allem Verständnis für die Landwirte nicht aus dem Blick lassen.
dpa
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Kommentare 
EU-Bauer Klaus1618 schrieb am 09.01.2020 11:03 Uhrzustimmen(7) widersprechen(2)
Medial tönt ein oberster Verbraucherschützer, Herr Klaus Müller, seines Zeichens Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, im O-TON: „Der Preis für Lebensmittel ist keine Orientierung für Qualität. Es stimme nicht mehr, dass teure Lebensmittel automatisch gut seien und preiswerte -Anmerkung Unterfertigter: insbesondere die Billigsten- automatisch schlecht sind. Man sollte die Verbraucher nicht für dumm erklären.“

Gleichzeitig fordert er ganz unverfroren, die Bauern haben jetzt bessere Qualitäten zu liefern im Sinne eines vom Bauernstand zu garantierenden(!) sauberen Trinkwassers, Artenvielfalt und Klimaschutz. - Somit erwartet er unumwunden von uns Bauern eine ganz selbstverständliche Quadratur des Kreises, insbesondere von jenen rund 40.000 Betrieben, die derzeit die Massen produzieren u. mit ihren Dieselrössern auf unseren Straßen protestieren. Nur die Bauern können nach seiner Ansicht sicherstellen, dass alle Bürger -auch jene mit kleinem Geldbeutel, eine beeindruckende Mehrheit von immerhin weit mehr als 60% Bevölkerungsanteil- mit bezahlbaren Lebensmitteln allererster Güte versorgt werden.

Kein Mensch macht sich gegenwärtig glaubhaft Gedanken darüber, wie sauberes Trinkwasser, Artenvielfalt und Klimaschutz auf unseren Höfen funktionieren kann, wo eine dortige Ökologie mit einer gelingenden Ökonomie, auch im Sinne der jeweiligen Flächeneigentümer, die nicht mehr selbst bewirtschaften, zu vereinen wäre. Der signalisierte „gute Wille“ der Agrarwirtschaft, von Politik, Wissenschaft und Verbänden, endet glasklar bereits am Ackerrand, vor unseren Stalltüren. Hernach setzt sich schlagartig in altgewohnter Manier krass gegensätzlich jenes Anspruchsdenken durch, um unsere Bauernprodukte kaufen zu wollen.

Auch LsV (Land schafft Verbindung - die Bauern) krakeelt leider nur auf unseren Straßen, fordert, ohne zielführende Ideen und Anregungen liefern zu können.

Wer tatsächlich Getreide mit Insekten- und Artenvielfalt auf unseren Äckern produziert, der allseits eingeforderten Vielfalt von Flora und Fauna, kollidiert u.a. ganz fürchterlich mit unseren „EINHEITSBEDINGUNGEN des DEUTSCHEN GETREIDEHANDELS“. - Sehr viele Beteiligte sind demnach JETZT(!) nachhaltig gefordert, diesen Dissens von Anspruch und geforderter Realität endlich harmonisch in Einklang zu bringen. Wird „sauberes Trinkwasser, Insektenvielfalt und Klimaschutz“ aktuell nämlich von uns unseren Hängern in der Ernte im Sinne des Wortes in die Gossen gekippt, wird man schlagartig eines Besseren belehrt, dass dies keine Nahrungsmittel mehr seien - nahezu wertlos mithin!

Weder Wissenschaft, noch Politik, noch Verbände, liefern uns Bauern hierzu aufschlussreich brauchbare Antworten! - Aber WIR BAUERN müssen liefern...
JHB schrieb am 09.01.2020 08:38 Uhrzustimmen(4) widersprechen(2)
Leider ist es häufig dennoch so. Ein alter Spruch lautet "Alles was gut ist ist auch teuer, aber nicht alles was teuer ist ist auch gut." Und das stimmt...bestes Beispiel ist die Milch. Warum kostet 1 Liter konventionelle Markenmilch (z.B. die mit dem Bären) genauso viel wie die Biomilch, obwohl der konventionelle Landwirt nur 1 Cent Zuschlag bekommt und der Biolandwirt ca. 20 Cent. Da geht der Preisunterschied wohl irgendwo auf dem Weg zum Erzeuger verloren (# Marketing) und für 1 Cent mehr kann da kein wesentlicher Unterschied gegenüber der "normalen" Milch sein. In vielen anderen Bereichen wird ebenfalls nur durch eine bunte Verpackung suggeriert, dass es sich um ein besseres Produkt handeln soll (#Leitungswasser aus Frankreich). Man kann noch so ein hochwertiges und tolles Produkt haben, wenn die Verpackung und das damit übermittelte Gefühl nicht mindestens genauso toll sind, dann bringt es nicht viel. Und umgekehrt funktioniert das auch.
Allerdings kann der Verbraucher das alles auch kaum noch überblicken...
Thomas Werner schrieb am 08.01.2020 18:50 Uhrzustimmen(2) widersprechen(1)
Die Zeit ist längst gekommen, Ernährung und als Pflichtfach an jeder Schule zu integrieren. Und bis da eine neue Generation von Konsumenten herangewachsen ist, sollten wir den Einkäufern des Einzelhandels den Kopf waschen. Ich bin gerne dabei !
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