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04.09.2019 | 13:09 | Bundeskabinett 
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Agrar-Paket beschlossen: Von Glyphosat bis Tierwohl-Label

Berlin - Tierwohl-Label, Glyphosat-Ausstieg, mehr Geld für die Umwelt: Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch (9.30 Uhr) ein umfangreiches Paket von Regelungen für den Schutz von Nutztieren und Insekten vor allem in der Landwirtschaft beschlossen.

Tierwohl
Glyphosat und andere Pestizide machen Bienen zu schaffen, deswegen soll ihr Gebrauch beschränkt werden. Und Verbraucher sollen im Supermarkt leichter erkennen, wie es einem Schwein zu Lebzeiten ging: Im Bundeskabinett geht es an diesem Mittwoch um die Landwirtschaft. (c) proplanta
Dazu gehören das Tierwohl-Kennzeichen von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und das Insektenschutz-Programm von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), das auch den Ausstieg aus dem umstrittenen Unkrautgift Glyphosat vorsieht. Details wollen Schulze und Klöckner mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek am Mittwochmittag präsentieren.

Um beide Vorhaben hatte es in der großen Koalition lange Streit gegeben. Dazu kommt eine Änderung in der Verteilung der EU-Subventionen für Bauern: Künftig soll etwas weniger Geld nach Fläche und dafür mehr für nachhaltige Landwirtschaft zur Verfügung stehen - das hatten SPD-Umweltpolitiker schon lange gefordert. Alle Details sind mit den geplanten Beschlüssen noch nicht geklärt, diese werden über Gesetze und Verordnungen in den kommenden Monaten geregelt. Es dürfte also weiter heftige Debatten geben.

Über das Tierwohl-Kennzeichen sollen Supermarktkunden zunächst Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung bald an einem staatlichen Logo erkennen können. Geplant hatte Klöckner regelmäßige Kontrollen und Sanktionen bis hin zu Gefängnisstrafen, wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden.

Landwirte sollen das Logo freiwillig nutzen können - damit handelte sich die Agrarministerin heftige Kritik ein. Kriterien für ein dreistufiges Label hatte sie zwar schon vorgelegt, diese müssen aber über eine Verordnung noch festgelegt werden. Auch darüber könnte es noch Streit geben.

«Es braucht eine verpflichtende, staatliche Tierhaltungskennzeichnung statt eines freiwilligen Alibi-Labels, durch das es den meisten Tieren nicht besser geht», sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem brauche es bessere gesetzliche Standards für die Tiere. Von einer ökologischen Agrarwende sei die Bundesregierung «weiterhin meilenweit entfernt».

Mit dem Glyphosateinsatz soll am 31. Dezember 2023 Schluss sein, dann läuft die Zulassung in der EU aus. Einschränkungen, etwa für Hobbygärtner, öffentliche Parks und bestimmte Anwendungen vor der Ernte, sollen früher kommen - auch zu den Regelungen für Pflanzenschutzmittel stehen aber viele Details noch aus.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, lehnt das Paket als «für die Landwirte toxisch» ab. Es sei «im Grundsatz eine agrarpolitische Fehlentscheidung», wenn über das geltende Fachrecht hinaus zusätzliche Auflagen die Landwirtschaft belasteten und in ihrer Wettbewerbsfähigkeit deutlich schwächten, sagte Rukwied mit Blick auf ein geplantes Verbot von Herbiziden in vielen Arten von Schutzgebieten. Die Umverteilung bei der Agrarförderung bedeute «zusätzliche schmerzhafte Einschnitte im Einkommen der Bauern».

Greenpeace dagegen hält es für zu wenig, dass im kommenden Jahr 6 Prozent statt wie bisher 4,5 Prozent der EU-Agrarsubventionen verstärkt für Umweltschutz zur Verfügung stehen sollen. Denn möglich wäre nach EU-Recht eine Umschichtung von 15 Prozent. «So sollen die großen Betriebe weiterhin den größten Batzen der EU-Agrarsubventionen abbekommen - unabhängig davon, wie klima- oder umweltfreundlich sie wirtschaften», sagte Greenpeace-Agrarexperte Lasse van Aken.
dpa
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Kommentare 
Alice schrieb am 13.09.2019 09:19 Uhrzustimmen(6) widersprechen(7)
Ich glaube es geht darum das es irgendwann gar kein Essen mehr gibt weil die Erde mega krank ist. Wollen wir den Kapitalismus weiterleben und das Leben beenden oder weiterleben und den Kapitalismus beenden.
johann96 schrieb am 04.09.2019 15:21 Uhrzustimmen(13) widersprechen(7)
Diese Weiberwirtschaft. Sollen die doch mit Greenpeace den Menschen zu essen geben.
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