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18.04.2021 | 09:00 | Tierschutz 
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Neuseeland verbietet Lebendtierexporte

Wellington - Nach einer Übergangszeit von zwei Jahren wird Neuseeland den Lebendexport von Nutztieren per Schiff ab 2023 komplett verbieten.

Tiertransport per Schiff?
Ab 2023 wird die Ausfuhr von Tieren über den Seeweg komplett untersagt - Dies trifft vor allem den zuletzt gestiegenen Export von Kühen und Färsen nach China. (c) xpix - fotolia.com

„Im Mittelpunkt unserer Entscheidung steht die Wahrung des Rufs Neuseelands als Nation für hohe Tierschutzstandards. Wir müssen in einer Welt, in der der Tierschutz zunehmend unter die Lupe genommen wird, immer einen Schritt voraus sein“, erklärte Landwirtschaftsminister Damien O’Connor am Mittwoch (14.4.).

Nach dem Untergang des Tiertransportschiffes „Gulf Livestock 1“ auf dem Weg nach China im September 2020, bei dem rund 5.800 Kühe und 41 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen, wurde eine Überprüfung der Lebendausfuhr eingeleitet, deren Ergebnis nun das Auslaufen dieses Transports ist. Betroffen davon sind die Exporte von Färsen und Nutzkühen, die vor allem nach China geliefert werden. Die Lebendausfuhr von Schafen, Ziegen und Schlachtrindern ist bereits untersagt.

Nutz- und Zuchttiere könnten zwar noch auf dem Luftweg transportiert werden, doch rechnet sich das in der Regel nicht. O’Connor betonte, dass in den letzten Jahren Tierschutzverbesserungen beim Seetransport erreicht worden seien, doch blieben die langen Reisezeiten und die mangelnde Kontrolle des Tierwohls im Zielland ein Problem. Neuseeland habe die Möglichkeit, den Handel mit Genetik und Sperma anzukurbeln.

„Diese Entscheidung wird einige Landwirte, Exporteure und Importeure hart treffen“, räumte der Minister ein. Doch machten die Lebendexporte nur 0,2 % der neuseeländischen Agrarexporterlöse aus. Der seit 2015 laufende Export von Kühen war im vergangenen Jahr auf einen Höchststand von 113.000 Tieren gestiegen und brachte dem nationalen Bauernverband zufolge Ausfuhrerlöse von 250 Mio. NZ $ (148 Mio. Euro). In China müssen sich die Importeure von Kühen zum Zwecke des Herdenaufbaus mittelfristig um neue Lieferanten bemühen. Laut Angaben des dortigen Zolls wurden 2020 gut 100.000 Tiere aus Neuseeland eingeführt; das entsprach einem Anteil von 38 % aller eingeführten Zuchtrinder.

Bauernverband überrascht

Der Pressesprecher der Federated Farmers, Wayne Langford, zeigte sich überrascht von dem Exportverbot, denn die Landwirte legten großen Wert auf das Wohlergehen der Tiere. „Der Bauernverband hat keine Informationen über Verstöße gegen die hohen Standards beim Lebendexport“, so der Sprecher.

Andere Vertreter des Berufsstandes wiesen auf die niedrigen Verlustraten beim Transport aufgrund der Wertigkeit der Tiere hin und bemängelten, dass die Lebendausfuhren aus Neuseeland nun durch Exporte aus Ländern mit niedrigeren Tierschutzstandards ersetzt würden. Tierschutzverbände begrüßten hingegen die Entscheidung der Regierung. „Dies ist ein bedeutender Moment in unserer Geschichte, dem andere Regierungen auf der ganzen Welt, einschließlich Australien, folgen müssen", erklärte die Direktorin World Animal Protection in Neuseeland, Simone Clarke.

Absage Canberras

Australiens Landwirtschaftsminister David Littleproud machte jedoch gegenüber der Presse bereits deutlich, dass es keine Pläne für einen Stopp der Lebendexporte gebe. „Die Regierung ist von unseren Standards, Vorschriften und Gesetzen überzeugt, um hohe Tierschutzstandards für Viehausfuhren zu gewährleisten", betonte der Minister.

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ in Deutschland sprach von einem Meilenstein für den Tierschutz in Neuseeland. Sie forderte die Verantwortlichen in der Europäischen Union auf, diesem Beispiel zu folgen und Tiertransporte in Drittstaaten per Schiff ebenfalls zu verbieten. Es gebe genügend Nachweise über eklatante Tierschutzverstöße und Missstände auf diesen Transporten.

