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19.01.2019 | 13:45 | Landwirtschaft 4.0 
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Digitalisierung im Kampf gegen Hunger nutzen

Berlin - Roboter in Ställen, präzises Düngen, genauere Wetterprognosen: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet Verbesserungen für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung und den Umweltschutz durch eine stärkere Digitalisierung der Landwirtschaft.

Welternährung
Mit dem Bilderbuch-Hof hat Landwirtschaft nicht mehr viel zu tun. Bauern arbeiten heute hoch technisiert. Auf der Grünen Woche betont die Bundeskanzlerin die Chancen, nennt aber auch Handlungsbedarf. (c) proplanta

Sie sei «viel mehr Chance, als dass sie uns Angst machen muss», sagte Merkel am Freitag bei einer internationalen Agrarministerkonferenz auf der Grünen Woche in Berlin.

Nötig sei aber auch ein Rahmen, der Rechtssicherheit und Gerechtigkeit bringe, sagte Merkel. Sie verwies unter anderen auf den Schutz und das Eigentum von Daten. Damit Landwirte neue Möglichkeiten nutzen könnten, müsse eine digitale Infrastruktur aufgebaut werden. «Da haben wir in Deutschland auch noch viel zu tun.» Es gehe dabei um ein möglichst schnelles Anschließen an das schnelle Internet.

«Wir alle erleben, dass in den ländlichen Regionen das rein marktwirtschaftlich nicht funktioniert, sondern wir brauchen hier auch staatliche Unterstützung.» Merkel machte deutlich, dass solche Zugänge allein für die Bauernhöfe nicht reichten, sondern auch bis auf die Felder gebraucht würden.

Bei der Grünen Woche dreht sich seit Freitag alles um Ernährung und Landwirtschaft. Die weltgrößte Agrarmesse öffnete am Vormittag für das Publikum, bis zum 27. Januar werden 400 .000 Besucher erwartet.

Dabei standen zum Auftakt auch Probleme von Entwicklungsländern im Blickpunkt. Dort müsse die Lebensmittelproduktion gesteigert werden, sagte Merkel. Nötig seien bessere Marktzugänge und Kredit-Möglichkeiten. Zugleich müssten neue Wege gefunden werden, um Umweltnachteile zu vermeiden. Dafür sei internationale Zusammenarbeit wichtig. «Wer glaubt, er kann das für sein Land alleine lösen und dabei andere über den Tisch ziehen, der wird grauenhaft scheitern.»

Merkel wies auch auf Umweltprobleme der Landwirtschaft hin. Der Artenschwund sei weltweit «ein riesiges Thema, auch bei uns in Deutschland». Auf eine nachhaltige Landwirtschaft komme es auch für den Klimaschutz an. Es sei aber besonders für die Tierhaltung «nicht so ganz einfach», die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) zu reduzieren.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller mahnte einen stärkeren weltweiten Kampf gegen Kinderarbeit an. «Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken der Menschen in Entwicklungsländern auf», sagte der CSU-Politiker. Kinderarbeit ist in vielen Ländern Alltag, etwa beim Anbau von Kakao, Nüssen und Gewürzen.

Müller sagte, sollte eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreichen, komme 2020 eine gesetzliche Regelung gegen entsprechende Produkte im Handel. «Schaut nicht nur auf die Politik, tut selbst etwas», rief Müller den Messebesuchern zu. «Kauft keine Produkte, in denen Kinderarbeit steckt.»

Für Supermarktkunden ist das aber nicht immer einfach zu erkennen. Siegel des so genannten fairen Handels und Bio-Kennzeichnungen setzen zwar voraus, dass die Händler Kinderarbeit ausschließen. Oft erfassen die Siegel aber nur einen kleinen Teil des Sortiments.

Mit 1.750 Ausstellern aus 61 Ländern ist die Beteiligung an der Grünen Woche laut Veranstalter so groß wie nie. Am Samstag wollen in Berlin anlässlich der Messe Tausende für mehr Tier- und Naturschutz in der modernen Landwirtschaft demonstrieren. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) lädt zu einer internationalen Agrarministerkonferenz.

«Landwirtschaft geht uns alle an», sagte Klöckner beim Eröffnungsrundgang. Die Messe bringe städtische Sichtweise und ländliches Kraftzentrum zusammen. Landwirte kamen auch mit Sorgen zur Messe. Immer mehr Äcker im Osten geraten aus Sicht des Deutschen Bauernbunds in die Hand von Kapitalanlegern.

«Die Bauern können da gar nicht mithalten», sagte Verbandspräsident Kurt-Henning Klammroth. Der Verband vertritt Familienbetriebe. Spekulanten setzten auf Rendite durch steigende Bodenpreise.
dpa
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agricola pro agricolas schrieb am 20.01.2019 10:48 Uhrzustimmen(13) widersprechen(4)
Der heutige Landwirt ist ein auf das Übelste degradierter Almosenempfänger, zumeist der mit angesiedelten weit jenseits der 2.500 Stunden auf seinem alljährlichen Arbeitszeitkonto mut- und willenlose Bundesbürger, der zwischenzeitlich unverschuldet in Reihen des Prekariats gestrandet ist; somit alles andere als der per definitionem karikativ administrativ gerne geadelte überaus stolze, FREIE Unternehmer!!!

