Samstag, 23.10.2021 | 10:29:45
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
28.11.2018 | 12:07 | GAP 
 1

Greening 2018: 1,35 Millionen Hektar für ökologische Vorrangflächen

Berlin - Der Deutsche Bauernverband (DBV) zieht hinsichtlich des „Greening“ in Deutschland eine positive Bilanz für das Jahr 2018.

Greening
(c) proplanta

Trotz der dürrebedingt schwierigen Anbausituation in vielen landwirtschaftlichen Betrieben wurden die Greening-Maßnahmen erneut großflächig angelegt. Erhebungen der Bundesländer über die beantragten Flächen zeigen, dass die deutschen Landwirte für ökologische Vorrangflächen (ÖVF) rund 1,35 Millionen Hektar Ackerfläche bereitgestellt haben – eine Fläche fast so groß wie Schleswig-Holstein.

„Wir fördern aktiv Umweltschutz und Biodiversität. Die Greening-Zahlen sind erneut ein Beleg, dass die Bauern Angebote für praktikable Agrarumweltmaßnahmen annehmen und umsetzen“, sagt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. 2018 haben die Landwirte über 15.000 Hektar neue Bienenweiden als ökologische Vorrangflächen angelegt. „Im Vergleich zu den Vorjahren legten vor allem Maßnahmen, die dem Artenschutz dienen, deutlich zu. Daher sollte das Greening in der neuen EU-Agrarförderung nach 2020 nicht beerdigt, sondern mehr freiwillige Förderelemente losgelöst von der weiter notwendigen Basisprämie angeboten werden“, so Rukwied.

„Bedauerlich“ sei jedoch der Rückgang bei den Eiweißpflanzen wegen des pauschalen Verbots von Pflanzenschutzmitteln und der weiterhin geringe Anteil von vielfältigen Ackerstreifen im Greening auf Grund hoher bürokratischer Sanktionsrisiken. „Hier müssen die Vorgaben weiter vereinfacht werden“, fordert der DBV-Präsident.

Ergebnisse und Hintergrund:

Nach Anwendung der im EU-Recht festgelegten ökologischen Gewichtungsfaktoren entsprechen die Greening-Zahlen einer mit besonderem Umweltnutzen bewirtschafteten Fläche von rund 710.000 Hektar. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass Betriebe mit weniger als 15 Hektar Ackerfläche sowie Öko-Betriebe vom Nachweis der ökologischen Vorrangflächen befreit sind. Das sind Betriebe mit etwa 2 Millionen Hektar Ackerfläche. Bezogen auf die verbleibende Ackerfläche von rund 9,7 Millionen Hektar liegt der Anteil gewichteter ökologischer Vorrangflächen bei über 7 Prozent. Damit haben die deutschen Landwirte das Mindestmaß von 5 Prozent ökologischer Vorrangflächen erneut deutlich überschritten.

Während der Gesamtumfang der ÖVF beim Greening in der Größenordnung der vergangenen drei Jahre weitgehend stabil geblieben ist, reagierten die Landwirte in diesem Jahr bei der Wahl ihrer betrieblichen ÖVF-Maßnahmen insbesondere auf neu geltende Vorschriften und Möglichkeiten im EU-Förderrecht der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Besonders positiv ist, dass die deutschen Landwirte 2018 erstmals im Greening auf rund 15.400 Hektar brachliegende Flächen mit sogenannten Honigpflanzen (Bienenweiden) angelegt haben. Auch der in Deutschland seit 2018 als ökologische Vorrangfläche mögliche Anbau von Chinaschilf (Miscanthus) und der bienenfreundlichen Durchwachsenen Silphie wurde von den Landwirten auf rund 2.200 Hektar Ackerfläche genutzt.

Ein leichter Anstieg um knapp 10 Prozent ist bei den Gewässerrand-, Wald- und Feldrandstreifen im Rahmen der ökologischen Vorrangflächen zu verzeichnen. So legten die Landwirte im Jahr 2018 insgesamt „streifenförmige ÖVF“ auf rund 22.600 Hektar an. Bei einer Breite der Streifen von z. B. 10 Metern entspricht dies einer Strecke von 22.600 Kilometern. Trotz Harmonisierung einiger Vorschriften für die Anlage von Gewässerrand-, Wald- und Feldrandstreifen besteht jedoch weiterhin Vereinfachungspotenzial für noch mehr Akzeptanz bei den Landwirten.

