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23.08.2018 | 00:12 | Ertragsausfälle 2018 

Landwirte werden vom Staat unterstützt - Dennoch auch Berufsrisiko

Berlin - Verkümmerte Ähren, staubige Böden, knappes Futter für Milchkühe: Die monatelange Dürre hat bei Landwirten in weiten Teilen Deutschlands hart ins Kontor geschlagen.

Trockenschäden
Dass ihnen das Wetter das Geschäft vermiest, gehört für Bauern zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind viele Betriebe aber buchstäblich ausgetrocknet. Deshalb bekommen sie nun Millionenhilfen - zum Teil. (c) proplanta

Von einer «miserablen» Getreideernte spricht Bauernpräsident Joachim Rukwied am Mittwoch in seiner Bilanz.

Auch Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat Daten ausgewertet und erklärt die extreme Trockenheit nun zum Ereignis von «nationalem Ausmaß». Das ebnet den Weg für Bund-Länder-Hilfen, wie es sie wegen einer Dürre zuletzt vor 15 Jahren gegeben hat. Doch genau wie damals ist es nicht. Kommen die Folgen auch im Supermarkt an?

Wie dramatisch ist die Lage?

Mit Einbußen bis zu 70 Prozent gebe es in manchen Regionen regelrecht eine Missernte, sagt Rukwied. «Dieses Wort muss man verwenden.» Bei der letzten großen Dürre von 2003 habe es wenigstens bis Mitte Juni vernünftiges Wetter gegeben, heißt es vom Verband.

Nun war es schon im April und Mai vielerorts warm und zu trocken. Deshalb haben die Mähdrescher wohl nur 35,6 Millionen Tonnen Getreide und Körnermais eingefahren - minus 22 Prozent im Vergleich zur Ernte 2017.

Außerdem wird bei vielen Viehhaltern das Tierfutter knapp. Einmal gemähtes Gras ist oft nicht für den sonst üblichen zweiten und dritten Schnitt nachgewachsen. Manche Höfe nutzen deshalb schon ihre Wintervorräte. Andere müssen Futter teuer zukaufen, wobei allein schon der Transport extra kostet.

Wie springt der Staat jetzt konkret ein?

Bei außergewöhnlichen Risiken lässt der Staat die Landwirte nicht hängen. Eine solche Notlage rufe man aber «nicht per Gefühl» aus, macht Klöckner noch einmal klar. Und natürlich könnten auch nie alle Schäden «nach Vollkasko-Manier» entschädigt werden.

Nachdem bereits Schätzungen von Milliarden-Einbußen kursierten, hat sie den Schaden nun amtlich auf 680 Millionen Euro taxiert. Einbezogen werden könne nicht alles. Infrage kommen Hilfen erst, wenn ein Betrieb mehr als 30 Prozent seiner durchschnittlichen Jahresproduktion verliert. Konkret sollen nun bis zu 340 Millionen Euro an Hilfe zusammenkommen - jeweils zur Hälfte finanziert vom Bund und von den betroffenen Ländern.

Wie sollen diese Hilfen aussehen?

Der Bund rechnet damit, dass bis zu 10.000 besonders getroffene Betriebe Unterstützung in Anspruch nehmen könnten. Sie müssen dann nachweisen, dass sie die 30-Prozent-Schwelle erfüllen und in ihrer Existenz gefährdet sind. Die genauen Kriterien dafür sollen die Länder festlegen. Sie könnten dann auch rasche Abschläge zahlen und die Prüfung nachholen - notfalls müssten Höfe dann Geld zurückgeben. Klöckner dringt auf besonders schnelle Hilfen für Viehhalter.

Dabei mildern höhere Preise die Finanznot insgesamt wenigstens etwas ab. Pro Tonne Brotweizen sind momentan 187 Euro zu bekommen, fast 40 Euro mehr als vor einem Jahr. Viele Bauern haben für einen Teil ihrer Ernte aber schon Vorverträge zu niedrigeren Preisen abgeschlossen.

Und was bedeutet die Dürre für die Verbraucher?

In den Regalen werde man immer genügend Lebensmittel finden, macht Klöckner klar. Ganz ohne Auswirkungen auf die Preise dürfte es nach Einschätzung des Bauernverbands aber nicht abgehen. Bei Hitze geben Kühe weniger Milch, das senkt auch den Gehalt an Eiweiß und Fett. Vor allem im Osten wird daher gerade deutlich weniger an die Molkereien geliefert, was die Preise stabilisieren oder treiben könnte.

Bei Brot und Brötchen sei der Anteil von Getreide am Gesamtpreis dagegen nur sehr gering im Vergleich zu Personal- und Energiekosten. Einbußen zeichnen sich bei der Kartoffelernte ab. Bei Obst- und Gemüsesorten konnten Bauern die Ernte mit Bewässerungsanlagen besser vor Ausfällen retten, dies kostete aber auch extra. Generell kaufen Handelsketten ihre Ware längst nicht mehr nur national ein, sondern weltweit.
dpa
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