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19.02.2023 | 13:32 | Ernteprognose 

Kleinere Weltweizenernte 2023/24 erwartet

London - Für das kommende Getreidewirtschaftsjahr zeichnet sich ein geringeres globales Aufkommen an Weizen ab als im laufenden Rekordjahr 2022/23.

Weltweizenernte 2023/24
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Londoner Experten sehen Anbaufläche in einer ersten Projektion fast auf Vorjahresniveau - Deutliche Einschränkung für Ukraine erwartet. (c) proplanta
Nach der ersten Projektion des Internationalen Getreiderates (IGC) dürfte die Weizenproduktion 2023/24 im Vergleich zur aktuellen Saison bei normalen Witterungsverläufen um 9,1 Mio. t oder 1,1 % auf 787 Mio. t zurückgehen. Der Vierjahresdurchschnitt würde damit aber noch um 9 Mio. t oder 1,2 % übertroffen.

Die Londoner Experten gehen bei ihrer Vorhersage von leicht rückläufigen Erträgen aus. Derweil dürfte die globale Weizenfläche zur Ernte 2023/24 laut den IGC-Projektionen nur um 300.000 ha oder 0,1 % auf 220,7 Mio. ha eingeschränkt werden.

Im Einzelnen rechnet der Getreiderat dabei für das Weizenareal in der EU mit einer Verkleinerung um 100.000 ha oder 0,5 % auf 24,1 Mio. ha. Bislang seien hier kaum Frostschäden in den Kulturen verzeichnet worden, berichtete der IGC. Allerdings sei in Teilen von Nord- und Westeuropa einschließlich Frankreich mehr Regen vonnöten.

Trockenheit im Süden der USA

Das Weizenareal in Russland beziffern die Fachleute für 2023/24 auf 27,8 Mio. ha; das wären 900.000 ha oder 3,2 % weniger als im Vorjahr. Die absolut und relativ stärkste Flächeneinschränkung beim Weizen prognostiziert der IGC für die Ukraine, nämlich von 1,7 Mio. ha oder 25,2 % auf 4,9 Mio. ha. Die Experten betonen aber, dass diese Voraussage wegen des Krieges in dem Land mit sehr großer Unsicherheit behaftet sei.

Derweil dürften die US-Farmer nach Einschätzung des Getreiderates den US-Weizenanbau insgesamt um 1,8 Mio. ha oder 12,5 % auf 16,2 Mio. ha ausweiten. Das Winterweizenareal habe mit einem Plus von 11 % bereits ein Achtjahreshoch von 15 Mio. ha erreicht.

Allerdings habe Trockenheit in den Southern Plains einschließlich Kansas die Entwicklung der Kulturen in den vergangenen Wochen deutlich beeinträchtigt. Deshalb sei damit zu rechnen, dass die Farmer auch den Anbau von Sommerweizen kräftig ausweiten dürften.

Voraussichtlich weniger Mais in der EU

Auch der globale Anbau von Mais wird sich nach der ersten IGC-Projektion für 2023/24 im Vorjahresvergleich relativ stabil entwickeln. Die Fläche wird auf voraussichtlich 201,6 Mio. ha taxiert; das wären 900.000 ha oder 0,4 % mehr als 2022/23. Dabei rechnen die Londoner Fachleute mit einer Ausweitung der Maisareale in den USABrasilen und Argentinien, während sie für die Ukraine eine erhebliche Einschränkung erwarten. Die Landwirte in der EU werden laut IGC wahrscheinlich auf 8,7 Mio. ha Mais säen; das wären 200.000 ha oder 2,8 % weniger als im vorigen Jahr.

Dagegen wurde der Rapsanbau in der EU zur Ernte 2023 ausgedehnt. Der Getreiderat geht hier aktuell von 6 Mio. ha aus, nach 5,9 Mio. ha im vergangenen Jahr. Weltweit insgesamt dürfte die schwarze Ölfrucht 2022/23 nach der jüngsten Vorhersage aus London auf 40,7 Mio. ha ausgesät werden; das sind 500.000 ha mehr als im Vormonat prognostiziert. Das Vorjahresareal würde demnach aber noch um 500.000 ha oder 1,3 % verfehlt.

Im Einzelnen wurden die Anbauschätzungen für IndienKanada und Russland angehoben. Für Indien wird jetzt die Rapsfläche auf 9 Mio. ha veranschlagt; im Januar waren 400.000 ha weniger erwartet worden. Die Zahlen zur Rapsaussaat in Kanada und Russland wurden um jeweils 100.000 ha auf 8,7 Mio ha beziehungsweise 2,4 Mio. ha heraufgesetzt.
AgE
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