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10.03.2022 | 11:32 | Sonnenblumenöl 

Ukraine deckt aktuell 86 % der europäischen Sonnenblumenölimporte

Berlin - Der mit Abstand größte Lieferant für Sonnenblumenöl in die EU-27 ist die Ukraine. Bombardierte und blockierte Häfen, ein Exportstopp sowie eine ausbleibende Neuaussaat für die diesjährige Ernte dürften die Versorgung im laufenden Wirtschaftsjahr erheblich einschränken

Sonnenblumenöl Importe
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(c) UFOP
Angesichts des Kriegsgeschehens in Osteuropa und ausbleibender Lieferungen aus der Schwarzmeerregion werden die Auswirkungen auf die Versorgungslage innerhalb der EU-27 immer deutlicher.

Die Ukraine ist der größte Lieferant für Sonnenblumenöl in die Europäischen Union. Im Wirtschaftsjahr 2020/21 wurden nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) insgesamt rund 1,7 Mio. t importiert, davon kamen 1,5 Mio. t und damit rund 88 % aus der Ukraine. In der Saison 2019/20 hatte die Ukraine zwar einen geringeren Anteil an den EU-Importen, lieferte mit 2 Mio. t mehr als in der vergangenen Saison.

Im laufenden Wirtschaftsjahr importierte die EU-27 bis Ende Februar insgesamt rund 1,27 Mio. t Sonnenblumenöl. 1,09 Mio. t davon stammten aus der Ukraine, was einem Marktanteil von 86 % entspricht.

In der Rangfolge der Lieferanten folgen Moldawien, Bosnien Herzegowina und das Vereinigte Königreich mit jeweils 7 %. Sollten die Einfuhren aus der Ukraine angesichts des Exportstopps nun vollständig und mittelfristig ausbleiben, stünde die Europäische Union vor einem ernstzunehmenden Versorgungsproblem, betont die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP).

Vor diesem Hintergrund begrüßt die UFOP die Ankündigungen im Anschluss an den informellen Agrarrat in der vergangenen Woche: Einerseits soll geprüft werden, den Anbau von Eiweißpflanzen auf Stilllegungsflächen zu ermöglichen. Andererseits soll auch die Farm-to-Fork-Strategie mit Blick auf die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit der EU überprüft werden. Denn die Versorgungssicherheit mit Agrarrohstoffen beginnt auf dem Acker.

Daher sollte die Farm-to-Fork-Strategie auf eine nachhaltige Intensivierung statt einer Extensivierung der Agrarproduktion ausgerichtet werden. Der Verband erwartet zwar eine Anpassung der Aussaatplanung für Sommerkulturen durch die landwirtschaftlichen Betriebe, warnt aber zugleich vor überzogenen Erwartungen dieses Anbaus, denn Fruchtfolgegestaltung und Anbaueignung geben enge Grenzen auf.

Generell fordert die UFOP angesichts einbrechender Lieferketten eine stärkere Fokussierung der Agrarpolitik auf die Resilienz dieser Ketten für die Marktversorgung. Aber auch die Beteiligten der Agrarwirtschaft selbst sind gefordert, das Wort Lieferkette im Sinne der bindenden Funktion auszufüllen als Beitrag zur Farm-to-Fork-Strategie, beispielsweise durch das frühzeitige Angebot von Anbau- und Lieferverträgen. Die UFOP fordert dazu auf, unbegründete Versorgungsängste der Öffentlichkeit zu beruhigen, die auch durch deutlich gestiegene Verbraucherpreise ausgelöst worden seien. Lieferengpässe wie zu Beginn der Pandemie seien nach Einschätzung des Verbandes nicht zu befürchten.

Die UFOP schlägt vor, dass die Politik gemeinsam mit der Agrarwirtschaft eine Bestandsaufnahme zur Versorgungslage vornimmt und in diesem Kontext auch die Preissteigerungen im Lebensmittelhandel sachgerecht bewertet. Diese werden nach Einschätzung der Förderunion vorrangig vom massiven Anstieg der Energiepreise bestimmt. Hier seien in den kommenden Jahren aufgrund der weiter steigenden CO2-Bepreisung weitere Anhebungen zu erwarten. Dies müsse den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch klar kommuniziert werden.
UFOP
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