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15.01.2020 | 15:49 | Grüne Woche 2020 

Rukwied: Neue Agrarpolitik muss grüner werden

Berlin - Verunsichert, wenig wertgeschätzt, gar «gebasht»? Beim großen Jahresauftakt der Ernährungsbranche begegnen die Verbraucher in diesem Jahr bangen Bauern.

Grüne Woche 2020 Eröffnung
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Es geht um mehr als satt werden: «Essen ist politisch», heißt es vor der Grünen Woche. Denn was auf unseren Teller kommt, hat Folgen für Tiere, Umwelt und Bauern. Die Diskussion ist eröffnet. (c) proplanta

«Wir befinden uns in wirklich bewegten Zeiten», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Mittwoch vor Beginn der Grünen Woche in Berlin. Unklare Aussichten, anhaltende Kritik und gesunkene Einkünfte drücken auf die Stimmung der Landwirte. «All dies verunsichert uns.» Und ab Freitag geht es bei der weltgrößten Agrarmesse im Gespräch mit den Verbrauchern um Grundsätzliches: den Schutz von Klima, Umwelt und Arten. Und den Wert von Lebensmitteln.

Die Messe beginnt an diesem Freitag mit Rekordbeteiligung. Erwartet werden mehr als 1.800 Aussteller aus 72 Ländern. Zu den Themen zählen Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Produktionsverfahren. «Nie zuvor stand die Grüne Woche so stark im Zeichen der Klimadebatte», sagte Messechef Christian Göke.

Den Bauern ist auch unklar, wie die EU-Förderpolitik ab 2021 aussehen wird - von der für sie wesentliche Einnahmen abhängen. «Auch wir als Landwirte nehmen die Klimaveränderung wahr, nicht erst seit diesem oder letztem Jahr», sagte Rukwied. «Die neue Agrarpolitik wird grüner werden, sie muss auch grüner werden, damit wir gesellschaftliche Akzeptanz bekommen.»

Für mehr Klima- und Tierschutz komme es aber auch auf die Supermarktkunden an. «Lebensmittel sind mehr wert», sagte Rukwied. Die Kunden dazu zu bekommen, dafür auch mehr zu bezahlen, bleibe aber eine Herausforderung, bemerkte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie: «Der Verbraucher hat es in der Hand.»

Nach Branchenangaben sind Lebensmittel in Deutschland im vergangenen Jahr 1,7 Prozent teurer geworden, das war etwas mehr als die allgemeine Teuerung. Der Umsatz der Ernährungsindustrie legte nach einer Branchenschätzung bundesweit um 1,8 Prozent auf 122,2 Milliarden Euro zu. Stärker war das Plus mit 3,2 Prozent auf 61,4 Milliarden Euro beim Export, mit dem die Unternehmen mit inzwischen ein Drittel ihres Geschäfts machen.

Auf der Grünen Woche will die Branche zeigen, wie Lebensmittel nachhaltiger produziert werden können. Am Samstag will das Bündnis «Wir haben es satt», an dem sich auch Bauern beteiligen, in Berlin für eine umweltfreundlichere Agrarpolitik protestieren. Für Freitag ist eine Gegendemonstration von «Land schafft Verbindung» in verschiedenen Städten geplant.

Kritiker werfen den Landwirten immer wieder vor, auf Kosten von Umwelt, Tieren und Klima zu wirtschaften. An einer Großdemonstration für eine Agrarwende an diesem Samstag in Berlin sind in einem breiten Bündnis auch Bauern beteiligt. «Essen ist politisch», heißt es in ihrem Aufruf.

«Wir müssen noch mehr kommunizieren», sagte Bauernpräsident Rukwied. «Als Bauern dürfen wir nicht die Augen verschließen», warnte Hans Foldenauer, der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, angesichts von Debatten etwa über das Insektensterben. Zugleich kritisierte er, Landwirte würden schlecht gemacht: «Wir werden gebasht.»

Die Messeveranstalter riefen Kritiker zur Diskussion auf. «Jeder soll sich hier äußern können, jeder soll hier Gehör finden», sagte Messechef Göke. Bis zum 26. Januar werden rund 400.000 Besucher in den Messehallen am Berliner Funkturm erwartet.

Die jüngste Ausgabe der vierteljährlichen Konjunkturumfrage des Bauernverbandes lieferte das schwächste Ergebnis seit mehr als drei Jahren. Die Erwartungen der Bauern fielen sogar auf den tiefsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Hintergrund sind gesunkene Erzeugerpreise bei Getreide, Milch, Rindern und Strom.

Viele Bauern fragten sich, wie es mit der Tierhaltung weitergehe, sagte Rukwied . Nur jeder dritte wolle im nächsten halben Jahr in seinen Betrieb investieren, ergab die Verbandsumfrage.

Ferkelerzeuger und Schweinemäster bekommen jedoch deutlich mehr Geld für ihre Tiere als noch vor einem Jahr, wie Rukwied sagte. Wichtigster Grund ist die steigende Nachfrage in China, wo die Afrikanische Schweinepest grassiert. «Die Situation hat sich gebessert, aber mit dem Damoklesschwert Afrikanische Schweinepest.» Die für Menschen ungefährliche Tierseuche ist in Polen nahe der deutschen Grenze festgestellt worden.
dpa
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