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27.05.2018 | 20:23 | Agrarsubventionen 
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Obergrenze für Direktzahlungen von 60.000 Euro weiterhin geplant

Brüssel - Die größeren landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich möglicherweise auf stärkere Einschnitte bei den Direktzahlungen einstellen.

Obergrenze Direktzahlungen
(c) proplanta

Die Europäische Kommission plant weiterhin mit einer Obergrenze der Flächenprämien von 60 000 Euro pro Betrieb und Jahr. Das geht aus einem noch vorläufigen und internen Entwurf der Brüsseler Behörde zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 hervor, der AGRA-EUROPE vorliegt. Offiziell vorgestellt werden soll der Verordnungsentwurf durch EU-Agrarkommissar Phil Hogan am Freitag kommender Woche (1.6.). Am 11. Juni soll der Entwurf dem Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments präsentiert werden.

Eine Kappungsgrenze von 60.000 Euro würde in Deutschland bei derzeitiger Flächenprämienhöhe bei einer Betriebsgröße von etwa 230 ha greifen. Allerdings wäre bei Umsetzung der von der EU-Kommission angekündigten Etatkürzungen mit einer niedrigeren Flächenprämie pro Hektar zu rechnen. Dies würde die besagte Hektargrenze nach oben schieben.

Zudem ist vorgesehen, dass bei der Kappung noch die jeweiligen Arbeitskosten der Betriebe Berücksichtigung finden, so dass die Obergrenze nochmals spürbar höher ausfallen könnte. Durch die Aufrechnung der Arbeitskosten dürften die bei einer Kappung der Direktzahlungen zu erwartenden Einschnitte insbesondere für genossenschaftlich organisierte Betriebe beziehungsweise Mehrfamilienbetriebe mit Viehhaltung abgeschwächt werden.

Sicherstellung eines „Basiseinkommens“

Derweil geht aus dem Kommissionspapier auch hervor, dass „mindestens 60 %“ der Agrarförderung der Ersten Säule zuzuschreiben sind. Demzufolge sollen diese Mittel als „Basiseinkommen“ den Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Zum Vergleich: Im aktuellen EU-Haushaltsjahr liegt der Anteil der Ersten Säule bei etwa 76 %. Zudem wird die Kommission - wie bereits zuvor angekündigt - eine weitere Angleichung der Höhe der Direktzahlungen zwischen den Mitgliedstaaten bis 2027 vorschlagen.

Dem Entwurf zufolge sollen die Beihilfen in den Mitgliedsländern, wo die Prämien aktuell unterdurchschnittlich ausfallen, dann mindestens 90 % des EU-Mittelwerts erreichen. Profitieren würden davon vor allem die drei baltischen Staaten. Die Landwirte in Deutschland, aber auch in Frankreich, den Niederlanden und in Österreich, die bislang überdurchschnittlich hohe Zahlungen pro Hektar erhalten haben, müssten zugunsten ihrer Berufskollegen in den osteuropäischen Ländern zurückstecken.

Derweil bekräftigte der Generalsekretär der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA), Pekka Pesonen, seine Kritik an den geplanten EU-Agrarhaushaltskürzungen. Erneut wies der Finne darauf hin, dass die Landwirte ohnehin nur 40 % des durchschnittlichen Einkommens in der EU erzielten. Daher sei eine Kürzung des Agraretats „inakzeptabel“. Hiervon wären zudem auch und gerade die Agrarumweltprogramme betroffen, gab Pesonen zu bedenken.

Wortbruch von Hogan?

Ariel Brunner von Birdlife International übte indes scharfe Kritik an dem Vorhaben, mindestens 60 % der gesamten GAP-Mittel für die Erste Säule bereitzustellen. Brunner sieht angesichts einer aus seiner Sicht „notwendigen“ stärkeren Unterstützung umweltpolitischer Maßnahmen keinerlei Rechtfertigung dafür.

Agrarkommissar Hogan warf er Wortbruch vor. Laut Berechnungen des Naturschutzbundes Deutschlands (NABU) würden bei einer solchen Festlegung 80 % weniger Finanzmittel als bisher für Natur- und Umweltprogramme zur Verfügung stehen. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sieht mit einer solchen Vorgehensweise den Weg in die „Sackgasse für Landwirte und Umwelt“ endgültig zementiert.

Von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erwartet der NABU jetzt klaren Widerstand gegen diese Kommissionspläne. Wenn Klöckner die Insekten für systemrelevant halte, müsse sie 15 Mrd. Euro pro Jahr für den Naturschutz in die GAP verhandeln, so Miller. Das wäre auch für die Landwirte ein Gewinn, denn sie könnten verlässlich und attraktiv für ihre Naturschutzleistungen bezahlt werden.
AgE
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agricola pro agricolas schrieb am 28.05.2018 09:50 Uhrzustimmen(27) widersprechen(22)
Als konventioneller Ackerbauer plädiere ich für die KOMPLETTE ABSCHAFFUNG dieses mittlerweile vollkommen antiquierten Prämienmodelles, das wirklich jeden weit geöffneten Schlund bis zum Erbrechen füllt, während bei den Bauern im eigentlichen heute kaum mehr nur wenige Krümelchen davon haften bleiben.

