Freitag, 15.10.2021 | 23:15:00
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
03.08.2019 | 04:08 | Getreidemarkt 2019 

Agrarmarkt aktuell: Weizenpreis tendiert seitwärts

Schwäbisch Gmünd - Die Welt blickt weiter auf eine solide Getreideversorgung. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit einem deutlichen Aufbau der Endbestände auf ein Niveau von 650 Mio. t zum 30.06.2018 folgte mit 2018/19 ein Getreidewirtschaftsjahr, in welchem die Weltgetreidebilanz ein leichtes Defizit aufwies.

Getreidepreise 2019
Getreidemarkt 2019 (c) proplanta

Laut Julischätzung des USDA stand einer Erzeugung von 2.127 Mio. t ein Verbrauch von 2.137 Mio. t gegenüber. Entsprechend zeigte sich der Endbestand zum 30.06.2019 mit 630 Mio. t leicht rückläufig.

Für die aktuelle Saison 2019/20 ging man im Mai 2019 zunächst noch von einer erneut positiven Getreidebilanz mit einem Überschuss von rund 20 Mio. t aus. Dies änderte sich jedoch mit der aktuellen Julischätzung des USDA. Im Moment wird die Welt-Getreideproduktion im Wirtschaftsjahr 2019/20 nur noch auf 2.167 Mio. t taxiert. Gegenüber der Maischätzung wurde damit die Erzeugung um 34 Mio. t nach unten korrigiert.

Bei einem ebenfalls leicht nach unten korrigierten Verbrauch von 2.174 Mio. t ergibt sich im Moment ein rechnerisches Defizit von 10 Mio. t. Der Endbestand zum 30.06.2020 soll entsprechend auf einen Wert um 615 Mio. t fallen. Dennoch bewegt sich der stock-to-use-ratio, das Verhältnis zwischen Endbestand und Verbrauch, für 2018/19 mit 29,5 % bzw. für 2019/20 mit 28,3 % weiter auf einem soliden Niveau, wenngleich aufgrund der schwächeren Ernteschätzung im Juli ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist.

Im Julibericht 2019 taxierte die EU-Kommission die Vorjahresernte der EU inzwischen auf 290,4 Mio. t, den Verbrauch auf 287,8 Mio. t. Mit einem Selbstversorgungsgrad von 100,9 % brachte die Ernte 2018 damit das schlechteste Ergebnis seit 2010.

In der aktuellen Ernte 2019 wird derzeit mit 310,2 Mio. t Erzeugung gerechnet. Zwar wurde diese Zahl im Vergleich zur Schätzung des Vormonats um knapp 1 Mio. t gesenkt, dennoch läge dieses Ergebnis auf Platz 3 der Ernten der letzten zehn Jahre.

Der Verbrauch wird mit 289,5 Mio. t deutlich darunter gesehen, so dass zum einen die Endbestände sich auf 50,5 Mio. t erholen könnten, zum anderen auch wieder mehr Getreide für den Export, welcher auf 38,8 Mio. t geschätzt wird, zur Verfügung stehen könnte. Im Gegensatz zur Vorjahresernte werden die Ernten im mittleren, nördlichen und östlichen Europa als durchschnittlich eingeschätzt, während im Süden, v.a. Spanien, Portugal und Rumänien aufgrund von Trockenheit eher schwache Ernten gesehen werden.

Das 5. vorläufige Ergebnis der Ernte 2019, veröffentlicht am 16. Juli vom Deutschen Raiffeisenverband, weist eine Getreideernte mit Mais von nur 46,495 Mio. t (Vj. 37,948) aus. Aufgrund der v.a. im Osten Deutschlands vorherrschenden Trockenheit wurde das Ergebnis gegenüber der Junischätzung um 1,5 Mio. t nach unten korrigiert.

