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16.06.2019 | 03:14 | Mit Satellit und Drohne 

Landwirte testen Smart Farming

Freiberg am Neckar - Digitalisierung hin oder her: Der Bauer und sein Spaten haben für Jürgen Rüdt nicht ausgedient.

Drohneneinsatz
Smartphone und Tablet sind heute auch auf vielen Höfen und Äckern nicht mehr wegzudenken. Einige Landwirte im Südwesten setzen neuerdings zudem auf Daten aus dem All. (c) proplanta

«Nur der Blick in den Boden zeigt den tatsächlichen Zustand», sagt der Landwirt aus Ditzingen. Und den schaut er sich auch persönlich immer noch an. Was aber nicht heißen soll, dass Rüdt sich bei der Arbeit auf den Feldern seines Ackerbaubetriebs nicht von moderner Technik helfen lässt - ganz im Gegenteil. Dass er jeden Winkel seiner Felder ganz genau kennt, dafür sorgen neben dem Spaten mittlerweile auch Satellitenbilder und Spezialsoftware.

Rüdts Betrieb ist einer von zweien im Südwesten, die derzeit unter Regie des Agrar-Handelskonzerns BayWa in einem Pilotprojekt die Möglichkeiten des sogenannten Smart Farming erproben. «Wir sehen das als große Zukunftschance», sagt BayWa-Spartengeschäftsführer Gerd Mezger. Für die Landwirte, aber natürlich auch als Geschäftsfeld für die BayWa selbst.

Konkret geht es vor allem darum, die Qualität des Bodens mit Hilfe von Satellitendaten und Proben, die an zuvor exakt vermessenen Stellen genommen werden, so genau wie möglich zu bestimmen. Nicht mit einem Durchschnittswert, sondern individuell für nahezu jeden Quadratmeter. Denn auch wenn die meisten Felder einheitlich aussähen, könne es in der Ertragskraft Unterschiede von zum Teil 20 bis 30 Prozent geben, betont Mezger.

Entsprechend könne dann, wiederum mit Hilfe von exakten Karten und Satellitennavigation, die Verteilung von Saatgut und Düngemitteln auf den Feldern gesteuert werden - im Idealfall mit deutlich größerer Effizienz.

Das sogenannte Precision Farming, also der Einsatz GPS-gesteuerter Mähdrescher etwa, sei durchaus nicht neu, sagt Landwirt Rüdt. «Aber so richtig etablieren konnte man das nicht.» Jedenfalls nicht im Südwesten, wo die Landwirtschaftsbetriebe im Vergleich eher klein und oft in Familienhand sind und sich die Investition in die teure Technik schlicht nicht lohnt. Auch das sei ein Antrieb für das Pilotprojekt gewesen, das Rüdt einst selbst mit angestoßen hat.

Markus Schaible hat aus dem Problem vieler Betriebe sein Geschäft gemacht. Der 40-Jährige ist Landwirt und Elektroniker. Vor allem aber ist er sogenannter Lohnunternehmer, der im Auftrag von Landwirtschaftsbetrieben bestimmte Arbeiten erledigt, die sie nicht selbst erledigen wollen oder können, eben weil ihnen zum Beispiel die Technik dafür fehlt.

Und er hat sich auf Smart Farming spezialisiert und ist deshalb ebenfalls Teil des Projekts. Mit einem Spezialfahrzeug nimmt Schaible auf den Feldern die Bodenproben. Satellitendaten und exakt markierte Wegmarken sagen ihm, wo er hin muss.

Noch immer hätten viele Landwirte Berührungsängste, wenn es um die Digitalisierung geht, sagt Schaible. Aber allmählich wandele sich das. «Man merkt: Das Interesse steigt», betont er. Und so langsam zögen auch andere Lohnunternehmer nach.

Der Einsatz von Drohnen etwa, um Schlupfwespen in Maisfeldern auszusetzen, ist in der Landwirtschaft schon ein recht gängiges Mittel. Auch Schaible ist damit regelmäßig unterwegs. Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde des Maiszünslers, eines Schädlings. Manch Landwirt nutzt die Drohne aber auch, um Tiere in seinen Feldern aufzuspüren, bevor die Mähmaschine kommt.

Wenn das Konzept so funktioniert, wie die Initiatoren des Pilotprojekts sich das vorstellen, würden nicht nur die Landwirte profitieren, indem sie ihren Arbeitsaufwand verringern und durch den effizienteren Einsatz von Saatgut und Dünger auch Geld sparen. Auch die Umwelt soll etwas davon haben, dass Düngemittel gezielter eingesetzt werden, wie BayWa-Geschäftsführer Mezger sagt. Der Agrar-Handelskonzern will sein Geld langfristig mit der Rolle des Vermittlers verdienen, der Landwirte und Anbieter wie Schaible zusammenbringt.

Dass Landwirte auf lange Sicht um den Einsatz smarter Helfer ganz herumkommen, glaubt man auch beim Bauernverband nicht. Letztlich sei es für die Betriebe aber eine Kostenfrage, betont eine Sprecherin. Dass Smart Farming mehr kostet, sei klar, sagt Landwirt Rüdt. Wie viel mehr, sei aber noch nicht ganz klar. Das soll das Pilotprojekt erst noch zeigen. Wo die Grenze liegt, ab der es sich nicht mehr lohnt, könne je nach Betrieb durchaus unterschiedlich sein.

Der Bauernverband hat neben den Kosten noch einen weiteren Knackpunkt ausgemacht: Er rät Betrieben in jedem Fall, auch darauf zu achten, was eigentlich mit den Daten geschieht, wo sie gespeichert werden und wer Zugriff darauf hat. Auch das müsse eindeutig geklärt sein.
dpa/lsw
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