Existierte selbiges nicht mehr, beraubten wir von heute auf morgen unsere handverlesenen Aufkäufer der ihrerseits stetig missbrauchten Manövriermassen, die demgegenüber uns Bauern sektorenübergreifend kontinuierlich im Abwärtssog eines nachhaltig forcierten Erzeugerpreisverfalls zementieren.

Selbst unsere „EINE BAUERNSTIMME“ (DBV) besitzt bis zum heutigen Tage nicht den Mumm, kreuzehrlich, offen und vor allen Dingen transparent darzulegen, WER realiter die wirklichen Nutznießer eines solchen Prämienmolochs sind.

Fände die DSGVO in rechtlich geordneten Bahnen gerade in Reihen des Bauernstandes rigoros Anwendung, würde über so einige staatlich alimentierte, nicht selten dabei erheblich irreführende Statistiken ein sofortiges Stopp verhängt. - Wie viele missbrauchen selbige gebetsmühlenartig, während dabei vor allen Dingen die Bauern wieder einmal die allseits auserkorenen Leidtragenden verkörpern müssen!?

Ich erinnere mich noch an meine ackerbauliche Kreativität schon vor 25-30 Jahren:

Zu damaligen Zeiten unseren „Partnern der Landwirtschaft“ meine Bereitschaft signalisierend
z.B. Amylose-Erbsen anbauen zu wollen, erntete ich in vorderster Priorität zunächst einmal kaum mehr als ein süffisant abschätziges Lächeln. Eine Interessensbekundung war mehr als spärlich wahrzunehmen. Heute bleibt diese unverhohlen zur Schau getragene Despektierlichkeit gerade selbigen mit Scheuklappen ausgestatteten Protagonisten allerdings förmlichst im Halse stecken; anstelle von Eisbergen türmen sich heute, kaum mehr zu verleugnen, in unseren Weltmeeren zwischenzeitlich gigantische Plastiktürme auf. - Abbaubare Kunststoffe allerdings wollte seinerzeit niemand haben, weil eben -wie gegenwärtig auch- ein entsprechender Weitblick schlichtweg inexistent war.

Hanf- bzw. Kenafanbau für die Industrie, eine nur kurzzeitige Vorstellung auf deutschen Äckern, zu schwierig gestaltete sich die Vermarktung hernach.

Diese Auflistung ließe sich beliebig erweitern; sämtliche Alternativen zur Nahrungsmittelerzeugung sind heute längst tot, könnten „töter“ kaum sein. - Noch immer präferiert man anstelle dessen die gigantischen Überproduktionen für die Tonne, die mehr und mehr Bauern in den betriebswirtschaftlichen Ruin treibt, an dieser Endlos-Misere ändert selbst der alljährliche intensivmedizinische Staatstropf mittlerweile sehr wenig.

Gigantische Fleisch-, Butter-, Zucker- und Getreideberge, riesige Milchseen, fluten vornehmlich die Schatzkammern all jener, die AN der Landwirtschaft noch immer herausragend gut Millionen, sogar Milliarden an Kapital zu scheffeln wissen. Die deutschen/europäischen dereinst stolzen Bauern hat man dafür beherzt scham- und charakterlos stante pede dem Prekariat zugeführt. Ungebremst giert man auch weiterhin nach den über Bauerngenerationen hinweg mittels harter händischer Arbeit geschaffenen Vermögenswerten auf unseren Höfen unter fatalerweise aktiver Beteiligung der berufsständischen Eliten, die sich keineswegs zu schade dafür sind, selbst pompös ausgestattet mit den verschiedensten finanziellen Trostpflästerchen innerhalb ihres Pöstchengeschacheres, sich dabei auch noch als willfährige Marionetten in Steigbügelhalterfunktion missbrauchen zu lassen.

Welchen Zweck erfüllt der heutige Prämienmoloch also für die bäuerlichen Familienbetriebe!?

Versehen mit eisernen Fesseln sind wir heute fernab von einem freien Unternehmertum zementiert in der absolut festgefahrenen Produktion, die uns jedweder innovativen Kreativität vollkommen beraubt.

Dies geht kurz- bis mittelfrist schlussendlich nicht nur zu Lasten auch der Verbraucher sondern insbesondere verstößt es langfristig prinzipiell wider Mensch, Tier und Natur.

Ich erkenne Sie wahrhaftig nicht, die medial dato gerne und oft zelebrierte ökologische Moderne, die wohl einzig auf unseren Bildschirmen Einzug gehalten hat.
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