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06.07.2020 | 04:52 | Nach Coronakrise 
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Sozial-ökologische Wende in Deutschland gefordert

Nürnberg - Der Bund Naturschutz (BN) und der Sozialverband Arbeiterwohlfahrt in Bayern haben die Staatsregierung aufgerufen, aus der Corona-Krise zu lernen und eine sozial-ökologische Wende einzuleiten.

Arbeitsbedingungen in Fleischindustrie
Kein «Weiter so!» nach Corona: Als Lehre aus der Krise fordern Bund Naturschutz und AWO eine sozial-ökologische Wende. Ausbeutung von Arbeitern und Pflegepersonal sowie Raubbau an der Umwelt - all das müsse nun aufhören. (c) proplanta

Die Corona-Krise habe zahlreiche soziale Ungerechtigkeiten offenbart, sagten der AWO-Landesvorsitzende Thomas Beyer und BN-Landeschef Richard Mergner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Sie prangern Misstände an - wie die aus ihrer Sicht unzureichende Bezahlung systemrelevanter Berufe in der Alten- oder Krankenpflege und die unwürdige Beschäftigungs- und Lebenssituation von Mitarbeitern in Schlachthöfen: «Wir müssen von der Ökonomie der Gier und des grenzenlosen Wachstums, des Wettbewerbs und der Gewalt, die uns in eine existenzielle Krise getrieben hat, zu einer Ökonomie der Fürsorge und der Gemeinwohl-Orientierung übergehen», sagte Mergner.

Das Konjunkturprogramm der Regierungen in Bund und Land müsse anders gestaltet werden, sagte AWO-Landeschef Beyer. «Es laufen die alten Spielchen mit ein bisschen Krisenkosmetik», betonte er und spielte auf aus seiner Sicht zu große Erleichterungen für die Wirtschaft an.

Die Kurzarbeit schütze vor allem die Arbeitgeber. Währenddessen sei aber unter anderem der Mieterschutz ausgelaufen - auch für Menschen, die durch weniger Einkommen in Zahlungsprobleme kämen.

«Für mich wird Corona zu einer Gerechtigkeitskrankheit», betonte er. Der Bund Naturschutz in Bayer forderte seinerseits eine viel stärkere Bekämpfung des Klimawandels und anderer Umweltgefahren.

In Deutschland könnten im Jahr 2018 rund 80.000 vorzeitige Todesfälle auf die Ursache Luftverschmutzung, vor allem aus Dieselruß, Kerosin- und Kohleverbrennung zurückgeführt werden. 2016 seien allein 4.000 Menschen vorzeitig wegen der Emissionen von Kohlekraftwerken gestorben.

«Wir müssen die Klimakrise und den Schwund natürlicher Ökosysteme ebenso ernst nehmen wie die Covid-19-Pandemie, denn es gibt gemeinsame Ursachen und Wechselwirkungen zwischen diesen drei Krisen», sagte Mergner. Corona zeige in schonungsloser Deutlichkeit den Zusammenhang ausbeuterischer Strukturen - etwa wenn in den Massenunterkünften von Schlachthöfen Corona-Hotspots entstehen.

«Die reine Effizienz- und Kostenvermeidungslogik des aktuellen Systems muss durchbrochen und einer echten Reformierung unterzogen werden», heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier der beiden Organisationen. Keinesfalls dürfe die aktuelle Krise jedoch dazu genutzt werden, nötige oder bereits beschlossene Regelungen in der Umwelt-, Sozial- oder Klimapolitik auszusetzen, zu verschieben oder generell in Frage zu stellen.
dpa/lby
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Kommentare 
umsorg schrieb am 10.07.2020 22:42 Uhrzustimmen(5) widersprechen(9)
Es gibt keine Alternative zu einem sozial-ökologischen Umbau der Landwirtschaft, di sich rasch auch in der Anpassung der Agrarförderung ausdrücken muss.
Die Direktzahlungen (1. Säule) sind in einem zügig angelegten "Sinkflug" abzubauen und die Säule 2 mit konkreten Förderinhalten zu verdreifachen.
Die Bauern müssen einkommensausgleichend gefördert werden, aber dazu braucht es klare sozial-ökologisch begründete und nachweisbar vollbrachte Förderungen.
Das muss jetzt der EU- Green Deal vorsehen!
Ein weiter so wie bisher geht NICHT mehr!
Das ist zu schaffen, dann fallen Überproduktionen weg, die Natur, das Klima und die Biodiversität und zuletzt - oder zuerst haben auch die Bäuerinnen und Bauern auch etwas davon und weniger Stress mit der Vermarktung "nach Übersee", die dort die regionale Landwirtschaft nicht mehr gefährden!
Glück auf - wir schaffen das!
Dr. Gero Beckmann, Fachtierarzt für Mikrobiologie schrieb am 07.07.2020 03:27 Uhrzustimmen(7) widersprechen(7)
Den Positionen ist beizupflichten.

Dass es in einer sich als modern bezeichnenden Landwirtschaft auch mit höheren Löhnen (22 EUR Mindestlohn plus), Festanstellung, Betriebsrat und Arbeits- und Infektionsschutz hervorragend gehen kann, zeigt das Beispiel Dänemark, obwohl die dortige durchschnittliche Viehhaltung auch nicht als vorbildlich gelten kann. Immerhin geht es bei unseren nördlichen Nachbarn in die richtige Richtung. Stattdessen predigen hiesige Bauernfunktionäre seit 50 Jahren "Wachse oder weiche!" und "Exportiere!". Was für eine Fehlentwicklung.
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