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16.10.2019 | 06:24 | Hunger, Dürre und Zyklon 

Im südlichen Afrika bahnt sich eine Nahrungsmittelkrise an

Johannesburg - Kaum genug zu essen, und nun auch noch kaum genug zu trinken: Im afrikanischen Simbabwe führt der Kollaps der Infrastruktur zu chronischem Trinkwassermangel.

Welternährung
Im Südosten Afrikas droht eine akute Hungerkrise. Jetzt wird auch noch das Trinkwasser knapp. Zur Dürre kommen strukturelle Probleme. Eine Gemengelage, die die Ernährung von Millionen Menschen bedroht. (c) proplanta

Es fehlt an allem - selbst am Geld für Chemikalien in den Wasseraufbereitungsanlagen. «Seit Wochen kommt kein Trinkwasser mehr aus den Wasserhähnen», klagt Brenda Moyo. Seit 4 Uhr morgens wartet sie in einer langen Schlange vor einem Wasserloch. Gerade mal sechs Bohrlöcher gibt es für mehr als 30.000 Bewohner in Mabvuku, einem armen Vorort der Hauptstadt Harare.

Wie Moyo leidet der Rest der rund zwei Millionen Einwohner der Stadt. «Wir brauchen im Schnitt mindestens 3 Millionen US-Dollar für eine Monatsladung Chemikalien», sagt Bürgermeister Herbert Gomba - und gibt zu, dass die Finanzen gerade mal für sieben Tage reichen.

Einige Stadtteile haben daher für Haushalte fließend Wasser auf zwei Stunden pro Tag beschränkt - bei anderen läuft gar nichts. «Weil wir eine Dürre haben, sinkt der Wasserspiegel konstant», sagt Stadtplaner Mike Vareta. David Beasley vom UN-Welternährungsprogramm (WFP) bestätigt: «Wir haben es mit einer Dürre zu tun, wie wir sie seit langem nicht mehr erlebt haben.» Viele Menschen seien auch akut vom Hunger bedroht.

Der international begangene Welternährungstag am Mittwoch (16.10.) droht daher für Millionen Afrikaner im Süden des Kontinents zum Welthungertag zu werden. Denn die Region ächzt seit Monaten schon unter chronischen Dürren, Wirbelsturmschäden und Schädlingsbefall. «Jüngste Prognosen aus der Region zeigen, dass 41 Millionen Menschen im südlichen Afrika Hunger leiden - 2018 waren es noch 29,4 Millionen Menschen», warnt die Hilfsorganisation Care.

Auch die Vereinten Nationen warnen immer eindringlicher vor einer drohenden Hungerkrise. Mehr als 5,5 Millionen Menschen in Simbabwe haben nach ihren Schätzungen zum Jahreswechsel keinen Zugang zu genügend Nahrungsmitteln. Schon jetzt gelte das dort für mehr als 3,5 Millionen Menschen, so das WFP. Im Nachbarland Mosambik mangelt es zurzeit mindestens 1,6 Millionen Menschen an Nahrung, bis Anfang 2020 steigt diese Zahl wohl auf 1,9 Millionen Menschen.

Zu den Gründen gehören unter anderem die Folgen des Zyklon «Idai». Genau zur Erntezeit im März verwüstete der tropische Wirbelsturm Teile von Mosambik, Simbabwe und Malawi. Ihm folgten Sturmfluten, Überschwemmungen und viel Regen. Häuser wurden zerstört, Brücken weggeschwemmt, Stromleitungen gekappt und Ackerland unter Wasser gesetzt. Die Weltorganisation für Meteorologie nannte «Idai» den wohl schlimmsten Zyklon der südlichen Hemisphäre.

Doch zum Extremwetter gehören auch Dürren, die bereits bestehende Notlagen verstärken. Der Klimawandel gilt als eine wichtige Ursache dafür, dass die Hungerzahlen aktuell wieder steigen. «Viele Länder, die unter verbreitetem Hunger leiden, sind gleichzeitig stark vom Klimawandel betroffen; Menschen, die ohnehin schon ums wirtschaftliche Überleben kämpfen, geraten bei zunehmenden Extremwetterlagen rasch in existenzielle Not und leiden Hunger», erklärte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge.

Während die Wasserknappheit in der Touristenmetropole Kapstadt im Vorjahr weltweit für Schlagzeilen sorgte, erreichte die Trockenheit im Hunderte Kilometer weiter nördlich gelegenen Nachbarstaat Namibia nicht diese Aufmerksamkeit. Dabei leidet die frühere deutsche Kolonie schon seit 2013 unter einer Dürre-Serie, die es in die Rezession drückte. Dieses Jahr werden bis zu 40-prozentige Ernteeinbrüche befürchtet. Im Mai wurde bereits der Notstand ausgerufen, weil ein Fünftel der Bevölkerung von Nahrungsmittelknappheit bedroht ist.

«Es ist ganz sicher: Der Klimawandel ist hier angekommen; die Menschen in Namibia erleben eine katastrophale Dürre, wie es sie seit Jahrzehnten noch nie gegeben hat», hatte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller vorigen Monat bei seinem Besuch dort erklärt.

Klimaschutz und die Anpassungen an den Temperaturanstieg kosten Geld, das viele Staaten nicht haben. Der vom Bündnis Entwicklung Hilft vorgestellte Welt-Risiko-Bericht 2019 warnte daher, der Wassermangel verschärfe das Katastrophenrisiko und die Verwundbarkeit der Gesellschaften.
dpa
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