Die Weizenproduktion wird bei insgesamt 23,86 Mio. t gesehen (+17,7 % gg. Vj.). Die Gerstenernte soll bei 11,94 Mio. t (+24,6 %) liegen, bei Körnermais werden 4,14 Mio. t (+23,8 %) erwartet. Die höheren Erntemengen gg. dem Vorjahr sind in allen Fällen fast ausschließlich auf höhere Erträgen zurückzuführen. Die Ernte ist in Deutschland zwischenzeitlich voll im Gang.

Bereits jetzt lässt sich erkennen, dass die Erträge im Süden zumeist gut bis sehr zufriedenstellend ausfallen, aus dem Osten hingegen gibt es Berichte, dass die Druschergebnisse teilweise deutlich unterhalb des 5-jährigen Durchschnitts liegen.

Futtergerste



Die Erzeugerpreise für Futtergerste haben mit Beginn der Ernte deutlich verloren. Aktuell werden Preise um 13,50 bis 14 €/dt im Markt ausgerufen. Inzwischen ist die Futtergerste zu großen Teilen gedroschen. Im Süden wird überwiegend von guten bis sehr guten Erträgen zwischen 7 und 9 t/ha berichtet. Die Ware ist in den meisten Fällen gesund und weist gute Hektolitergewichte aus.

Die über die Blüh- und Kornfüllungsphase immer wieder fallenden Niederschläge sorgten für ein überraschend gutes Ergebnis. Anders die Situation im Osten Deutschlands. Aus Brandenburg liegen Berichte vor, dass die Wintergerstenerträge dort in vielen Fällen aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Aufwuchs teils deutlich unter dem 5-jährigen Mittel liegen.

Auf EU-Ebene wird von einer Gerstenernte von 59,74 Mio. t ausgegangen. Das liegt knapp über dem 5-jährigen Mittel von 59,1 Mio. t. Für Deutschland beziffert der DRV den Wintergerstenanbau auf 1,363 Mio. ha (Vj. 1,216) und die Erntemenge auf 9,85 Mio. t (Vj. 7,37) bei einem Durchschnittsertrag von 72,3 dt/ha (Vj. 60,6).

Die Zahlen deuten darauf hin, dass für die Erzeugerpreise nach der Ernte noch Spielraum nach oben vorhanden ist. Vorausgesetzt es kommt auf Abnehmerseite nicht zu Problemen, z.B. durch ASP. Derzeit stehen die Preise unter Erntedruck und die Veredlungsbetriebe leiden unter fallenden Mastschweine- und Ferkelerlösen.

Brotweizen



Weltweit wird die Weizenernte 2018/19 auf 731 Mio. t beziffert. Bei einem Verbrauch von 735,5 Mio. t ergab sich ein Endbestand zum 30.06.2019 von 275,1 Mio. t (stock-to-use-ratio = 37,4 %). Für das laufende Getreidewirtschaftsjahr wird mit einer Welt-Weizenente von 771,5 Mio. t gerechnet. Bei einem Verbrauch von 756 Mio. t beträgt der Überschuss insgesamt 16 Mio. t, sodass der Welt-Weizen-Endbestand auf 286,5 Mio. t weiter anwächst (stock-to-use-ratio = 37,9 %).

Für die EU taxierte die Kommission die Weizenernte 2019 (incl. Durum) in ihrer Julischätzung auf 149,7 Mio. t, 2 Mio. t über dem 5-jährigen Durchschnitt. In Deutschland sollen 23,86 Mio. t Weizen gedroschen werden, bei einem Durchschnittsertrag von 77,3 dt/ha. In vielen Gebieten hat die Weizenernte zwischenzeitlich begonnen.

Im Süden zeichnen sich durchschnittliche Erträge ab, während im Osten die Bestände deutlich von der Trockenheit gezeichnet sind. Als Kennzeichen der Weizenente 2019 scheinen sich jedoch niedrigere Hektolitergewichte und insgesamt etwas schwächere Proteingehalte zu manifestieren. Auch das Zeichen der Trockenheit in der Kornfüllungsphase.

