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23.09.2014 | 14:41 | Dünge- und Pflanzenschutzmittel 

Lieferengpässe verunsichern Betriebsmittel-Branche

Bonn - Die Märkte für Dünge- und Pflanzenschutzmittel haben sich sowohl im abgelaufenen Wirtschaftsjahr, als auch in der neuen Saison insgesamt gut entwickelt.

Pflanzenschutzmittel-Einsatz
(c) proplanta
Doch trotz guter Umsätze ist die Branche durch Unsicherheiten bei den Verfügbarkeiten von notwendigen Produkten und der weiteren Preisentwicklung auf den internationalen und heimischen Märkten geprägt. Diese Unsicherheiten haben natürlich auch Auswirkungen auf die Bevorratung und die Logistik, stellte Rainer Schuler, Vorsitzender der BVA Fachgruppe BGDP, vor Journalisten in Bonn fest.

Pflanzenschutz sorgt für hohe Erträge auf dem Acker



Ein milder Winter, ein warmes Frühjahr und ausreichende Niederschläge bis zur Ernte haben auf den Feldern in Deutschland eine gute Ernte heranwachsen lassen. Doch nicht nur die Kulturpflanzen, auch Schädlinge und Unkräuter profitierten von den diesjährigen Witterungsbedingungen.

Die Landwirte mussten deshalb ihre Bestände intensiv beobachten und zum richtigen Zeitpunkt passgenaue Pflanzenschutzmaßnahmen einleiten. Hier war der Handel als kompetenter Berater stark gefragt, so Rainer Schuler.

Starker Unkrautdruck erforderte eine verstärkte Herbizidbehandlung im Getreide. In den Wintergetreidebeständen hatten zudem Krankheitserreger aus dem Herbst überlebt, die im warmen Frühjahr zu breiten Mischinfektionen mit Septoria und Rostbesatz führten. Kartoffelanbauer mussten in wechselhaften regenreichen Wochen mehr Fungizide einsetzen als in den Vorjahren.

Breites Spektrum an Wirkstoffen notwendig



Für Unruhe im Markt sorgten im Frühjahr Lieferengpässe der Industrie. Die Produktionskapazitäten, so Rainer Schuler, konnten offensichtlich nicht mit der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln mithalten. Nach der erfolgten Herbstaussaat von Wintergetreide ist die Anwendung von Getreideherbiziden die beste Möglichkeit, Arbeitsspitzen im Frühjahr zu entzerren. Bemerkenswert dabei sind die kontinuierlich wachsenden Probleme mit resistentem Ackerfuchsschwanz, der sich vom westlichen Schleswig-Holstein und nordöstlichen Niedersachsen aus immer weiter ausbreitet.

Die Landwirtschaft benötigt daher auch in Zukunft ein breites Spektrum an Pflanzenschutz-Wirkstoffen, um Resistenzen entgegenzuwirken. „Mit Sorge beobachtet der BVA einen Zulassungsstau für neue Wirkstoffe innerhalb der EU. Zudem drohen viele bewährte Mittel ihre Zulassung zu verlieren“, kritisiert Schuler in diesem Zusammenhang. „Ein effektives Resistenzmanagement ist dann kaum noch möglich“, warnt der BVA.

Düngerabsatz 2013/14 blieb unter den Erwartungen



Der Absatz von Stickstoffdüngern betrug im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 1,675 Mio. Tonnen N und lag damit auf fast unverändertem Niveau der Vorjahre. Innerhalb dieses Segmentes konnten die Schwefeldünger um 11 Prozent zulegen. KAS (2 Prozent) und NP-Dünger (4 Prozent) haben dagegen Marktanteile verloren. Der Phosphatabsatz bleibt ebenfalls auf Vorjahresniveau, Kali weist einen Zugewinn von 8,6 Prozent und Kalk von 13 Prozent aus.

Obwohl sich schon früh hohe Erträge abzeichneten, haben die Landwirte nur im üblichen Umfang mineralischen Stickstoffdünger eingesetzt. Ein Grund dafür liegt nach Einschätzung von Schuler in der offensichtlich gestiegenen Bedeutung von organischen Wirtschaftsdüngern und Gärresten.

Zur Herbstsaison 2014 kann am Weltmarkt angesichts stärkerer Nachfrage in Asien und anderen Weltregionen eine insgesamt steigende Preistendenz beobachtet werden, die auch Auswirkungen auf Verfügbarkeiten und Preise im deutschen Markt haben. Dies gilt nicht nur für das Leitprodukt KAS, sondern auch für Harnstoff, so dass sich u.a. der Handel mit Harnstoff beruhigt hat.

Bei Kali hat die starke Nachfrage dazu geführt, dass dem Handel Quoten zugeteilt wurden. Insbesondere beim sulfatischen Kali (Patentkali und 50er Kali) ist die Marktsituation sehr angespannt. Bisher gibt es noch keine Aussagen zu den neuen Kali-Preisen ab November 2014.

Die Nachfrage aus dem Markt für alle PK-Produkte war und ist gut. Da auch europaweit der Verkauf gut war, so Schuler, sind Mengen vom Marktführer nicht ohne weiteres zu bekommen.

Beim DAP verlief der Verkauf in die Landwirtschaft zur Stoppeldüngung aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Preise schleppender. Das Preisniveau hatte sich seit der Jahreswende deutlich erhöht, der seither schwächere Euro hat zu einer weiteren Verteuerung des Produkts im heimischen Markt geführt. Die weitere Preisentwicklung bei diesem Leitprodukt ist nach Einschätzung von Schuler ebenfalls ungewiss. Trotz der zum Teil sehr schwierigen Ausbringungsbedingungen nach der Getreideernte war die Kalknachfrage auf hohem Niveau.

Risikomanagement bestimmt auf allen Stufen die Lagerbereitschaft



Angesichts der aktuellen Erzeugerpreise für Getreide und Raps und der weiteren Unsicherheit auf den Düngemittelmärkten besteht Zurückhaltung für die Düngereinlagerung. Auf allen Handelsstufen zwischen Produktion und Landwirtschaft bestehen weiterhin strikte Management-Systeme.

Der optimale Zeitpunkt zum günstigsten Einkaufspreis sämtlicher Düngersorten ist aufgrund der weltweiten Unruhe- und Konfliktherde weiterhin nicht einzuschätzen, stellt Schuler fest. Wie bei Getreide mittlerweile üblich, empfiehlt der Handel daher, auch bei Düngemitteln den jeweiligen Düngerbezug in Teilmengen abzusichern.

Exportschlager Qualitätsgetreide erfordert bedarfsgerechte Düngung – keine starren Obergrenzen



Hinsichtlich der Novelle der Düngeverordnung kritisiert Schuler nachdrücklich die geplanten starren Düngerobergrenzen. „Wir müssen auch weiterhin in der Lage bleiben, Qualitätsgetreide, wie es vom Weltmarkt benötigt und honoriert wird, zu erzeugen, natürlich mit einer bedarfsgerechten und exakten Düngung“, fordert Schuler die Bundesregierung auf. „Ohne eine bedarfsdeckende Düngung können wir bei den ertragsstarken Weizensorten nicht die vom Markt geforderten Proteinwerte erreichen“, macht Schuler deutlich. (bva)
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