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01.02.2010 | 10:41 | Agrarmärkte 

Agrarmarkt: Getreidepreis

Schwäbisch Gmünd - Die Versorgung des globalen Getreidemarkts in der Saison 2009/10 fällt nach den neuesten Zahlen (USDA und IGC) noch reichlicher aus als bislang prognostiziert, mit 1.770 Mio. t wurde die zweitgrößte Menge nach 2008/09 geerntet.

Agrarmarkt: Getreidepreise
Bei einem geschätzten Verbrauch von 1.742 Mio. t wachsen die Bestände zum Ende des laufenden Getreidewirtschaftsjahres auf rund 376 Mio. t an. Vor allem bei Weizen wird ein deutlicher Angebotsüberhang von 32 Mio. t gesehen, was die Endbestände auf rund 196 Mio. t (=111 Tage) anwachsen lässt. In der EU steht einer Getreideernte von 291 Mio. t ein Verbrauch von rund 275 Mio. t gegenüber.

Eine ähnlich gute Versorgung ist auch für Deutschland gegeben, wo 2009 gut 49 Mio. t Getreide eingefahren wurden. Im Schnitt wurden in Deutschland 69,8 dt/ha (+1,5 % gg. VJ) Getreide geerntet. Damit wurden die Ernteprognosen des Frühjahrs 2009, auf globaler, europäischer und nationaler Ebene deutlich übertroffen. Entsprechend begannen die Getreidepreise schon vor Beginn der Ernte einzubrechen, danach war der Druck so stark, dass die Preise auf das Niveau von 2005/06 zurückfielen. Zu Jahresende stabilisierten sich Preise auf sehr niedrigem Niveau leicht.


Futtergerste

Eine leichte Flächenausdehnung und hervorragende Erträge sorgten 2009 für einen reichlichen Bestand an Futtergerste. Bereits direkt nach der Ernte gingen große Mengen, vor allem im Ostdeutschland, in die Intervention. Bis zum Jahresende wurden in Deutschland bereits 400.000 t angedient, in der EU lagern zwischenzeitlich rund 1,2 Mio. t Gerste in der Intervention. Die Erzeugerpreise waren in der Ernte auf 8,50 €/dt zurückgefallen, konnten sich in den zurückliegenden Wochen leicht befestigen und liegen nun bei 9,30 €/dt. Nach ersten Anbauzahlen für 2010 reagiert die Landwirtschaft mit einer deutlichen Einschränkung des Wintergerstenanbaus auf rund 1,34 Mio. ha (-8,2 %).


Braugerste

Bei Braugerste wurde 2009 eine sehr gute Ernte eingefahren. Dänemark, Großbritannien und Frankreich verfügen über eine Erntemenge von 5,8 Mio. t, davon 3,6 Mio. t für den Export. Der Überhang an Braugerste wird für die EU auf 2,6 bis 2,7 Mio. t geschätzt. Die rechnerisch leichte Unterversorgung des deutschen Marktes wird problemlos durch Importe ausgeglichen. Der Blick auf die neue Saison verspricht kaum Entlastung. Reichliche Bestände qualitativ guter Ware sollen teilweise den Bedarf über die Ernte 2010 hinaus decken können. Vertragsangebote nennen daher für die Braugerste 2010 ein bescheidenes Preisniveau von 10,50 bis 12,- €/dt. Die Erzeuger reagierten darauf mit Enttäuschung und kündigt erneut deutliche Flächeneinschränkungen an.


Brotweizen

Die Preise für europäischen und deutschen Weizen stehen unter dem Eindruck der sehr guten weltweiten Versorgung. Die EU als Getreideüberschussregion muss für eine ausgeglichene Weizenbilanz auch 2009/10 erhebliche Mengen in Drittländer exportieren. Erschwerend für den Export wirken dieses Jahr die großen Ernten anderer Exportregionen, v.a. der Schwarzmeerregion und der USA. Zudem haben wichtige EU-Abnehmer in Nordafrika selbst gute Ernten eingefahren, so dass dort der Importbedarf nicht so drängend ist wie in der Vorsaison. Im Inland signalisieren Mühlen eine gute Versorgung bis Ende März. Die Abgabebereitschaft der Landwirtschaft hält sich beim derzeitigen Preisniveau in Grenzen, besonders der Absatz höherer Qualitäten ist schwierig. Für 2010 gehen erste Anbauzahlen dennoch von einer Flächenausdehnung auf 3,27 Mio. ha (+2,8 %) aus. Aktuell werden für Brotweizen Erzeugerpreise von 10,60 €/dt genannt. Für A-Weizen lassen sich Aufgelder von 0,60 bis 1,- €/dt, für E-Weizen um 3,10 €/dt erzielen.


Terminmarkt Weizen

Die Notierungen an der Matif waren ab Anfang Juni 09 kontinuierlich eingebrochen. Nach einer vorübergehenden Befestigung der Preise im November/Dezember 09 stürzten die Kurse Mitte Januar 2010 erneut ab. Auslöser war sicherlich auch die erneut höhere Ernteschätzung des USDA für die Saison 2009/10. Aktuell notiert der Novemberkontrakt 2010 an der Matif bei 135 €/t. Auf kurze und mittlere Frist gesehen gibt es kaum Anzeichen, dass sich die Kurse nachhaltig erholen könnten. Erneute Bewegung in den Märkten wird allenfalls erwartet, wenn im Frühjahr die ersten Prognosen für 2010/11 veröffentlicht werden. (LEL)
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