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19.03.2023 | 14:15 | Heuschreckenplage 

4 Milliarden Heuschrecken vernichten Felder auf Sardinien

Rom - Die Heuschreckenplage auf der italienischen Insel Sardinien nimmt immer größere Ausmaße an.

Heuschreckenplage Sardinien
(c) proplanta
Deshalb soll in diesem Jahr zur Bekämpfung dieser Schädlinge auch das Heer eingesetzt werden, wie verschiedene Medien in Rom jüngst berichteten. Seit drei Jahren grasen die Insekten vor allem die Felder im Herzen der Insel ab; 2019 handelte es sich um einige 100.000 Heuschrecken, die sich auf rund 2.000 ha in der Gegend um die Gemeinde Ottana niederließen.

Mittlerweile wird die Insektenzahl auf etwa 4 Milliarden geschätzt, und 28 Gemeinden leiden unter der Plage. Voriges Jahr zerstörten die Heuschrecken 90 % des Futteranbaus, der vornehmlich für die Schaf- und Rinderzucht bestimmt war. Der vor kurzem zu Rate gezogene Entomologe Prof. Alexandre Latchininsky von der Wyoming Universität kam anhand von Bodenuntersuchungen zum Schluss, dass die lang genutzten und daher verödeten Weideflächen zum idealen Ort für die Eierablage der Heuschrecken geworden sind.

Hinzu komme, dass zuletzt Weideflächen zunehmend aufgegeben worden seien. Die Fachleute schlagen ein Umpflügen der Flächen vor, bei der die Eier an die Oberfläche gelangen und dann von Tieren gefressen oder vom Regen zerstört werden. Bei den nicht mehr bewirtschafteten Felder muss man indes warten, bis sich die Eier öffnen. Erst dann kann mit der Schädlingsbekämpfung begonnen werden. Hierfür hat die regionale Agrarbehörde eine Gruppe von 60 Mitarbeitern zusammengestellt.

Anhand einer App sollen die Beamten in den ihnen jeweils zugewiesenen Flächen die Koordinaten von Brandherden durchgeben. Dabei werden sie von Drohnen des Heeres unterstützt. Eine weitere Einsatzgruppe soll sich dann um die Vernichtung der Eier kümmern.

Die Tierhalter stehen diesem Plan allerdings skeptisch gegenüber. Sie beklagen, dass er viel zu spät komme, denn schon im April würden die Nymphen aus den Eiern schlüpfen. Zwar könnten sich diese in den ersten Wochen nur wenige Meter fortbewegen, doch sobald sie zu fliegen begännen, sei es sehr schwer, sie auszurotten. Große Bedenken haben wegen des geplanten Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel vor allem die Ökobauern.
AgE
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