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18.01.2021 | 00:04 | Agrarmesse 

Digitale Grüne Woche 2021 - Proteste bleiben nicht aus

Berlin - Die Hallen bleiben leer, Probierhäppchen gibt es keine - doch auch zur diesmal nur digitalen Agrarmesse Grüne Woche in Berlin rücken der Kurs der Landwirtschaft und Billigpreise für Lebensmittel verschärft in den Blick.

Grüne Woche
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Sonst kommen Tausende, um zur Grünen Woche gegen Riesenställe und Chemie auf dem Feld zu demonstrieren. Wegen Corona ist alles kleiner, die Messe nur virtuell. Doch der Streit um den Agrarkurs bleibt real. (c) proplanta

Umwelt- und Verbraucherschützer verlangen ein radikales Umsteuern auf den Feldern und in den Ställen und trugen ihre Forderungen am Samstag mit einer Demo-Aktion vor das Kanzleramt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wandte sich gegen pauschale Feindbilder. Bauern machen weiter Druck gegen die Marktmacht der Supermarktketten - und wollen mehr Anteil an Gewinnen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite ordentliche Gewinne eingefahren werden und auf der anderen Seite die Landwirte ums Überleben kämpfen.» Die Nachfragemacht der großen Handelsketten sorge für extreme Ungleichgewichte. Nötig sei eine andere Verteilung der Erlöse in der Produktionskette von Lebensmitteln.

«Bei den Bauern muss mehr ankommen.» Ein Hebel dafür sollen auch Gesetzespläne sein, mit denen Klöckner unfaire Handelspraktiken unterbinden will - etwa kurzfristige Stornierungen von Anlieferungen oder einseitiges Ändern von Lieferbedingungen. Der Bundestag sollte das noch weiter schärfen, erwartet der Bauernverband. Auch Klöckner ist offen dafür.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert jedoch ein Umsteuern über Billigaktionen hinaus. «Wenn uns der Wettbewerb im Einzelhandel günstige Lebensmittelpreise beschert, ist dies aus Verbrauchersicht zwar erfreulich», sagte Geschäftsführer Martin Rücker der dpa. An der Supermarktkasse würden aber nicht die «wahren Preise» gezahlt.

«Die inakzeptablen Zustände in der Tierhaltung, beim Umwelt-, Klima- und Arbeitsschutz machen die niedrigen Preise überhaupt erst möglich.» Der Ansatz, nur noch mehr Steuergeld ins System zu pumpen, sei gescheitert. «Billig-Agrarexporte für den Weltmarkt und eine klima-, umwelt-, sozial- und tiergerechte Landwirtschaft mit fairen Preisen für Landwirte sind ein unauflösbarer Widerspruch», mahnte Rücker.

«Agrarwende lostreten», stand auch auf einem großen Transparent, das Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto «Wir haben es satt» vor dem Kanzleramt aufspannten. Aufgerufen dazu hatte ein Bündnis aus 60 Organisationen, darunter Landwirte, Bio-Anbauverbände, kirchliche Hilfswerke und Umweltschützer. Die industrielle Landwirtschaft müsse gestoppt werden, sagte Sprecher Christian Rollmann. Gefordert wurde auch, die Zahl der Tiere in Ställen und den Fleischkonsum deutlich zu senken.

Die traditionelle Demo mit Traktoren anlässlich der Grünen Woche, zu der sonst Zehntausende kamen, fiel wegen der Corona-Pandemie viel kleiner aus. Auch die Messe selbst läuft an diesem Mittwoch und Donnerstag nur mit einem abgespeckten digitalen Konferenzprogramm.

«Das digitale Käsehäppchen gibt es leider noch nicht, aber es gibt den Bedarf nach Austausch», sagte der neue Chef der Messe Berlin, Martin Ecknig, der dpa. Die Aufmerksamkeit für die Themen Lebensmittel und Landwirtschaft sei durch die Krise gestiegen.

Klöckner sagte zu den Protesten: «Alles-oder-Nichts-Forderungen polarisieren.» Dass die Wirtschaftsweise permanent nachhaltiger werden müsse, sei selbstverständlich. Daher spielten Forschung und Modernisierung bei den Landwirten, aber auch in der deutschen und europäischen Förderpolitik und Gesetzgebung eine große Rolle.

«Wer seit Jahren die gleichen polarisierenden Feindbilder pflegt, will diese Veränderungen nicht wahrhaben», sagte Klöckner. «Das ist schade und wird den vielen Bauernfamilien nicht gerecht, die sich auf große Veränderungen eingelassen haben.»

Bis zur Bundestagswahl im Herbst sollen unter anderem noch Weichen für deutlich mehr Tierschutz in den Ställen gestellt werden. Doch die Zeit wird knapp. Eine Expertenkommission des Agrarministeriums hat Vorschläge dafür gemacht - inklusive Ideen zur Finanzierung. Denkbar wäre demnach etwa ein Aufschlag von 40 Cent je Kilogramm Fleisch und Wurst im Supermarkt.

Bauernpräsident Rukwied unterstützt die Vorschläge der Kommission grundsätzlich. Entscheidend sei, ein tragfähiges Finanzierungsmodell zu finden. «Dieser Umbau wird mehrere Milliarden Euro kosten, das muss die gesamte Gesellschaft tragen.»
dpa
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