Umrechnungskurs 1 NZ$ = 0,5925 Euro
AgE
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Kommentare 
Wilfried Brade schrieb am 28.04.2021 07:56 Uhrzustimmen(3) widersprechen(4)
Hochachtung für diese Entscheidung der Neuseeländer! Und die EU?
Hier wird vor allem geredet....
Danny Geue schrieb am 26.04.2021 00:18 Uhrzustimmen(2) widersprechen(3)
Ach ist das so, alles nur Semantik!? "Tier-rechtler" bezeichnen sich also nicht auch als "Tier-schützer" und Tierschutz wird also nicht aus Tierrechten abgeleitet!?

Übrigens, entwicklungsgeschichtlich ist der Mensch unzweifelhaft an eine überwiegend carnivore Ernährung angepaßt, was schon der Umstand der entwicklungsgeschichtlich jungen pflanzenbaulichen Landwirtschaft nahelegen sollte.
Eckard Wendt schrieb am 25.04.2021 19:16 Uhrzustimmen(4) widersprechen(2)
Lieber Herr Geue!
Es ist sprachlich von den Wörtern her zwar nur ein kleiner Unterschied, aber semantisch, also vom sogenannten "Gehalt" der Begriffe her, ein großer: Die Nutztierhaltung wird von Tier-rechtlern prinzipiell abgelehnt, während Tier-schützer sie nicht nur nicht ablehnen, sondern zumindest für ihre Lieblinge wie Hunde und Katzen in Anspruch nehmen. Tierschützer plädieren allenfalls für weniger fleischbetonte Ernährung, wobei sie sich auch auf die Ernährungswissenschaft berufen, die außer im hohen Anteil an Kohlehydraten (besonders die versteckten Zucker!) auch im übermäßigen Konsum von Fleisch und Fleischprodukten (Fett in der Wurst!) die Ursache für die zunehmende Übergewichtigkeit vieler Menschen und die daraus resultierenden Probleme (Diabetes, Fettleber, Herzerkrankungen ...) sehen.
Abgesehen hiervon schreiben das Grundgesetz (Art. 20a) und das Tierschutzgesetz (§ 2) rücksichtsvollen Umgang mit den Tieren vor, wie sie ihren Niederschlag bereits 1964 in Großbritannien in den "Fünf Freiheiten" gefunden haben.
Erinnern möchte ich in diesem an das, was der Naturwissenschaftler und Philosoph Klaus-Michael Meyer-Abich auf dem Kirchentag in Hamburg 1995 sinngemäß sagte: "Esst halb so viel Fleisch und bezahlt das Doppelte; dann freuen sich die Tiere haltenden Landwirte, weil sie mit weniger Tieren auskommen, denen sie dann auch bessere Lebensbedingungen bieten könnten. Schade, dass wir das immer noch nicht erreicht haben!
Danny Geue schrieb am 24.04.2021 22:46 Uhrzustimmen(3) widersprechen(7)
Ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zu einem zukünftigen Nutztierverbot.
Die Masse der Bauern wird es möglicherweise erst begreifen, und es wird sie wohl erst aus ihrem Verdrängungsdämmerschlaf reißen, dem, das ihre Verbände sie nicht schützen werden, vor dem Vernichtungswillen sog. Tierschützer und ihrer pol. Helfer, wenn dieses Berufsverbot auch sie trifft und die Masse der Verbraucher wohl erst, wenn sie vor leeren Regalen steht.
Viel Spaß beim Schlafen bis zum Aufwachen.
Eckard Wendt schrieb am 18.04.2021 15:19 Uhrzustimmen(14) widersprechen(5)
Der Beschluss Neuseelands, ab 2023 keine lebenden Färsen und Nutzkühen trächtige und trockengestellte Kühe (hoffentlich auch keine trächtigen!) mehr exportieren zu lassen, ist nach dem bereits bestehenden Exportverbots für Schafe und Ziegen absolut richtig im Sinne des Tierschutzes. Dazu sollte sich auch die EU endlich durchringen und nicht nur bezüglich der Exporte nach China, sondern auch hinsichtlich derjenigen in die arabischen Staaten.
Das Wehklagen der „Federated Farmers“ (Bauernvertretung) war voraussehbar wie das Amen in der Kirche. Mit dem Embryo-Transfer gibt es für Zuchttiere eine sehr gute gute Alternative zum Tierleid während des langen Transports auf einem Schiff, das die Tiere mit seinen rollenden und stampfenden Bewegungen nicht kennen. Vielleicht fühlen sie sich ähnlich wie Menschen unwohl bis zum Erbrechen. Davon werden aber die Exporteure nichts wissen wollen, denn es sind ja „nur“ Tiere und Handelsobjekte.
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