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23.09.2021 | 00:02 | Unternehmensergebnisse 

Österreich: Leichter Anstieg der Einkommen in Land- und Forstwirtschaft

Wien - Der Grüne Bericht (III-422 d.B.) zur Situation der heimischen Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2021 zeigt auf, dass im Berichtsjahr 2020 ein leicht steigendes Einkommen verzeichnet werden konnte.

Einkommen Landwirtschaft
Leichter Anstieg der Einkommen in Land- und Forstwirtschaft gegenüber dem Vorjahr in Österreich - Ertragslage für die Forstwirtschaft bleibt weiterhin schwierig. (c) proplanta

Durchschnittlich kam es zu einer Steigerung der Einkünfte um 1,4% im Vergleich zum Vorjahr. Bei pflanzlichen Produkten konnte aufgrund der Witterungslage eine Steigerung um 5,7% erzielt werden. Die tierische Produktion lag hingegen durch die pandemiebedingten Absatzprobleme geringfügig unter dem Vorjahresergebnis. Besorgniserregend stellt sich die Lage weiterhin für die österreichische Forstwirtschaft dar, wo es aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels auch 2020 zu großen Schadholzmengen und den damit verbundenen Preisrückgängen gekommen ist.

Landwirtschaftliche Einkommen steigen um 1,4%

Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft beliefen sich 2020 im Durchschnitt auf 28.368 € je Betrieb und zeigten somit eine Steigerung von +1,4% im Vergleich zum Vorjahr auf (2019: 27.966 €). Positiv auf die Einkünfte wirkten ein deutlicher Ertragsanstieg im Marktfruchtbau, die Erhöhung der öffentlichen Gelder durch die COVID-19-Hilfspakete sowie eine Zunahme der Erträge in der Milchwirtschaft.

Zudem kam es zu starken Preissteigerungen im Obstbau und zu höheren Erträgen in der Schweinehaltung. Negativ auf die Einkünfte wirkten sich hingegen die gesunkenen Erträge in der Forstwirtschaft, höhere Abschreibungen vor allem für Maschinen und Geräte sowie die verstärkten Investitionen und gestiegenen Sachaufwendungen für die Tierhaltung und Instandhaltungen aus.

Mit Ausnahme der Futterbaubetriebe, welche allerdings fast die Hälfte der Betriebe ausmachen, konnte im Jahr 2020 bei allen anderen Betriebsformen ein steigendes Einkommen verzeichnet werden. Den höchsten Anstieg (+34%) erzielten dabei die Dauerkulturbetriebe, bei den Marktfruchtbetrieben gab es einen Anstieg von 10%. Die Forstbetriebe konnten gegenüber 2019 zulegen (+6%).

Höhere Getreideerträge und gestiegene öffentliche Gelder führten bei den Veredelungsbetrieben zu einem Plus von 2%. Die landwirtschaftlichen Gemischtbetriebe verzeichneten ebenfalls ein Plus von 2%. Höhere Aufwendungen für Instandhaltungen und Abschreibungen waren für den Einkommensrückgang von 8% der Futterbaubetriebe ausschlaggebend.

BergbäuerInnen verdienen wieder weniger, Einkommen der BiobäuerInnen steigen leicht

Im Vergleich zu 2019 vergrößerte sich der Einkommensabstand der Bergbauernbetriebe zu den Nichtbergbauernbetrieben wieder. Die Einkommen lagen mit durchschnittlich 21.827 € um 23% unter den Einkommen aller Betriebe.

Bei den Biobetrieben stiegen die Einkünfte im Jahr 2020 mit 27.951 € um 1% an. Der Anstieg ist auf höhere Erträge aus der Bodennutzung und die Entschädigungen im Rahmen der COVID-19-Zahlungen zurückzuführen. Die flächenmäßige Ausweitung des Ölkürbisses und der Sonnenblume, verbunden mit einem Anstieg der Verkaufsmengen von Obst trotz frostbedingter Ernteausfälle, begünstigte laut Grünem Bericht diese Entwicklung.

Steigerung bei pflanzlichen Produkten, coronabedingter Rückgang bei tierischen Produkten

Grundsätzlich trug der primäre Sektor 2020 rund 1,3% zur Bruttowertschöpfung der Volkswirtschaft bei. Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft belief sich dabei laut den vorläufigen Ergebnissen der Land- und Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung auf rund 9,4 Mrd. €, was ein Minus von 0,7% bedeutet. Davon entfielen 7,7 Mrd. € auf die Landwirtschaft und 1,7 Mrd. € auf die Forstwirtschaft.

Der Wert der pflanzlichen Erzeugung erhöhte sich laut dem Bericht 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7%. Zurückzuführen war dies auf das gestiegene Produktionsvolumen. So folgten auf Frühjahrsfröste und eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit ab dem Frühsommer ausreichende Niederschläge, womit die Ernten besser als zunächst erwartet ausfielen. Eine deutlich höhere Produktion als im Vorjahr wurden vor allem bei Hackfrüchten sowie Futter- und Eiweißpflanzen erzielt, wohingegen der Obstbau von Frostschäden betroffen war.

Der Wert der tierischen Produktion lag hingegen geringfügig unter dem Vorjahresergebnis (–0,6%). Diese Entwicklung war 2020 vor allem durch die pandemiebedingten Absatzprobleme und Preisrückgänge bei Rindern und Schweinen geprägt. Bei einer zunehmenden Verschärfung der Situation im Jahresverlauf, insbesondere in der Schweinebranche, fiel jedoch der Rückgang des tierischen Produktionswerts für das Gesamtjahr 2020 etwa durch gestiegene Erlöse in der Milchproduktion vergleichsweise moderat aus.

Ertragslage für WaldbesitzerInnen weiterhin schwierig

Der Klimawandel ist für die Forstwirtschaft weiterhin besonders spürbar. Windwürfe infolge extremer Wetterereignisse wie Stürme sowie Borkenkäferkalamitäten nach ausgedehnten Trockenperioden verursachten auch 2020 große Mengen an Schadholz, wie aus dem Grünen Bericht hervorgeht. Der Holzeinschlag im österreichischen Wald betrug 2020 rund 16,79 Mio. Erntefestmeter und lag damit um 11,2% unter dem Vorjahr, um 6% unter dem fünfjährigen und um 5,7% unter dem zehnjährigen Durchschnitt.

Die Ertragslage der WaldbesitzerInnen blieb daher 2020 besonders schwierig. Als Gründe werden im Grünen Bericht neben den abermals gesunkenen Holzpreisen (-4,8% im Vergleich zu 2019) etwa die hohen Aufarbeitungskosten von Schadholz, durch verspätete Abholung verursachte Qualitätsverluste und der erhöhte Investitionsbedarf für die Wiederbewaldung genannt. Der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs ging 2019 um mehr 13,4% zurück.

Abhilfe soll das im Juli 2020 verabschiedete Waldfondsgesetz schaffen. Damit soll die Grundlage für Entschädigungen für durch Borkenkäfer verursachte Wertverluste sowie für eine Reihe von Investitionsmaßnahmen in die Zukunft der heimischen Wälder geschaffen werden, heißt es in dem Bericht.

Agraraußenhandel trotzt der Corona-Krise

Obwohl es beim Außenhandel Österreichs im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Krise insgesamt einen Abwärtstrend gab, entwickelte sich der Agraraußenhandel positiv. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Exporte landwirtschaftlicher Produkte um 3,7% auf 12,75 Mrd. € und die Importe um 0,24% auf 12,77 Mrd. €, was ein Agrarhandelsdefizit von 14,7 Mio. € bedeutet.

Beim Handel mit Agrarprodukten waren die EU-Staaten die wichtigsten Handelspartner Österreichs. Es gingen 82,5% der Importe und 74,5% der Exporte in den EU-Raum. Bedeutende Handelspartner aus Drittländern sind China, die Schweiz und die Vereinigten Staaten. Den größten Exportüberschuss erzielte Österreich mit den USA, gefolgt von Deutschland und Russland. Länder, mit denen Österreich das größte Handelsbilanzdefizit aufweist, sind die Niederlande, Spanien, Ungarn, die Türkei und Polen.

Förderungen steigen 2020 um 5,2%

Was die Zahlungen aus den EU-, Bundes- und Landestöpfen für die heimische Land- und Forstwirtschaft betrifft, ist es im Berichtsjahr 2020 zu einer Steigerung auf 2,25 Mrd. € gekommen. Das sind um rund 5,2% bzw. 112 Mio. € mehr als 2019. Für die 1. Säule der GAP wurden 710 Mio. € bzw. 32% des Agrarbudgets für rund 104.375 landwirtschaftliche Betriebe und Agrargemeinschaften sowie rund 25 Firmen aufgewendet.

Für die 2. Säule der GAP, das Programm für die ländliche Entwicklung 14–20, wurden 2020 rund 1,15 Mrd. € (51%) für rund 105.171 Betriebe und rund 2.203 Firmen und Institute ausgegeben. Für rein national finanzierte Maßnahmen wurden – überwiegend von den Bundesländern – in Summe 389 Mio. € (17%) aufgebracht.
Österr. Parlament
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