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03.10.2022 | 02:21 | Rapsmarkt 

Rapspreise weiter auf dem Weg nach oben

Schwäbisch Gmünd - Die Welt-Rapsbilanz 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA mit einer Erzeugung von 73,8 Mio. t zum dritten Mal in Folge defizitär. Die Bestände fielen um 1,6 Mio. t auf 4,9 Mio. t zurück.

Rapshandel
(c) proplanta
Auch in der EU wurde mit 17,0 Mio. t nur ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 17,2) eingefahren. Gleiches galt für die deutsche Rapsernte. Sie lag mit 3,5 Mio. t ebenfalls unter dem 5-Jahresmittel von 3,8 Mio. t. 2022/23 fällt die weltweite Erntemenge mit voraussichtlich 83,1 Mio. t so hoch wie nie zuvor und erheblich besser als im Vorjahr aus.

In der EU erwartet man nach der Augustschätzung der EU-Kommission 18,0 Mio. t (5-Jahresmittel: 17,2). In Deutschland sieht das Statistische Bundesamt die Rapsernte bei überraschend guten 4,3 Mio. t.

Raps erzielte 2021 zunächst ex-Ernte Erzeugerpreise um 50 bis 52 €/dt. Unter dem Eindruck der besonders engen Versorgung weltweit, v.a. bedingt durch den trockenheitsbedingten Ernteeinbruch beim weltweit größten Rapserzeuger und -exporteur Kanada, stiegen die Erzeugerpreise im 3. und 4. Quartal rasch an. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 70 €/dt erzielt werden.

Mit dem Ukrainekrieg konnten zeitweise Erzeugerpreise von 90 bis 93 €/dt frei Erfasser erzielt werden. Richtung neuer Ernte, die ein überschüssige Welt-Ölsaatenbilanz und eine positive Rapsbilanz versprach, gaben die Preise deutlich nach. In KW 30 wurden noch Erzeugerpreise um 63 €/dt im Süden Deutschlands geboten. Inzwischen sind es nur noch 58,00 €/t.

Terminmarkt Raps



Die Rapsnotierungen in Paris legten 2020/21 einen so vom Markt nicht erwarteten Höhenflug hin. Gestartet in der Ernte 2020 mit Kursen um 370 €/t für den vorderen Termin notierte Raps Ende April 2021 bei über 600,- €/t. In der Spitze erreichte der MAI21 kurzzeitig sogar ein Allzeithoch um 680,- €/t. Zu Erntebeginn 2021 machte sich die Hoffnung auf eine gute Ernte in D und der EU-27, aber auch eine vom USDA als ausgeglichen prognostiziert Welt-Rapsbilanz, im Markt bemerkbar.

Der vordere Termin AUG21 fiel Anfang Juli auf ein Tief bei 480 €/t. Schnell wurde aber klar, dass eine außergewöhnliche Trockenheit in Kanada alle Hoffnungen auf ein entspanntes Rapsjahr trüben würde. Ab Ende Juli 2021 kannten die Rapskurse an der Euronext in Paris (vormals MATIF) nur noch eine Richtung – den Weg nach oben. In einer Spitze notierte der MAI22 Anfang Januar 2022 bei 758,50 €/t. Im Januar und Februar war eine leichte Beruhigung im Markt zu verspüren, da mehr und mehr klar wurde, dass Australien eine Spitzenernte einfahren würde.

Mitte Februar war der MAI22 bei Kursen um 680 €/t angelangt. Mit Beginn der Ukrainekrise und dem Einmarsch der russischen Armee am 24. Februar drehten die Rapskurse wieder nach Norden. Am 22. April notierte der MAI22 in der Spitze über 1.080,- €/t und schloss zu Monatsende bei knapp 1.000 €/t. Neue Ernte (z.B.: AUG22) wurde schon im Mai 2022 deutlich darunter bewertet und notierte Ende des Monats bei 880 €/t.

In Richtung Ernte waren die Rapskurse, nicht zuletzt aufgrund einer wiederholt guten Einschätzung der WeltRapsernte durch das USDA, deutlich rückläufig. Am 21.Juli 2022 notierte der NOV22 nur noch bei 630 €/t. Inzwischen hat der Frontmonat bei Raps die 600-EuroMarke zeitweise unterschritten und notierte zuletzt bei 607 €/t.
LEL Schwäbisch Gmünd
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