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24.07.2022 | 00:03 | Ölsaaten 

IGC erwartet global mehr Raps und weniger Sonnenblumensaat

London - Während die diesjährige weltweite Ernte an Sonnenblumen wohl deutlich kleiner als 2021/22 ausfallen dürfte, zeichnet sich für den Raps ein kräftiger Zuwachs ab.

Sonnenblume
Londoner Experten rechnen weiterhin mit deutlicher Erholung der Rapserträge in Kanada - Amtliche Anbaudaten aber noch mit großer Unsicherheit behaftet - Rapsaufkommen in der EU jetzt bei 17,8 Millionen Tonnen gesehen - Australische Ernte dürfte langjährigen Durchschnitt weit übertreffen - Pessimistischere Prognose für ukrainische Sonnenblumensaat - Einbußen werden wohl nur teilweise durch Zuwächse in anderen Ländern ausgeglichen. (c) proplanta

Der Internationale Getreiderat (IGC) veranschlagt die globale Rapsproduktion jetzt auf voraussichtlich 77,4 Mio t. Im Juni waren zwar noch 600.000 t mehr erwartet worden, aber dennoch würden mit der aktuellen Prognosemenge ein neuer Rekord aufgestellt und das Vorjahresvolumen um 5,8 Mio t oder 8,1 % übertroffen.

Ausschlaggebend dafür ist nach Einschätzung der Londoner Experten die voraussichtlich deutliche Erholung der Canola-Erträge in Kanada. Allerdings habe eine kürzlich unter den kanadischen Farmern durchgeführte amtliche Umfrage ergeben, dass der Rapsanbau mit schätzungsweise 8,7 Mio ha das Vorjahresareal um 4 % verfehlen dürfte. Diese Daten sind aber nach Ansicht des Getreiderates mit großer Unsicherheit behaftet, da sie nur den Vierwochenzeitraum bis Mitte Juni abdecken.

Vor allem in der Provinz Manitoba sei die Aussaat nämlich durch starke Regenfälle und Überschwemmungen behindert worden. Vor diesem Hintergrund beließ der IGC seine Produktionsprognose für das nordamerikanische Land bei 18,0 Mio t Rapssaat; das wären 5,4 Mio t oder 42,9 % mehr als im Vorjahr.

Deutsche Rapsernte kleiner geschätzt



Mit Blick auf die diesjährige Rapsernte in der Europäischen Union mehrten sich nach Angaben des IGC zuletzt Bedenken, dass die anhaltend heiße und trockene Witterung der vergangenen Wochen Ertragseinbußen in einigen Anbaugebieten verursachen könnte. Der Getreiderat korrigierte deshalb seine Prognose für die Rapsernte in der Gemeinschaft um 200.000 t auf jetzt 17,8 Mio t nach unten; dennoch würde damit das Vorjahresergebnis um 800.000 t oder 4,7 % übertroffen.

Im Einzelnen wird für Deutschland - dies ist der größte Produzent unter den Mitgliedstaaten - im Vorjahresvergleich ein Zuwachs um 300.000 t oder 9,7 % auf 3,8 Mio t Rapssaat erwartet. Im Juni hatten die Fachleute aber noch mit 100.000 t mehr gerechnet.

Für Frankreich, den zweitwichtigsten Erzeuger, wurde die Ernteprognose bei 3,6 Mio t Raps belassen; das wären 400.000 t oder 11 % mehr als im Vorjahr. Dagegen passten die Londoner Fachleute ihre Voraussage für das Rapsaufkommen in Polen - die Nummer drei auf der EU-Erzeugerrangliste - um 100.000 t auf 2,9 Mio t nach unten an. Im vergangenen Jahr ernteten die Landwirte dort noch 3,2 Mio t der schwarzen Ölfrucht.

Fast ein Drittel mehr Raps in den USA



Unterdessen zeigte sich der Getreiderat mit Blick auf die US-Rapsproduktion weiterhin recht zuversichtlich. Zwar habe eine umfragebasierte Schätzung des USDA ergeben, dass die Farmer den Rapsanbau in den Vereinigten Staaten im Vorjahresvergleich um 9 % auf kaum 800.000 ha eingeschränkt hätten. Dennoch sei dort unter der Voraussetzung von Trenderträgen mit einer Ernte von 1,6 Mio t Rapssaat zu rechnen; gegenüber dem Vorjahr wären das 400.000 t oder 31,4 % mehr.

