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02.07.2016 | 12:42 | Lernort Bauernhof 
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Landwirtschaft als Pflichtfach an Schulen

Berlin - Schleswig-Holstein macht Ernst: Dort wird künftig jedes Kind einmal im Laufe seiner Schulzeit das Leben und die Arbeit auf einem Bauernhof kennengelernt haben.

Lernort Bauernhof
(c) proplanta
Auf dieses Ziel hatten sich Ministerpräsident Torsten Albig und Bauernpräsident Werner Schwarz verständigt, um das Wissen über die Landwirtschaft in der jungen Generation zu fördern.

Jetzt folgten Taten: Beim einem „Kick-Off“-Termin im Rahmen der vom i.m.a e.V. unterstützten Initiative „Lernort Bauernhof“ besuchte eine dritte Klasse der Grundschule Borstel-Hohenrade den Milchviehbetrieb der Familie Thießen, der seit mehr als 440 Jahren im Familienbesitz ist, um zu erfahren, was Landwirtschaft heute bedeutet.

Weil immer mehr Kinder immer weniger über die Herkunft und Produktion von Nahrungsmitteln wissen, sollen sie dieses Defizit durch persönliches Erleben ausgleichen. Darüber waren sich der Minister- und der Bauernpräsident in Schleswig-Holstein sofort einig.

Der Politiker handelte, sprach mit seinem Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck und seiner Bildungsministerin Britta Ernst. Beide sorgten dafür, dass eine gute Idee rasch umgesetzt wurde. Inzwischen gibt es einen Erlass vom Bildungsministerium, der den Schulen und Lehrern empfiehlt, den Bauernhofbesuch als festen Bestandteil in die Unterrichtsplanungen einzubeziehen.

Die Grundschule aus Borstel-Hohenrade war die erste Schule, die diese Empfehlung aufgriff. Bei Hanjörg Thießen und seiner Frau, die sich als Bauernhofpädagogin qualifiziert hat, konnten die Schulkinder lernen, wie die 340 Milchkühe gefüttert und gemolken werden, wie aus Gülle Biogas erzeugt wird und welche Arbeiten ein Landwirt sonst noch täglich zu erledigen hat.

Das Konzept der Initiative „Lernort Bauernhof“ sieht vor, dass die Kinder nicht nur zuschauen, wie auf einem Bauernhof gearbeitet wird. Je nach Altersstufe können sie auch mit anpacken und sich durch praktisches Erleben Handlungskompetenzen und Wissen aneignen, die für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit wichtig sind.

Zur Vorbereitung dieser Lernerlebnisse stellt der i.m.a e.V. den Landwirten und Lehrkräften umfangreiches Arbeitsmaterial zur Verfügung. Ein Leitfaden hilft den Bauern dabei, den Besuch von Schulklassen auf dem Hof theoretisch und praktisch vorzubereiten. Die Materialien für Lehrkräfte können zur Vorbereitung im Unterricht eingesetzt werden, mit ihnen kann während des Hofbesuchs eine Unterrichtsstunde durchgeführt und auch der Erlebte später in der Schule nachbereitet werden.

Patrik Simon vom i.m.a e.V., der den „Kick-Off“-Termin in Schleswig-Holstein begleitet hat, ist von der norddeutschen Initiative begeistert: „Hier gibt es ein herausragendes Modell einer gelungenen Zusammenarbeit von Politik, Bildung und Berufsstand, das für ganz Deutschland ein Vorbild sein kann. Ohne die Bildungshoheit der Länder anzutasten wird durch einen Ministererlass deutlich, wie Wissensdefizite zur Landwirtschaft ausgeglichen werden können. Ich sage nur: Weiter so!“
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Kommentare 
cource schrieb am 02.07.2016 15:45 Uhrzustimmen(45) widersprechen(31)
wenn irgendetwas die jugend bewegt, dann ist es eine attraktive entlohnung egal in welchem bereich, wenn nun aber in so einem bereich wie z.b. der pferdehaltung nur 450€ jobs angeboten werden dann stimmt doch etwas nicht im wertekanon unserer gesellschaft dann hilft auch keine werbung für die landwirtschaft via schulunterrichtszwang
Bauernfreund schrieb am 02.07.2016 13:31 Uhrzustimmen(73) widersprechen(32)
Super Ansatz! Ich bin während meiner Schulzeit selbst in den Genuss einer landwirtschaftlichen Bildung gekommen. Das war ganz selbstverständlich Teil des Lehrplans. Und dies sowohl praktisch als auch theoretisch. Auch wenn wir während dieser Zeit über dreckige Fingernägel, Hitze, Müdigkeit.... geschimpft haben, hatten wir sehr viel Spaß in der freien Natur (im Schulgarten oder später bei der Erntehilfe). Rückblickend habe ich davon nur profitiert. Landwirtschaft als wichtigster Lebensbereich, sollte selbstverständlich Teil einer ganzheitlichen, umfassenden Bildung sein!!!
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