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17.05.2016 | 08:55 | Glyphosat-Zulassung 
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Glyphosat-Streit vergiftet das Klima in der großen Koalition

Berlin - Vor der EU-Entscheidung über die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat bleiben die Fronten innerhalb der Bundesregierung verhärtet.

Glyphosat-Streit
Kein Pflanzengift wird so häufig eingesetzt wie Glyphosat. Am Donnerstag will die EU über eine Verlängerung der Zulassung entscheiden. Befürworter und Gegner des Mittels in Berlin kommen auf keinen grünen Zweig. (c) proplanta
In der Auseinandersetzung über eine mögliche Krebsgefahr durch das Mittel bekräftigte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) seine Vorwürfe gegenüber Umweltministerin Barbara Hendricks und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD). Für die «Rolle rückwärts» der Kollegen bei der Zulassungsverlängerung habe er kein Verständnis, sagte Schmidt der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). Die SPD-Minister wollen einer Verlängerung der Zulassung für Glyphosat in der EU nicht zustimmen - damit müsste sich Deutschland in Brüssel der Stimme enthalten.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Eine jüngste Studie zweier UN-Organisationen sieht dafür keine Belege. Die EU-Zulassung für den Wirkstoff endet am 30. Juni. Der EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will voraussichtlich am Donnerstag entscheiden, ob die Zulassung verlängert werden soll oder nicht. In dem Ausschuss sitzen Vertreter der 28 Mitgliedstaaten.

Landwirtschaftsminister Schmidt warf seinen SPD-Kollegen Unzuverlässigkeit vor. «Es gab längst eine abgestimmte Regierungsposition mit dem Ziel einer Zulassung», sagte Schmidt. Die Begründung von Ministerin Hendricks sei umso weniger verständlich, da alle ihre Forderungen in den neuen Verordnungsentwurf aufgenommen wurden. Hendricks verlangt, es müsse erst zweifelsfrei geklärt werden, ob Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei.

Der am Montag bekanntgewordene Entwurf eines Glyphosat-Berichts zweier UN-Organisationen bestätigt den Krebsverdacht nicht. Tiertests mit für Menschen relevanten Dosen des Mittels hätten gezeigt, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme nicht zu genetischen Zellveränderungen führe. In dem Bericht werden Ergebnisse eines Arbeitstreffens von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammengefasst. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es bei Tests mit Mäusen bei sehr hohen Dosen Krebsverdacht gab.

Die Gefahr durch Glyphosat ist seit langem höchst umstritten. Die jüngsten Aussagen stehen im Gegensatz zu Feststellungen der mit der WHO verbundenen Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, die Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte. Dagegen war die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zum Schluss gekommen, der Wirkstoff berge vermutlich keine Krebsgefahr für den Menschen. Das entspricht auch der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin.
dpa
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agricola pro agricolas schrieb am 17.05.2016 09:24 Uhrzustimmen(79) widersprechen(123)
Chapeau! - Experten der WHO / FAO liefern termingerecht den Persilschein für das Totalherbizid Glyphosat, welches wohl nunmehr ungehindert in die Verlängerung gehen wird. DIE Punktlandung in Form einer „wissenschaftlichen Haftpflichtversicherung(!?)“, erteilt über ein weitreichendes Unbedenklichkeitszeugnis. Ob sich hier die maßgeblichen Protagonisten auch in 10/15 Jahren noch auf diese, ihre Ergebnisse verweisen lassen wollen...!? Fordert dazu JETZT deren rechtsverbindliche Unterschrift ein! // Die aufnehmende Hand innerhalb deutscher Grenzen lässt sich unter Berufung auf die "Einheitsbedingungen des deutschen Getreidehandels" über das eigene Vertragswerk verpflichtend mit Unterschrift jedes einzelnen Landwirtes versichern, dass dieser seine angelieferten Erzeugnisse nach der Aussaat mit Glyphosat nicht mehr behandelt hat. Wie schaut es mit einer solchen „Rechtsverbindlichkeit“ aber bei den gigantischen Importmengen aus, die in unsere Lebensmittelverarbeitung gelangen? Ist das nicht Scheinheiligkeit in Reinstform!? - Zielsetzung einzig und allein sind und bleiben weiterhin superbillige Nahrungsmittel, dafür müssen Übermengen durchgängig gesichert sein, um einen entsprechenden Druck auf die Erzeuger ausüben zu können. Wo kämen wir auch hin, wenn plötzlich Kniefälle vor jedem x-beliebigen kleinen Bäuerlein vonnöten wären!? HIER werden in entsprechender Für- und Vorsorge die agrarpolitischen Stellschrauben in den Lobby-Hinterzimmern feinst justiert, ohne WENN und ABER mit harten Bandagen gekämpft.
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