Das Rapsaufkommen liegt dort im langjährigen Durchschnitt bei 1,5 Mio t. Derweil wird die australische Ernte unverändert auf voraussichtlich 5,6 Mo t veranschlagt. Dies wären zwar 900.000 t weniger als das Vorjahresaufkommen, aber immer noch gut 40 % mehr als der langjährige Durchschnitt.

Bessere Ernteaussichten für Sonnenblumen



Die globale Ernte an Sonnenblumensaat wird in der kommenden Vermarktungssaison voraussichtlich etwas größer ausfallen als bislang angenommen. Der IGC beziffert die betreffende Menge jetzt auf 51,0 Mio t Sonnenblumensaat. Im Juni hatten die Fachleute noch mit 400.000 t weniger gerechnet. Trotz der nun optimistischeren Vorhersage würde damit der im Vorjahr erzielte Rekord von 56,7 Mio t aber um 5,7 Mio t oder 10,1 % verfehlt und der Dreijahresdurchschnitt um 2,4 Mio t oder 4,5 %.

Die kriegsbedingt erheblich geringere Ernte in der Ukraine dürfte nur teilweise durch Zuwächse in anderen Ländern ausgeglichen werden. Die Londoner Fachleute gehen nun im Einzelnen davon aus, dass die ukrainischen Landwirte in diesem Jahr nur 9,5 Mio t an Sonnenblumensaat von den Feldern holen werden; einen Monat zuvor waren noch 10 Mio t erwartet worden.

Im vergangenen Jahr wurde eine Ernte von schätzungsweise 16,4 Mio t eingefahren. Indes sehen die Londoner Fachleute die diesjährige Erzeugung von Sonnenblumensaat in Russland weiterhin bei 14,9 Mio t; im Vergleich zum Vorjahr wären dies 600.000 t weniger.

Anbauausweitung in der EU und Argentinien



Allerdings korrigierte der IGC seine Prognose für die EU-Sonnenblumenernte 2022/23 um 200.000 t auf eine Spitzenmenge von 11,1 Mio t Sonnenblumensaat nach oben; das wären 7,8 % mehr als im Vorjahr. Als Begründung dafür wird die Ausweitung des Anbaus in der Gemeinschaft um 7 % auf einen Rekord von 4,7 Mio ha angeführt.

Vor allem die Landwirte in den wichtigen Erzeugerländern Rumänien, Ungarn, Frankreich und Spanien hätten die betreffenden Flächen vergrößert. Für Argentinien rechnet der Getreiderat nun für 2022/23 ebenfalls mit der größten Sonnenblumenfläche aller Zeiten. Damit dürften die Landwirte auf die hohen Preise für Verarbeitungsprodukte wie Sonnenblumenöl als Folge der deutlich rückläufigen Verfügbarkeit von Schwarzmeerprodukten für den Export reagieren.

Unter der Annahme einer trendgemäßen Ertragsentwicklung prognostiziert der IGC für das südamerikanische Land nun eine Ernte von 4,5 Mio t Sonnenblumensaat; im Juni waren noch 400.000 t weniger erwartet worden. Die Vorjahresmenge würde damit um 500.000 t oder 12,5 % übertroffen.

Kräftige Flächenausweitung in den USA



Der IGC hebt hervor, dass Argentinien zwar ein weniger bedeutender Exporteur von Sonnenblumenkernen sei - der größte Teil werde vielmehr in verarbeiteter Form im Ausland vermarktet. Die Gesamtlieferungen von argentinischem Sonnenblumenöl und -mehl hätten 2020/21 bei mehr als insgesamt 1,5 Mio t gelegen.

Auch mit Blick auf das diesjährige Sonnenblumenaufkommen in den USA zeigte sich der IGC noch optimistischer als im Juni und korrigierte seine bisherige Prognose um 200.000 t auf 1,3 Mio t nach oben. Im Vorjahr waren dort lediglich 900.000 t Sonnenblumensaat gedroschen worden. Als Begründung für die positive Entwicklung verweisen die Londoner Fachleute auf aktuelle Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA), demzufolge die Farmer den Anbaufläche um fast 30 % ausgeweitet haben.
AgE
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