Mit Erzeugerpreisen um 15 bis 15,50 €/dt leiden auch die Brotweizenpreise unter der Erntedepression. Die Aufgelder für Partien mit guten Proteingehalten könnten in diesem Jahr interessant werden. In Summe zeigt sich die weltweite, aber auch die europäische Versorgung als sehr solide, so dass die Weizenpreise nur schwer den Weg nach oben finden dürften.

Terminmarkt Weizen



Nach 5 Jahren deutlich positiver Welt-Weizenbilanzen schloss das Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 mit einer knapp defizitären Bilanz. Allerdings wird die Weizenbilanz des aktuellen Wirtschaftsjahres 2019/20 deutlich im Plus gesehen, auch wenn das USDA in der Julischätzung die Ernteprognose gegenüber dem Juni leicht zurücknehmen musste. Entsprechend notiert der Weizenkontrakt SEP19 an der CBoT seit Veröffentlichung der USDA-Zahlen am 11. Juli wieder leicht schwächer.

Aktuell notiert Septemberweizen in Chicago bei 500 US-ct/bushel. Ähnlich der Verlauf der Weizennotierungen an der europäischen Warenterminbörse MATIF in Paris. Im Moment notiert dort Septemberweizen seitwärts in einem Band zwischen 173 bis 178 €/t. Sollten sich die aktuellen Zahlen verfestigen, ist wohl kaum mit großen Kurssprüngen bei Weizen zu rechnen.

Braugerste



Die Gerstenernte in der EU wird für 2019 auf insgesamt 59,7 Mio. t geschätzt. Das liegt über dem 5-jährigen Durchschnitt von 59,1 Mio. t und ist knapp 4 Mio. t mehr als im Vorjahr. V.a. die klassischen Erzeuger von Sommergerste / Braugerste erwarten 2019 eine gute Ernte. Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich und Dänemark verzeichnen erheblich bessere Ernten als im Vorjahr.

Lediglich Spanien fällt aufgrund der Trockenheit zurück. Der Drusch der Winterbraugerste ist im Süden weitgehend abgeschlossen. Sowohl Erträge (7 - 9 t/ha) als auch Qualitäten (10,5 % Protein; Vollgerstenanteil: 90 % und mehr) stellen sich überraschend gut dar.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings dass in der Ernte eher schwache Erzeugerpreise aufgerufen werden. Zwischen 17,50 und 18 €/dt ist nicht selten im Markt zu hören. Da kann sich derjenige glücklich schätzen, der im 1. Quartal 2019 frühzeitig zu Vorvertragspreisen um 20 €/dt und darüber vermarktet hat. Die Aussichten auf eine schnelle, deutliche Erholung der Braugerstenpreise sind eher düster. Sollten alle o.g. Gerstenerzeuger die Ernte gut nach Hause bringen wird es wohl nicht so schnell knapp mit der Ware.
LEL Schwäbisch Gmünd
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

Agrarmarkt aktuell: Weizenpreise legen Höhenflug hin

Matif-Agrarfutures zuletzt wieder im Aufwind

Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Höhenflug

IGC erwartet global weniger Getreide

Matif-Frontkontrakt auf Weizen setzt Rallye fort

  Kommentierte Artikel

Winterraps: Weiterhin Schädlingskontrolle durchführen!

Apfelsaft aus der Schweiz: Regional statt global

Streit um den Wolf - Mehr Tiere illegal getötet

Wieviel kostet der Brexit britische Fischer?

Agrarministerkonferenz kritisiert Bundesministerin Klöckner

Mais reift nur langsam ab - Ab wann könnte Ernte beginnen?

Ackerbarometer liefert Vergleichsdaten zur diesjährigen Ernte

Schweinehalter in Existenzkrise

Mühlen suchen verzweifelt nach Hartweizen

Agrarminister fordert Aberkennung der Gemeinnützigkeit für Peta

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt