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03.12.2021 | 04:52 | Milchmarkt 

Preise für Milchprodukte steigen durch knappes Angebot an

Schwäbisch Gmünd - Der Weltmilchmarkt entwickelt sich seit September positiv. Der Global Dairy Trade Tender hat fünfmal in Folge angezogen und die Schwäche des Sommers wieder ausgeglichen.

Markt für Milchprodukte
(c) proplanta
Dabei unterstützen sowohl die Zunahme der globalen Nachfrage als auch das abnehmende Produktionswachstum den Milchmarkt. Der Produktionsanstieg der 9 großen Exporteure, der sich bis Mai auf +2,8 % belief, hat sich bis September in einen Rückgang von -1,1 % gedreht. In Neuseeland lag die Anlieferung im Oktober bei -3,1 %, in den USA bei -0,5 %. Diese Länder hatten im Frühsommer neben der EU noch das Gros des Anstiegs produziert. Offenbar schlagen die hohen Kraftfutterkosten inzwischen global auf die Erzeugung durch.

In der EU ist das Produktionswachstum von +1,9 % im Mai auf -0,6 % im September zurückgegangen. Deutschland und Frankreich (je -2,4 %), und die Niederlande (-4,2 %) tragen inzwischen zu etwa gleichen Teilen zu dem Rückgang bei. Ein nennenswertes Plus verzeichnen nur noch Irland (+7,4 %) und Italien (+3,5 %).

Die deutsche Erzeugung ist von +0,1 % in der Saisonspitze im Mai auf -2,4 % im September zurückgefallen. Bis zum saisonalen Tief in KW 45 hat sich der Rückstand zum Vorjahr sogar auf -3,0 % vergrößert. Neben dem weiter fortschreitenden Bestandsabbau beim Milchvieh und den hohen Preisen für Kraft- und Eiweißfuttermittel dürften die mengenmäßig zwar gute, bezogen auf die Inhaltsstoffe jedoch unterdurchschnittliche Grundfutterversorgung für den Rückgang verantwortlich sein.

Entsprechend steigen die Rohstoffpreise seit Juli kontinuierlich an. Deutsche Spotmilch kostete in KW 46 laut ife Institut in Kiel inzwischen 49,6 ct/kg, aus dem Süden wird von bis zu 54 ct/kg berichtet. Nach einem rasanten Anstieg der Fettpreise hat sich die Situation hier etwas entspannt, währen Milcheiweiß seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzt.

Abgepackte Butter fließt nach dem Preissprung von rund +1,50 €/kg zum 1. November in Folge des Vorweihnachtsgeschäftes stetig in den Markt. Die Verbraucherpreise liegen nun bei 1,65 €/Päckchen, im Großhandel werden 5,89 €/kg notiert (+51 % gg. Vj.).

Am Markt für Blockbutter agieren die Käufer dagegen zurückhaltend, zuletzt wurde mit 5,25 €/kg 10 ct/kg weniger als in den Vorwochen notiert. An der EEX in Leipzig wird Butter mit 5,45 €/kg im Dezember und abnehmend bis auf 4,70 €/kg im nächsten Sommer bewertet.

Am Käsemarkt führt das knappe Angebot bei einer regen Nachfrage auch für die kommenden Monate zu weiter steigenden Preisen. Gouda (Brot) liegt inzwischen bei 3,83 €/kg (+24,4 % gg. Vj.). Selbst der Drittlandexport ist trotz dieses relativ hohen Niveaus wegen hoher Logistikkosten wettbewerbsfähig.

Auch an den Pulvermärkten steigen die Preise wegen des knappen Angebots und der regen Nachfrage weiter. MMP liegt aktuell bei 3,23 €/kg (+48 % gg. Vj.), Molkenpulver bei 1,18 €/kg (+44,6 % gg. Vj.) und VMP bei 4,03 €/kg (+45,6 % gg. Vj.) (alles Lebensmittelware). Am Terminmarkt wird MMP für Januar mit 3,29 €/kg und abnehmend auf 3,00 €/kg im nächsten Sommer bewertet.

Der Kieler Rohstoffwert ist für November auf einen Rekordwert von 50,1 ct/kg hochgeschnellt. Aus den Kontraktkursen an der EEX in Leipzig lassen sich derzeit Erzeugerpreise für Dezember von 50,7 ct/kg, abnehmend bis 47 ct/kg im Frühsommer 2022 ableiten.

Bei den Erzeugerpreisen im Süden kommt die stark angestiegene Milchverwertung dagegen verzögert an, da ein Großteil der Milch in Kontrakten unterschiedlicher Laufzeiten gebunden ist. Im Oktober konnten die baden-württembergischen Molkereien geschätzte 38,0 ct/kg ausbezahlen, wobei eine Molkerei bereits die 40 ct/kg erreicht hat.

Allein der gestiegene Butterpreis macht +7 ct/kg in der Verwertung aus, sodass weitere sehr deutliche Preisanhebungen zu erwarten sind. Vergessen sollte man dabei aber nicht, dass die Preissteigerungen für Energie, Verpackung und Logistik in den Molkereien einen Teil der Mehrerlöse kosten werden.

Die deutsche Biomilch-Produktion wächst in 2021 bisher verhalten, das Anlieferungsplus beträgt gegenüber dem Vorjahr bisher +2,7 %. Gleichzeitig ist die Nachfrage der Verbraucher nach Biomilch-Produkten ungebrochen hoch und wächst weiter. Die Auszahlungspreise für Biomilch ziehen weiter an, die süddeutschen Molkereien haben nach Zahlen von Bioland im Oktober 50,8 ct/kg ausbezahlt und damit 1,1 ct/kg mehr als noch im Vormonat.
LEL Schwäbisch Gmünd
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