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14.12.2012 | 14:11 | Tierschutzreform 

Neues Tierschutzgesetz stößt auf massive Kritik

Bonn/Berlin - Tierschützer und auch Politiker laufen Sturm gegen das neue Tierschutzgesetz. Der Grund: Schmerzhafte Eingriffe und Tierversuche bleiben erlaubt. Die mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP beschlossene Reform sei unzureichend, kritisierte der Deutsche Tierschutzbund am Freitag in Bonn.

Ferkel
(c) proplanta

Die Organisation PETA sprach von einem schwarzen Tag für die Tiere. Die umstrittenen und schmerzhaften Brandzeichen bei Pferden sind weiterhin möglich, erst 2019 wird dabei eine örtliche Betäubung Pflicht. Auch Ferkel dürfen bis Ende 2018 ohne Betäubung kastriert werden. Das Gesetz muss noch den Bundesrat passieren.

Aus Sicht des Deutschen Bauernverbands erhöhen sich die Anforderungen an den Tierschutz in der Nutztierhaltung durch die Gesetzesnovelle. Die Bundesregierung müsse sich jetzt verstärkt für gleiche Tierschutzstandards auf europäischer Ebene einsetzen, um Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU zulasten der deutschen Landwirte zu vermeiden, forderte der Verband.

Deutschland sei beim Tierschutz innerhalb der EU auf dem Weg nach unten, sagte dagegen der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Der Verband verwies darauf, dass Verbesserungsvorschläge aus dem Bundesrat weitgehend unbeachtet blieben. Die Koalition habe die eigene Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ignoriert. Ursprünglich wollte Aigner das Kennzeichnen von Pferden mit glühend heißen Eisen abschaffen.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung bewertete das Gesetz als Erfolg für die deutsche Pferdezucht. Die politischen Entscheidungsträger hätten Sachargumente und wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt, erklärte Theo Leuchten, Vorsitzender des Bereichs Zucht. Die Befürworter argumentieren, dass das Brennen tierschutzrechtlich vertretbar und der alternativen Methode Chippen überlegen sei.

Etwa 20 Millionen männliche Ferkel kommen jedes Jahr in Deutschland zur Welt. Sie sollen künftig vor der schmerzhaften Kastration geschützt werden. «In weiten Teilen der Welt werden Ferkel ohne Betäubung kastriert, aber eine Anästhesie ist angebracht», sagte Prof. Jörg Hartung von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der die Bundesregierung und die EU in Tierschutzfragen berät. Damit die neue Methode sorgfältig eingeführt wird, sei eine Übergangsfrist notwendig. «Man kann sich streiten, ob die Frist bis 2019 gehen muss», sagte der Tiermediziner der dpa.

Der Tiermediziner Jörg Aurich von der Universität Wien sagte: «Die Kastration von Ferkeln ist tierschutzmäßig das größere Problem als der Schenkelbrand der Pferde.» Der Wissenschaftler plädiert für die Methode der Impfung statt Kastration, um dem Schweinefleisch den Ebergeruch zu nehmen.

Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken geht davon aus, dass das Gesetz in den Vermittlungsausschuss des Bundesrats kommt. «Wir werden uns unter anderem dafür einsetzen, dass das ursprünglich vorgesehene Verbot des tierquälerischen und völlig überflüssigen Schenkelbrands bei Fohlen im Gesetz verankert wird», sagte die Grünen-Politikerin. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) erklärte, er habe sich in manchen Punkten ein schnelleres Vorgehen gewünscht. (dpa)
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