Bezogen auf die ökologisch gewichtete Fläche sind Grasuntersaaten und Zwischenfrüchte (rund 41 Prozent) sowie Stilllegungen bzw. Brachen (rund 30 Prozent) nach wie vor die dominierenden Maßnahmen, mit denen die Landwirte ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Über 8 Prozent bzw. rund 59.100 Hektar sind Landschaftselemente (gewichtete Fläche).

Drastisch zurückgegangen ist die Beantragung von stickstoffbindenden Pflanzen bzw. Leguminosen als ökologische Vorrangflächen beim Greening. Beispiele hierfür sind der Anbau von Luzerne, Klee, Erbsen, Lupine, Ackerbohne oder Esparsette. Der Anbau solcher Arten lockert die Fruchtfolge auf, schützt den Boden, trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie der Kulturlandschaft insgesamt bei und stärkt nicht zuletzt die einheimische Futterversorgung mit Eiweiß. 2018 ist der Anbau im Rahmen des Greening um ca. 52 Prozent auf nur noch rund 84.400 Hektar zurückgegangen (Vorjahr: rund 174.200 Hektar). Für die Landwirte waren die Leguminosen bislang eine bedeutende ÖVF-Maßnahme für eine in die landwirtschaftliche Erzeugung integrierte Umsetzung des Greening. Anhand der aktuellen Zahlen zeigt sich das Ausmaß des seitens der EU ab 2018 in Kraft gesetzten pauschalen Verbots des Einsatzes synthetischer Pflanzenschutz- und mineralischer Düngemittel. Praktisch ist das Greening für die Landwirte bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Grasuntersaaten und Zwischenfrüchte) damit nur noch schwer in die Produktion integrierbar.

Als wesentliche Neuerung in der aktuellen Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik wurde 2015 eingeführt, dass 30 Prozent der EU-Direktzahlungen an die Einhaltung zahlreicher Auflagen zur Fruchtartenvielfalt, zum Erhalt von Dauergrünland und zur Anlage von ökologischen Vorrangflächen geknüpft sind. Mit den Auflagen des Greening ist die Gewährung der Basisprämie verbunden. Bei Nichteinhaltung der Greening-Verpflichtungen werden bei den landwirtschaftlichen Betrieben Kürzungen und Sanktionen angewendet. Das Greening ergänzt die seit 2005 an die EU-Direktzahlungen geknüpften Anforderungen aus „Cross Compliance“ und die freiwilligen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) in der 2. Säule der GAP.
dbv
Kommentieren Kommentare lesen ( 1 )
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


Kommentare 
johann96 schrieb am 28.11.2018 15:38 Uhrzustimmen(87) widersprechen(6)
Mit diesem Bauernverband ist der Bock zum Gärtner gemacht.
Vorauseilender Gehorsam. Nicht mehr. Alles kritisch zu hinterfragen wäre angebrachter. Dieses unsinnige Pflanzenschutzverbot für Leguminosen zeigt doch nur beispielhaft, welchen Unsinn wir hier treiben müssen. Entweder richtig, dann mit Ertrag. Gut für die Fruchtfolge . Aber dann fehlt es an Fläche für das Greening.
Liebe Politik, lass uns Bauer endlich in Ruhe unsere Arbeit zu machen. Ihr habt doch absolut gar keine Ahnung. Besonders die grünen Politiker sind gemeint.
  Kommentierte Artikel

EU-Parlament fordert Maßnahmen gegen zu hohen Fleischkonsum

Verbände fordern Nachbesserungen bei GAP-Durchführungsverordnungen

Winterraps: Weiterhin Schädlingskontrolle durchführen!

Apfelsaft aus der Schweiz: Regional statt global

Streit um den Wolf - Mehr Tiere illegal getötet

Wieviel kostet der Brexit britische Fischer?

Agrarministerkonferenz kritisiert Bundesministerin Klöckner

Mais reift nur langsam ab - Ab wann könnte Ernte beginnen?

Ackerbarometer liefert Vergleichsdaten zur diesjährigen Ernte

Schweinehalter in Existenzkrise

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt