Samstag, 22.01.2022 | 10:06:29
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
02.12.2021 | 12:32 | Rindfleischpreise 

Rindfleischmarkt zeigt sich ungewöhnlich fest

Schwäbisch Gmünd - Der Rindfleischmarkt zeigte sich 2021 entgegen dem üblichen saisonalen Verlauf in einer unerwartet festen Verfassung.

Schlachtrinder
(c) proplanta
Die Ursachen sind auf der Angebotsseite im geringeren Aufkommen an Schlachtvieh in Folge des kontinuierlichen Abbaus der Rinderbestände zu suchen. Auch die Importe nach Deutschland gingen zurück.

Von Januar bis September wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt 10,6 % weniger Rindfleisch importiert. Während die Einfuhren aus der EU, die 90 % der Importe ausmachen, um 7,5 % zurückgingen, sind die Importe aus Drittländern um 30,2 % gesunken. Insgesamt sind auch auf dem Weltmarkt steigende Rindfleischpreise zu beobachten.

Nachfrageseitig konkurrierten die Schlachtbetriebe um das geringe Aufkommen an Schlachttiere, die sie zur Auslastung ihrer Kapazitäten benötigen. Weiter preistreibend wirkte sich auch die gestiegene Nachfrage der privaten Haushalten aus.

Von Januar bis Oktober 2021 wurde 0,6 % mehr Rindfleisch eingekauft, während bei den anderen Fleischarten die Nachfrage in Summe um -5,1 % zurückging. Die Corona-Lockerungen in der Gastronomie und der wieder erstarkende Export sorgte zusätzlich für preisbelebende Impulse.

Jungbullen



Im November konnten sich Bullenmäster im Zuge der angelaufenen Schlachtungen für das Weihnachtsgeschäft über weiter anziehende Preise freuen. Jungbullen waren gesucht und reichten kaum aus, um die regen Nachfrage zu decken. Besonders bessere Qualitäten sind rar.

Zwar klagen die Schlachter über schlechte Margen beim Weiterverkauf und führen an, dass Fleisch aus anderen EU-Staaten günstiger ist, aber die Preisaufschläge ließen sich bis jetzt meist problemlos durchsetzen. Mit dem Ende der Schlachtungen für das Weihnachtsgeschäft wird die Preisentwicklung sicher an Dynamik verlieren. Auch die Nachfrage könnte aktuell aufgrund vieler Corona-bedingt abgesagter Feierlichkeiten geringer als erwartet ausfallen und die Preise schwächen.

In 47. KW wurde von den meldepflichtigen Schlachtbetrieben im Südwesten für Jungbullen (E-P) im Schnitt 4,63 €/kg SG bezahlt.

Die Preissteigerungen bei Bio-Schlachtrindern setzten sich auch im Oktober fort. Bio-Jungbullen (E-P) notierten im Oktober bei 5,20 €/kg SG. Im Vorjahr lag der Vergleichspreis bei 4,62 €/kg. Diese Preissteigerungen waren lange überfällig in Anbetracht der gestiegenen Produktionskosten.

Schlachtkühe



In den letzten Wochen stellte sich der Handel mit Schlachtkühen relativ ausgeglichen dar. Mit dem Weideabtrieb haben die Stückzahlen saisonal bedingt jedoch wieder zugenommen. Das Angebot wird derzeit im Vergleich zur Nachfrage als reichlich beurteilt. So kam es zuletzt zu kleineren Preisabschlägen. Besser bezahlt werden Schlachtkühe mit einer höheren Fettabdeckung, da im benachbarten EU-Ausland fetteres Rindfleisch bevorzugt wird.

Auch für Verarbeitungsware darf das Kuhfleisch nicht zu mager sein. So weisen beispielsweise für die Herstellung von Hamburger-Patties O3-Kühe das optimale Fleisch-Fett-Verhältnis auf. Für die Fettklassen 3 und 4 werden daher entsprechende Aufschläge bezahlt.

Im Marktgebiet erlösten Schlachtkühe (E-P) in KW 48 durchschnittlich 3,50 €/kg SG.

Die Nachfrage nach Bio- Schlachtkühen nimmt nicht ab. Dementsprechend erreichten die Preise mit 4,42 €/kg SG (E-P) im Oktober ein bislang noch nie dagewesenes Preishoch.

Schlachtfärsen



Die Preisentwicklung bei den Schlachtfärsen verlief ähnlich wie bei den Jungbullen. Besonders bessere Qualitäten waren in den letzten Wochen sehr gefragt in der Gastronomie und im Export ins benachbarte Ausland.

Im Vergleich zur Vorwoche wurde für Schlachtfärsen (E-P) ein Preis von durchschnittlich 4,17 €/kg SG im Marktgebiet erzielt.

Bio-Schlachtfärsen notierten im Oktober bei 5,03 €/kg SG (E-P).

Kälber



Die Preise für Kalbfleisch waren diese Jahr dank der hohen Nachfrage überraschend gut. Insbesondere private Haushalte haben 2020 +12,8 % und auch in den ersten 10 Monaten 2021 mit +10,9 % nochmals mehr nachgefragt. Auch das geringe Angebot und weniger Importe aus den Niederlande sorgten bei einem Selbstversorgungsgrad bei Kalbfleisch in Deutschland von 50 % für anhaltend gute Preise.

Derzeit hatte die Pandemie-Entwicklung negative Auswirkungen auf den Kalbfleischhandel. Die Gastronomie ist verunsichert und hat ihre Bestellungen merklich reduziert.

In KW 48 erlösten Schlachtkälber (E-P) 6,08 €/kg SG.

In der ersten Jahreshälfte sind die Preise für Fleckviehbullenkälber auf ein saisonales Hoch in Baden-Württemberg von 5,34 €/kg angestiegen. Die rege Nachfrage bei einem knappen Angebot sorgt immer wieder für anziehende Preise. Seit Juli hat sich die Nachfrage etwas beruhigt. Mit zunehmendem Angebot haben die Preise entsprechend nachgegeben.

Aktuell steht im Handel mit Fleckviehkälbern ein mittleres bis großes Angebot zur Verfügung. Die Nachfrage der Bullenmäster ist derzeit verhalten. Folglich haben die Preise für Fleckviehkälber nachgegeben. Es werden in den kommenden Wochen saisontypisch stabile bis schwächere Preise erwartet.

Der durchschnittliche Preis für ein Fleckviehbullenkalb betrug in KW 47 4,78 €/kg LG.

Deutschlandweit wurden in KW 47 für schwarzbunte Bullenkälber 79,6 €/Kalb gemeldet. Ende Juni lagen die Preise in der Spitze bei rund 120 €/Kalb. In Baden-Württemberg wurde für KW 47 ein durchschnittlicher Preis von 53 €/Kalb gemeldet.

Nach der Einstallung der Kälber für das Weihnachtsgeschäft hat die Nachfrage der Mäster saisontypisch nachgelassen. Gleichzeitig nimmt das Angebot saisontypisch zu. Begünstigt wurden die Preise durch die hohen Rinderpreise. Zunehmend bremsend auf die Einstallbereitschaft der Mäster wirken die hohen Futterkosten. Bis zum Frühjahr ist damit wieder mit fallenden Preisen, insbesondere für schwächere Kälber zu rechnen.
LEL Schwäbisch Gmünd
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

Schlachtrinderpreise steigen weiter

Ungewöhnlich hohe Rindfleischpreise - Landwirte dennoch besorgt

Schlachtrinderpreise steigen wieder

Ende des Weihnachtsgeschäfts lässt Schlachtrinderpreise sinken

Schlachtrinderpreise erneut uneinheitlich

  Kommentierte Artikel

Fehlende Planungssicherheit drückt auf die Stimmung

Özdemir sichert Landwirten bessere Planbarkeit zu

Neue grün-grüne Freundschaft: Cem Özdemir und Steffi Lemke

Ministerin Lemke stimmt Bauern auf Kurswechsel in deutscher Agrarpolitik ein

Tempolimit: Für Wissing ein ganz kleines Thema?

Zugang zu Wirtschaftshilfen für Schweinehalter anpassen

Trinkmilchpreise steigen kaum

Landvolk kritisiert Bürokratie bei Schlachtung im Herkunftsbetrieb

Farbstoff Titandioxid künftig im Essen verboten

Bauern sollen weniger Gift auf Felder spritzen

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt