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03.12.2010 | 12:37 | Landesversammlung Bayern 

Herausfordernde Zeiten für Bayerns Bauern

Herrsching – In den nächsten Monaten geht es für die Bauernfamilien in Bayern und in Deutschland um viel.

Landesversammlung
(c) BBV

„Es geht darum, unter welchen Vorzeichen unsere Mitglieder in Zukunft nach 2013 wirtschaften können“, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner bei der heutigen Herbst-Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbandes in Herrsching. „Auch wir wollen wie Agrarkommissar Cioloº eine starke Agrarpolitik, die von der Gesellschaft mitgetragen wird. Auch wir stehen für eine umweltverträgliche Landwirtschaft und haben beste Beispiele dafür. Wir sind für Ernährungssicherheit mit hochwertigen Lebensmitteln, für Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum.“ Allerdings lasse die EU-Kommission offen, mit welchen Maßnahmen sie eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und flächendeckende europäische Landwirtschaft erhalten wolle.

Allein die EU-Direktzahlungen machten im Schnitt 50 Prozent der landwirtschaftlichen Einkommen aus. Wenn die EU-Kommission diese Ausgleichszahlungen an noch mehr Auflagen und Bürokratie binden wolle, bedeute dies für die Betriebe noch mehr Kosten und weniger Einkommen. Die Bauern würden freiwillig zusätzliche Umweltleistungen erbringen. Dafür seien lediglich die Agrarumweltprogramme zu stärken, sagte Sonnleitner. Deutschland sei den anderen EU-Staaten wie Österreich und Frankreich in der Umsetzung der letzten großen Agrarreform um rund zehn Jahre voraus, machte Sonnleitner deutlich. „Warum erkennt Cioloº nicht an, dass in Deutschland seit 2005 EU-Direktzahlungen von mehr als einer halben Milliarde Euro auf Grünland und extensivere Wirtschaftsweisen ausgerichtet wurden“, sagte der Bauernpräsident vor den rund 200 Delegierten, Bäuerinnen und Bauern aus allen Regionen Bayerns.

Auch im Vorschriftendschungel erwarteten sich die fachlich gut ausgebildeten Bauern deutliche Vereinfachungen: „Es ist doch ein Unding, dass die europäischen Bauern 2.680 Auflagenkriterien im Rahmen von Cross Compliance beachten müssen.“ Deshalb hätten die Bauernfamilien kein Verständnis für Cioloº Plan, noch mehr Auflagen an die Direktzahlungen zu binden.

Zu der Frage, ob große Betriebe mehr Nutzen aus der EU-Agrarpolitik ziehen würden und kleine Betriebe leer ausgingen, verwies Sonnleitner auf den Bayerischen Agrarbericht, der seit Jahren Transparenz bei den EU-Zahlungen ermöglicht. So lag bei den Klein- und Nebenerwerbsbetrieben mit einer Durchschnittsgröße von 18 Hektar im schwierigen letzten Wirtschaftsjahr 2008/2009 der Anteil staatlicher Zuwendungen bei über 120 Prozent des landwirtschaftlichen Einkommens (rund 7.450 Euro). Bayerische Familienbetriebe im Haupterwerb, die durchschnittlich rund 50 Hektar bewirtschaften, wurden durch staatliche Zuwendungen in Höhe von 69 Prozent ihres Einkommens (rund 34.000 Euro) stabilisiert. Einen noch höheren Anteil an staatlichen Zuwendungen haben laut Agrarbericht ökologisch wirtschaftende Betriebe im Haupterwerb erhalten. „Diese Grundstruktur von maßgeschneiderter Unterstützung für Bergbauern, Ackerbauern, Milchbetrieben, Ökobetrieben und Sonderkulturbetrieben wollen wir fortführen“, sagte Sonnleitner. Doch müssten dafür alle Elemente des „Baukastens der EU-Agrarpolitik“ verfügbar bleiben und ihre Effizienz für die Regionen in Europa fortbestehen.

Neben der Agrarpolitik ist der Klimawandel das weitere große Thema, das die Bauernfamilien bewegt. „Wir sehen uns mit dem Klimaschutz in besonderer Weise verbunden“, sagte Sonnleitner. „Wir Bauernfamilien denken und handeln generationenübergreifend. Aus diesem Grund ist für uns Klimaschutz ein wichtiger Aspekt.“ Sonnleitner appellierte, in der Diskussion über die Ursachen des Klimawandels über Zusammenhänge nachzudenken und die Besonderheiten der Land- und Forstwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung zu berücksichtigen. „Ein Auto oder eine Flugreise erleichtern und bereichern unser Leben. Aber Lebensmittel sind Mittel zum Leben und existenziell notwendig. Emissionen können nicht dadurch eingespart werden, in dem weniger Lebensmittel erzeugt werden, sondern über eine effizientere und klimaschonende Produktion.“

Land- und Forstwirtschaft wirtschafte in natürlichen Kreisläufen. „Landbewirtschaftung ohne Auswirkungen auf die Umwelt gibt es nicht. Aber Land- und Forstwirtschaft ist die einzige Branche, die im Rahmen ihrer Lebensmittel- und Energieproduktion CO2 bindet und somit in einem Kreislauf hält.“ Während sich die Klimaleistungen anderer Wirtschaftssektoren darin erschöpfe, weniger klimaschädigende Emissionen zu erzeugen, könne die Land- und Forstwirtschaft darüber hinaus mit Hilfe ihrer Produktion und der Verwendung ihrer Produkte einen Beitrag zur Reduktion der Klimagase leisten. (BBV)
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