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12.09.2021 | 00:57 | Milchverarbeitung 

Rabobank erwartet globalen Preisdruck für Molkereiprodukte

Amsterdam - Das Risiko für nachgebende Preise am Weltmarkt für Molkereiprodukte dürfte im kommenden Jahr steigen, wenn der voraussichtlich schon kurzfristig weiter rückläufige Importbedarf Chinas nicht mittelfristig durch andere Einfuhrländer ausgeglichen wird.

Molkereiprodukte
Chinas Importnachfrage dürfte sinken - Milcherzeugung im „Reich der Mitte“ kräftig gesteigert - Lagerbestände an Milcherzeugnissen deutlich aufgestockt - Am Weltmarkt werden sich vermutlich Molke- sowie Voll- und Magermilchpulver verbilligen - Hohe Futterkosten und Inflation schmälern Gewinne der Milcherzeuger - EU-weiter Absatz von Molkereiprodukten in Restaurants und im LEH dürfte sich etwas erholen. (c) proplanta

Davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Studie aus. Demnach wird im „Reich der Mitte“ die Erzeugung von Molkereiprodukten bereits seit dem ersten Quartal 2021 gedrosselt, was der Bank zufolge auf eine ebenfalls rückläufige Nachfrage hindeutet.

Im Juli habe der Verbrauch das Niveau des Vorjahresmonats nur noch um 0,3 % übertroffen. Als Ursachen werden unter anderem regionale Lockdowns wegen der Corona-Pandemie sowie Starkregen und Überflutungen angeführt. Außerdem gingen die Ausgaben der chinesischen Verbraucher im Foodservice seit dem zweiten Quartal 2021 wieder spürbar zurück. Den niederländischen Analysten zufolge ist die Milcherzeugung in China in der ersten Jahreshälfte 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,6 % gesteigert worden.

Maßgeblich sei die Aufstockung des Kuhbestandes. Außerdem habe die Volksrepublik ihre Importe an Molkereierzeugnissen gemessen in Milchäquivalenten von Januar bis Juli 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 30 % ausgeweitet. Im Einzelnen seien die Einfuhren von Magermilchpulver sowie von Milch und Sahne um 45 % beziehungsweise insgesamt 33 % gewachsen. Die Importe von Molke seien mengenmäßig um 37 %, die von Vollmilchpulver um 34 % und die von Butter um 23 % gestiegen.

Stabile Preise für Butter und Käse erwartet



Nach Einschätzung der Rabobank dürfte das chinesische Importwachstum in Kombination mit der Ausweitung der Milcherzeugung den Nachfrageanstieg inzwischen deutlich übertreffen. Deshalb habe China vermutlich sehr umfangreiche Lagerbestände aufgebaut.

Derweil deuteten Stichproben darauf hin, dass die Erlöse für Lieferungen von Vollmilchpulver in die Volksrepublik bereits im Juli nicht mehr kostendeckend gewesen seien. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass das Kaufinteresse der chinesischen Importeure weiter nachlassen werde, so die Amsterdamer Fachleute. Diese negative Tendenz habe sich zuletzt auch an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) gezeigt.

Preisprognosen



Mit Blick auf die internationale Preisentwicklung für Molkereiprodukte schätzt die Rabobank den durchschnittlichen Preis für Molkenpulver in Europa für das dritte Quartal 2021 auf 960 Euro/t; das wären 3,2 % weniger als im zweiten Quartal dieses Jahres. Für das vierte Quartal 2021 und die ersten drei Monate 2022 wird jeweils ein Minus von 4,2 % prognostiziert. In den drei Folgequartalen soll sich die Abnahmerate gegenüber dem zweiten Quartal 2021 auf jeweils 6,8 % erhöhen.

Für Vollmilch- und Magermilchpulver werden für das dritte Quartal 2021 Preise von im Mittel 3.160 Euro/t und 2.525 Euro/t prognostiziert; das wären im Vergleich zu den vorhergehenden drei Monaten Rückgänge von 0,9 % beziehungsweise 0,6 %.

In den kommenden fünf Quartalen dürfte sich Vollmilchpulver sogar um bis zu 4,4 % verbilligen und Magermilchpulver um bis zu 3,6 %. Dagegen wird für die Preise von Butter und Gouda-Käse ausgehend von schätzungsweise 3.985 Euro/t und 3.310 Euro/t im aktuellen Quartal eine recht stabile Entwicklung prognostiziert.

Milchanlieferung in Deutschland wahrscheinlich rückläufig



Wie die Rabobank mit Blick auf die Milcherzeugerpreise in der EU-27 ausführt, hat sich der mittlere Wert im Juli 2021 im Vergleich zum April um 1,1 % auf 35,92 Euro/100 kg erhöht. Allerdings sei der gesamte Milchpreisanstieg im bisherigen Jahresverlauf durch höhere Futterkosten und die allgemeine Inflation fast eingeholt worden, so dass die Landwirte im Durchschnitt aktuell nur noch geringe Gewinne erzielten.

Für das vierte Quartal rechnen die Fachleute mit einer stabilen Entwicklung des Milchpreises. Derweil dürfte die Anlieferungsmenge in der EU im Gesamtjahr im Vergleich zu 2020 gemäß der Vorhersage der Rabobank um 0,6 % ausgeweitet werden, und zwar vor allem aufgrund der Entwicklung in Irland, Italien und Polen. Mit einer Einschränkung der Milchanlieferungen sei aber in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden zu rechnen.

Für das erste Quartal 2022 sagen die Amsterdamer Fachleute gegenüber den ersten drei Monaten des laufenden Jahres eine Zunahme der Milchanlieferungen in der EU-27 um 1 % voraus, wobei der Anstieg durch hohe Futterkosten, die Qualität der Silage und die voraussichtliche Abstockung des Milchkuhbestandes gedeckelt werde. Im zweiten und dritten Quartal 2022 dürften die Wachstumsraten auf jeweils 0,6 % zurückgehen.

Kosten für Arbeit und Energie steigen



Mit Blick auf den EU-Verbrauch von Molkereierzeugnissen prognostiziert die Rabobank für die zweite Hälfte 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 0,4 %. Außerdem soll der betreffende Bedarf im kommenden Jahr um insgesamt 0,3 % steigen.

Als Begründung für die kurzfristige Entwicklung wird angeführt, dass die coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen nun nahezu gemeinschaftsweit gelockert worden seien. In der Folge werde zunächst die im Sommer angestaute Nachfrage freigesetzt, was dem Absatz für den Außer-Haus-Verzehr zugutekomme.

Die Verbrauchsmenge von 2019 dürfte allerdings noch nicht erreicht werden. Auch die Verkaufsmengen von Milcherzeugnissen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) werden nach Einschätzung der Analysten zunehmen, so dass die Preise in diesem Absatzkanal vermutlich auch in den kommenden Monaten fest bleiben. Allerdings könnte bei den Preisverhandlungen über zukünftige Kontrakte mit dem LEH eine leichte Korrektur nach unten anstehen, wenn sich die Marktversorgung verbessere. Derweil drücke die Inflation auf die Gewinne in der Vermarktungskette, zum Beispiel durch höhere Kosten für Arbeit, Energie und Verpackungen.
AgE
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