Samstag, 18.09.2021 | 09:52:53
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
25.07.2021 | 03:15 | Fleischersatz 

Fleisch- und Milchsubstitute voraussichtlich auch 2035 noch eine Marktnische

Den Haag - Obwohl der Markt für alternative Eiweiße für Fleisch, Milch und Molkereiprodukte in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich in den kommenden Jahren deutlich wachsen dürfte, werden die betreffenden Anteile am mengenmäßigen Verbrauch tierischer Produkte jeweils noch unterhalb des zweistelligen Prozentbereichs bleiben.

Wurstersatz?
Rabobank erwartet allerdings kräftiges Nachfragewachstum in der EU-28 - Absatz alternativer Fleischprodukte könnte in 15 Jahren auf 1,5 Millionen Tonnen steigen - Verbrauch an Fleisch sowie Fisch und Eiern wird wohl trotzdem zunehmen - Verbrauch alternativer Milchprodukte soll bis Mitte der Dreißigerjahre auf 4,4 Millionen Tonnen wachsen - Absatz von Milcherzeugnissen dürfte aber kaum beeinträchtigt werden. (c) proplanta

Davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Studie zu diesen Segmenten aus. Demnach wird der Verbrauchsanteil der Fleischsubstitute in der Gemeinschaft bis 2035 im Vergleich zu 2020 voraussichtlich um 3,5 Prozentpunkte auf 4 % steigen.

Das Marktvolumen der alternativen Fleischprodukte wird für 2020 auf 214 000 t beziffert. Bis 2035 dürfte der Jahresabsatz der Studie zufolge bis auf 1,5 Mio t zunehmen. Dabei rechnen die Analysten mit einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 15 %.

Voraussetzung dafür seien allerdings zahlreiche Innovationen bei Produkten, Technologien und Produktionsprozessen. Indes seien die Erwartungen mit Blick auf die Entwicklungen am Markt für Fleischsubstitute sehr hoch, so dass das Segment viel Beachtung bei den unterschiedlichen Interessensgruppen finde - auch bei den Fleischerzeugern.

Was die Nachfrage nach Fleisch, Fisch und Eiern angeht, rechnet die Rabobank für die EU-28 mit einer Steigerung Nachfrage bis 2035 im Vergleich zu 2020 um insgesamt etwa 2,0 Mio t. Als Gründe werden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum genannt. Dabei sei aber mit einer Verlagerung des Bedarfsschwerpunkts von Rotfleisch auf Geflügelfleisch und Eier zu rechnen.

Verbraucherakzeptanz immer wichtiger



Nach Einschätzung der Banker wird der Markt für Fleischsubstitute in den kommenden vier Jahren noch recht „übersichtlich“ bleiben. In diesem Zeitraum werde das Wachstum vor allem von pflanzenbasierten Fleischimitaten ausgehen. Insbesondere die Nachfrage des Foodservice und der Schnellimbisse dürfte steigen. Etwas später dürften auch Alternativen für Muskelfleisch, zum Beispiel für Hähnchenfilet und Beefsteak, erhältlich sein.

Nach 2026 werde es aber wahrscheinlich schwieriger, so die Rabobank. Technisch könnten dann vielleicht die Einweißfermentation, andere Eiweißquellen wie Insekten und In-vitro-Fleisch genutzt beziehungsweise vermarktet werden. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg bleibe allerdings die Akzeptanz dieser Produkte durch die Konsumenten.

Um den prognostizierten Zuwachs an Fleischalternativen herzustellen, wären der Studie zufolge als Rohstoffe im Vergleich zu 2020 insgesamt 600.000 t Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchte zusätzlich nötig. Diese Menge wäre allerdings problemlos am Weltmarkt zu beschaffen. Für bestimmte Ingredienzen seien jedoch Investitionen in Verarbeitungskapazitäten erforderlich, so die Experten.

Frischmilchkonsum voraussichtlich rückläufig



Den Verbrauch von alternativen Milchprodukten in der EU-28 taxiert die Rabobank für 2020 Jahr auf mehr als 1,5 Mio t. Bis 2035 dürfte diese Menge auf fast 4,4 Mio t wachsen; das entspräche einem durchschnittlichen Jahresplus von 7 % bis 8 %. Dadurch würde der Anteil der Substitute am Gesamtmarkt für Milchprodukte um 6 Prozentpunkte auf 9 % ausgeweitet.

Indes rechnen die Banker für den Verbrauch von Frischmilch in der EU-28 bis 2035 mit einem jährlichen Verbrauchsrückgang von 0,7 %. Als Ursachen werden neben der zunehmenden Vermarktung von Milchsubstituten auch veränderte Konsumentenpräferenzen und die demografische Entwicklung angeführt.

Derweil sei auf den Märkten für andere Molkereierzeugnisse wie Joghurt, Eis und Käse ebenfalls mit einem rasch wachsenden Anteil von Alternativen zu rechnen. Diese Zuwächse seien aber absolut gesehen recht klein, so dass das Marktvolumen der „echten“ Molkereierzeugnisse in den kommenden 14 Jahren dennoch weiter zunehmen werde, prognostiziert die Rabobank. Dazu werde vor allem die voraussichtlich umfangreichere Nachfrage im Außer-Haus-Verzehr sowie in Süd- und Osteuropa beitragen.

Bestimmte Zutaten könnten knapp werden



Die Rabobank geht davon aus, dass der erwartete EU-weite Rückgang des Frischmilchkonsums durch eine wachsende Nachfrage nach Rohmilch für Milcherzeugnisse - und hier vor allem für Käse - mehr als ausgeglichen wird. Unter dem Strich rechnen die Banker hier mit einem jährlichen Bedarfszuwachs von 0,2 %.

Um das prognostizierte Wachstum des Marktes für Milchsubstitute im Jahr 2035 zu realisieren, wären dann im Vergleich zu 2020 zusätzlich schätzungsweise rund 500.000 t Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen erforderlich. Dafür könne der Weltmarkt ohne Probleme Sojabohnen und Hafer liefern. Allerdings sei mit kurzfristigen Versorgungsengpässen bei bestimmten Zutaten wie Mandeln und Nüssen zu rechnen, schränkt die Rabobank ein.
AgE
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

Unternehmen treiben Laborfleisch voran

Beyond Meat kalkuliert mit Umsatzdämpfer

Weitere Marktanteile gehen von Discountern auf Supermärkte über

Fleischersatz: Oft viel teurer als Fleisch?

  Kommentierte Artikel

Agrarminister fordert Aberkennung der Gemeinnützigkeit für Peta

Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft beklagt Kostendruck

2.000 Quadratmeter zum (Über-)Leben?

Zuckerrüben: Zuckerwirtschaft geht von guter Entwicklung aus

Getreideaufkommen auf 42,1 Millionen Tonnen veranschlagt

Mehr Starkregen: Vor allem Städte müssen umdenken

Nur unterdurchschnittliche Getreidernte in Baden-Württemberg 2021

Schwankungen und Starkregen: Schwächere Ernte 2021

Niedersachsen will Abschuss von Wild erleichtern

Macht der Klimawandel Hochwasserkatastrophen wahrscheinlicher?

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt