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13.06.2021 | 00:05 | Fleischmarkt 

Fehlende Auslandsschweine lassen Schweinefleischerzeugung sinken

Wiesbaden - Der Rückgang der Schweineschlachtungen in Deutschland hat sich im April weiter fortgesetzt, jedoch im Vergleich zu den Vormonaten abgeschwächt.

Fleischproduktion
Schweineschlachtungen in Deutschland weiter rückläufig - Im ersten Jahresdrittel kamen rund 610.000 Tiere oder 3,3 Prozent weniger an die Haken - Rückgang durch deutlich weniger angelieferte Schweine aus dem Ausland verursacht - Nordrhein-Westfalen davon besonders betroffen - Rindfleischerzeugung sinkt um 1,6 Prozent - Bayern schlachtet die meisten Rinder. (c) proplanta

Wie aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, kamen im Berichtsmonat knapp 4,30 Millionen Schweine an die Haken; das waren lediglich 0,9 % weniger als im April 2020.

Im gesamten ersten Jahresdrittel 2021 wurde beim Schlachtaufkommen jedoch ein Minus von 609.610 Tieren oder 3,3 % auf 17,73 Millionen Stück im Vorjahresvergleich verzeichnet. Aufgrund des durchschnittlich um 1,6 kg auf 97,1 kg gestiegenen Schlachtgewichts nahm die Schweinefleischerzeugung mit 1,7 % auf 1,72 Mio t weniger stark ab.

Wesentlicher Grund für die schwereren Schweine am Schlachtband war der Schweinestau zu Beginn des Jahres. Aus den Daten der Wiesbadener Statistiker geht hervor, dass der Rückgang der Schlachtungen ausschließlich auf die geringere Zahl an ausländischen Schlachtschweinen zurückzuführen ist, die hierzulande gewerblich verarbeitet wurden.

Von Januar bis April wurden 424.715 schlachtreife Schweine aus anderen EU-Ländern an die hiesigen Fleischhersteller geliefert; das waren rund 635.000 Stück oder 60 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Dagegen blieb das Schweineangebot aus heimischen Ställen relativ konstant; es nahm sogar geringfügig um 25.400 Tiere oder 0,1 % auf 17,30 Millionen Stück zu. Der Anteil der verarbeiteten Auslandschweine in den deutschen Schlachthöfen lag nur noch bei 2,4 %, verglichen mit 6,3 % im ersten Drittel des Vor-Corona-Jahres 2019.

Der Trend zu weniger importierten Schlachtschweinen aus den Nachbarländern hält schon einige Jahr an und wurde im vergangenen Jahr durch den coronabedingten Ausfall von Schlachtkapazitäten und den Schweinestau noch verstärkt. Aufgrund der ab Mai 2020 eingeschränkten Schlachtkapazitäten wegen Corona-Infektionen von Mitarbeitern könnte sich in den kommenden Monaten der Rückstand bei den Schlachtungen zum Vorjahr verringern.

Niedersachsen vorn



Ganz besonders betroffen von den geringen Lieferungen an Auslandsschweinen, die meist aus den Niederlanden und Dänemark und zu geringeren Teilen aus Belgien oder Frankreich stammen, war Nordrhein-Westfalen.

Laut Destatis kamen dort in den ersten vier Monaten 2021 nur noch 107.580 Schweine aus anderen EU-Staaten an die Haken; das waren 402.700 Stück oder 78,9 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Dies konnte durch das um 130.000 auf 5,73 Millionen Tiere gestiegene heimische Angebot nicht ausgeglichen werden; das gesamte Schlachtaufkommen sank um 4,5 % auf 5,84 Millionen Schweine. Damit übernahm Niedersachsen den ersten Platz bei den Schweineschlachtungen in Deutschland, obwohl diese dort gegenüber dem ersten Jahresdrittel 2020 ebenfalls zurückgingen, nämlich um 2,1 % auf 5,87 Millionen Stück.

Auf Rang drei lag Sachsen-Anhalt mit dem großen Tönnies-Schlachthof in Weißenfels, aber auch in diesem Bundesland ging die Zahl der angelieferten Tiere zurück, und zwar um 2,8 % auf 1,60 Millionen Stück. In Bayern und Baden-Württemberg wurden im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2020 jeweils rund 3 % weniger Schweine verarbeitet. Dagegen bekamen die Schlachtbetriebe in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mehr Tiere angeliefert, wobei Sachsen mit einem Anstieg von 28,1 % auf 59.180 Schweine das größte Plus aufwies.

Weniger Bullen geschlachtet



Im ersten Jahresdrittel 2021 wurden in Deutschland auch weniger Rinder geschlachtet. Laut Destatis kamen insgesamt 1,08 Millionen Tiere an die Haken der Fleischhersteller; das waren 12 730 Tiere oder 1,2 % weniger als in der Vorjahresperiode. Maßgeblich dafür war das um 19.730 Tiere oder 4,6 % gesunkene Schlachtviehangebot an Bullen und Ochsen.

Nahezu unverändert blieb im Betrachtungszeitraum die Zahl der angelieferten Schlachtkühe mit 373.400 Stück. Dagegen verkauften die Erzeuger mehr Färsen ins Schlachthaus; die betreffende Stückzahl nahm im Vorjahresvergleich um 7.840 Tiere oder 4,2 % auf 195.150 Färsen zu. Bei Kälbern war ein moderater Rückgang des Aufkommens um 1,0 % auf 110.610 Tiere festzustellen. Die Rindfleischerzeugung ging hierzulande im Vergleich zu Januar bis April 2020 um 1,6 % auf 358.860 t zurück.

Schwacher Jahresauftakt



Die meisten Rinder wurden im Bundesgebiet erneut in Bayern geschlachtet; doch war das dortige Aufkommen gegenüber dem ersten Jahresdrittel 2020 überdurchschnittlich stark, nämlich um gut 10.000 Stück oder 3,4 % auf 282.400 Tiere rückläufig. Das lag in erster Linie an dem um 7,9 % auf 94.000 Stück gesunkenen Angebot an Jungbullen, aber auch die bezogen auf das gesamte Bundesgebiet konstante Zahl an geschlachteten Kühen ging im Freistaat um 3,2 % auf 111.420 Tiere zurück.

Auffällig ist, dass laut den Daten von Destatis die bayerischen Rinderschlachtungen insgesamt im Januar um gut ein Fünftel unter dem Niveau des Vorjahresmonats lagen, in den Folgemonaten jedoch darüber. Auch für die meisten anderen Bundesländer wurden von den Wiesbadener Statistikern für den Januar äußerst geringe Schlachtungen ausgewiesen, die in der Summe um gut 16 % unter dem Vorjahresmonat lagen. Dies dürfte auch an der diesjährigen Lage der Feiertage gelegen haben.

Auf Rang zwei bei den Rinderschlachtungen lag Nordrhein-Westfalen mit 214.280 Tieren; das waren 3,3 % weniger als in den ersten vier Monaten 2020. Verantwortlich hierfür war erneut ein geringeres Bullenangebot, welches um 12.330 Tiere oder 12,2 % kleiner ausfiel. Demgegenüber kamen dort mehr Kühe, Färsen und Kälber an die Haken. Unter den größeren Bundesländern wurden lediglich in Niedersachsen mehr Rinder als im Vorjahreszeitraum verarbeitet; die Schlachtungen nahmen dort um 2,6 % auf 205.800 Tiere zu.
AgE
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Rinder- und Schweineschlachtungen in Deutschland
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