Wie soll selbiger also nunmehr die mit obigen hehren Ansinnen einhergehenden gigantischen Investitionen finanziell im eigenen Betrieb zunächst einmal überhaupt zusätzlich schultern können, ganz abgesehen von der Tatsache, dass er unter Einsatz dieser modernen Technologien sofort in allerhöchste, äußerst impertinente Abhängigkeiten gerät, seine Datenhoheit beim Überschreiten der Schwelle zu einer solchen digitalen Welt gänzlich abtritt und damit unentgeltlich -ob in fataler Unwissenheit oder vielleicht sogar wollentlich zwangsläufig akzeptiert, spielt dabei eine vollkommen untergeordnete Rolle- auf seine Währung der Zukunft für alle Zeiten verzichtet!?

Im Besonderen kleine und mittlere Betriebe können daher auf die Digitalisierung weiterhin problemlos verzichten. Untermauernd zu einer solchen Feststellung ein kleines Beispiel:

Erst dieser Tage das Super-Sonderangebot von John Deere im Bauernbriefkasten. Rüsten wir den eigenen Schlepper auf autonomes Fahren um zum „Spottpreis“ von schlappen knapp 9.000 Euronen. Ab dem 2. Jahr sind Lizenzgebühren fällig, derzeit von jeweils satten 1.000 Euronen pro Fahrzeug und das nicht auf den tatsächlichen Stundeneinsatz umgelegt sondern allenfalls als unwidersprochen fällige Ganzjahrespauschale. - Orientiert euch bei unseren Discountern; dort kann man digitale Leistungen sekundengenau zubuchen, je nach Einsatz und Bedarf! Nur jeder dumme Bauer latzt treudoof widerstandslos vorstehende Wucherpauschalen.

In welchem dichten Digitalnebel irren dato mithin eine Vielzahl meiner Bauernkollegen umher. - Frei nach Loriot, „...ja wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin!?“

Die Erkenntnisse eines kleinen Bäuerleins -so neu nicht- der mit dieser Digitalität seit mehr als einem Jahrzehnt bestens vertraut ist und das als eines seiner wirklich teuersten Hobbys enttarnen muss, ganz unabhängig von der noch immer mehr als mangelhaften Leistungsfähigkeit. Gerade das Ergebnis der eigenen 4K-Drohne war derart enttäuschend, wo man einen wirtschaftlichen Nutzen bei aller Blauäugigkeit selbst kaum noch schönrechnen konnte.

Wer in vorderster Priorität ehrlich ist gerade zu sich selbst und eben in diesem betrieblichen Betätigungsfeld den Zeitaufwand beim Flächeneinsatz zu verifizieren weiß, wird sich wundern, auf welchen erbärmlichen Stundenlohn man sodann noch kommt; allenfalls auf dem Niveau eben desselben in unseren Entwicklungsländern.

Mithin stellt sich mir die überaus berechtigte Frage:

Wer die Digitalisierung in obigem Umfang realiter forcieren möchte und genau DAS der modernen Landwirtschaft in enormen Abhängigkeiten wollentlich aufoktroyieren möchte, hat sich als maßgeblicher Entscheidungsträger in Reihen unserer Agrarpolitik doch längstens schon von den kleinen und mittleren familiengeführten Bauernhöfen verabschiedet.

Gibt es uns allen aber nicht gehörig zu denken, wenn jüngst erst wieder selbst ein professionell geführter großer Schweinemastbetrieb wie der eines Bauernfunktionärs Johannes Röring, wo das entsprechende „Kleingeld“ wohl kaum zur Mangelware mutieren dürfte, dennoch außerstande zu sein scheint, seine moderne Technik zuverlässig einbruchsicher zu installieren!? Dürfen wir uns gut und gerne also nicht vorausschauend vorstellen wollen, wie perikulös eine solche weitgehende Digitalität auf unseren Höfen für jeden einzelnen Bauern somit unaufhaltsam entarten kann!?

Nochmals die nachdrückliche Wiederholung: Es reift bei Verinnerlichung obiger Einlassungen und Positionierungen seitens der Agrarpolitik mehr und mehr ein berechtigtes Bewusstsein bauernseits, dass unsere Entscheidungsträger in Summe geistig bereits Abschied genommen haben von unseren kleinen und mittelständischen Betrieben...

Liebe Verbraucher, wollt IHR einen solchen Weg unterstützen und begleitend mittragen!? Allerhöchste Zeit, darüber nachzudenken. - Ein schönes Wochenende wünscht Euer kleines Bäuerlein.
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